Prinzenecke Broholt bereitet sich seit September auf Karneval vor
Weihnachtszeit ist Wagenbauzeit

Ottmarsbocholt -

Auch in der Advents- und Weihnachtszeit zeigen die Broholter Jecken vollen Einsatz. Jeweils samstags bauen sie am Prinzenwagen. Seit Ende September wurden bereits rund 1300 Arbeitsstunden geleistet.

Dienstag, 25.12.2018, 13:00 Uhr
„Broholt, Helau“: Schon vor dem Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel herrscht unter den Wagenbauern des Broholt beste karnevalistische Vorfreude. So macht die Arbeit Spaß.
„Broholt, Helau“: Schon vor dem Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel herrscht unter den Wagenbauern des Broholt beste karnevalistische Vorfreude. So macht die Arbeit Spaß. Foto: sff

„Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen“ – nach diesem Motto schlagen in diesen Wochen zwei Herzen in der Brust der Broholter: Als Christenmenschen feiern sie in der St. Urbankirche am 24. Dezember die Ankunft Christi. Als Jecken freut sich die Prinzenecke schon jetzt auf den 24. Februar. Denn an diesem Tag rollt der große Karnevals-Umzug durch die Straßen von Otti-Botti – mit dem Prinzenwagen als krönender Abschluss.

So war es für die Broholter Wagenbauer etwas ganz Normales, am Samstag vor Weihnachten auf dem Hof Bücker am Prunkgefährt ihres närrischen Oberhauptes zu schrauben, zu tackern, zu sägen und zu pinseln. „Adventszeit und Weihnachtszeit sind Wagenbauzeit“, stellt Dominik I. (Bickeböller) nüchtern fest. Denn auch der Prinz arbeitet (selbstverständlich) mit an der zwölf Meter langen, 2,50 Meter breiten und 4,30 Meter hohen majestätischen Karosse.

„Pinseln und Rosen tackern darf er – und dumme Sprüche klopfen“, tönt es despektierlich irgendwo aus der Reihe seiner 15 Mitstreiter. Denn Bickeböller ist im wahren Leben kein Handwerker, seine Brötchen verdient er als Vertriebsmitarbeiter bei Agravis. Sein Funkenmariechen, Ehefrau Martina, arbeitet als pharmazeutisch-technische Assistentin in der St. Urban-Apotheke. Sie legt bei den Frauen mit Hand an, die Rosen binden und im Keller der Familie Beuckmann 80 Kostüme für die Fußgruppe der Broholter schon (fast) komplett genäht haben. „Auch rund 15 000 der insgesamt circa 25 000 Papierrosen sind schon fertig. Die Frauen haben sehr fleißig gearbeitet“, freut sich Eckenchef Florian Kolbe über den Einsatz der aktiven Närrinnen.

Entsprechendes gilt für die Männer, die bereits am 29. September unter der Leitung von Michael Greive und Klaus Kock mit dem Wagenbau begonnen haben. Der Entwurf stammt von Susanne Kock. Für die künstlerische Feinarbeit ist Adalbert Willecke zuständig. „Wir treffen uns seither an jedem Samstag mit 15 bis 20 Leuten, jeweils von 10 bis etwa 16 Uhr. Hochgerechnet sind das bisher insgesamt etwa 1300 Arbeitsstunden“, schildert Bickenböller den Umfang des handwerklichen Einsatzes. „Um rechtzeitig zum Umzug fertig zu werden, bauen wir ab Januar zusätzlich auch am Mittwochabend. Dann sind es zusammen über 2000 Arbeitsstunden für den Prinzenwagen“, ergänzt Kolbe.

Die Mühen zahlen sich allerdings nicht allein am 24. Februar in Otti-Botti aus. „Unser Wagen ist für andere Gruppen unter anderem auch im Rosenmontagsumzug in Werne und voraussichtlich noch bei zwei weiteren Umzügen in der Umgebung im Einsatz“, erzählt Kolbe. Aus diesen Mieteinnahmen werde ein Teil der Materialkosten „im fünfstelligen Euro-Bereich“ für Wagenbau, Kostüme, Orden und sonstiges gedeckt, so der Eckenchef. Auch am nächsten Samstag, also zwei Tage vor Silvester, haben die Broholter wieder einen Wagenbau-Termin vereinbart.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6276943?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Eisflächen bleiben ein Risiko
Schlittschuhlaufen am Aasee: Eisflächen bleiben ein Risiko
Nachrichten-Ticker