Umweltausschuss nimmt Carsharing unter die Lupe
Weniger Blech auf Sendens Straßen

Senden -

Der Grundgedanke ist einfach und einleuchtend: Wer nur ab und zu ein Auto braucht, der kann sich eines gegen Kostenbeteiligung mit anderen teilen. Die Kommunalpolitiker möchten nun klären, ob durch Carsharing ein Teil des „Blechs“ auf Sendens Straßen vermieden werden kann.

Montag, 14.01.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 13:48 Uhr
In Münster sowie in viel anderen größeren, aber auch kleineren Städten gehören Stadtteilautos bereits zum Alltag. Bei Bedarf können sie via App gebucht werden. Die Sendener Kommunalpolitiker haben das System des Carsharings nun auch für die Stevergemeinde ins Auge gefasst.
In Münster sowie in viel anderen größeren, aber auch kleineren Städten gehören Stadtteilautos bereits zum Alltag. Bei Bedarf können sie via App gebucht werden. Die Sendener Kommunalpolitiker haben das System des Carsharings nun auch für die Stevergemeinde ins Auge gefasst. Foto: colourbox

Ein Auto ist vielen Haushalten nicht genug. Gleichwohl stellt sich die Frage: Müssen die Sendener tatsächlich so viel motorisierten Straßenverkehr erzeugen ? Aus Sicht der Kommunalpolitiker lautet die klare Antwort: Nein. Aus diesem Grund hatte die CDU im Juni vergangenen Jahres einen Antrag zum Thema Carsharing in den Umweltausschuss eingebracht. Darin heißt es: „So ersetzt zum Beispiel ein Carsharing-Fahrzeug durchschnittlich acht private Pkw, insbesondere auch den Zweitwagen.“

Mittlerweile hat Sendens Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg erste Gespräche mit Anbietern aufgenommen und die rechtliche Seite des Carsharings abgeklopft – zum Beispiel unter welchen Voraussetzungen öffentliche Flächen für gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden können. Ein Anbieter wird voraussichtlich in der Umweltausschusssitzung am 26. Februar (Dienstag) sein Konzept vorstellen.

„Voraussetzung für Carsharing in Senden ist allerdings, dass sich mindestens etwa 30 Einzelnutzer für ein Fahrzeug finden oder ein einzelner Ankermieter, der das Fahrzeug zwar regelmäßig nutzt, es aber zu bestimmten freien Zeiten anderen zur Verfügung stellt“, erläutert Volmerg Es könnte sich auch eine Initiative bilden, in der sich beispielsweise die Nutzer ein gemeinsames Elektro-Auto teilen.

Ziel des Carsharings ist es, möglichst viel Blech von Sendens Straßen zu verbannen. Damit verbunden sind gleich mehrere Vorteile: „Oft wird der Zweitwagen auch aus Bequemlichkeit genutzt, zum Beispiel, um ein paar Hundert Meter entfernt Brötchen zu kaufen. Ist der Wagen abgemeldet, steigen mehr Leute für solche Besorgungen auf das Fahrrad um“, ist sich Volmerg sicher. Dieser Verhaltenswandel sei sowohl gut für die Umwelt als auch für die persönliche Gesundheit und könne außerdem zur Entspannung der Parkplatzsituation im Ortskern beitragen. Auch der finanzielle Aspekt ist nach den Worten der Klimaschutzmanagerin nicht außer Acht zu lassen: „Diejenigen, die ein Auto nur für ein paar Tausend Kilometer im Jahr brauchen, fahren mit Carsharing kostengünstiger“, hebt sie hervor. Laut einer Modell­rechnung von Finanztest zahlt beispielsweise der Auto­besitzer eines Kleinwagens für 5000 Jahres­kilometer inklusive aller Kosten 206 Euro pro Monat, der Cars­haring-Nutzer für die gleiche Strecke mit dem gleichen Auto hingegen nur 138 Euro monatlich. Der jeweils interessierte Nutzer informiert sich über eine App, ob das Fahrzeug im gewünschten Zeitraum frei ist und kann es dann bequem über die App buchen.

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