„Repair-Café“ wird in Senden angeboten
Tüfteln am Toaster statt wegwerfen

Senden -

Der kaputte Toaster hätte eine zweite Chance verdient und manch CD-Player könnte noch Hollywood aufs Wohnzimmer-TV zaubern. Doch oftmals landen die Geräte geradewegs im Müll. Diesem Trend will das „Repair-Cafe“ einen Riegel vorschieben, das auch in Senden angeboten werden soll.

Donnerstag, 17.01.2019, 17:42 Uhr
Alternative zum Wegwerfen von Elektroschrott: Petra Volmerg setzt sich dafür ein, dass das „Repair-Café“ auch nach Senden kommt.
Alternative zum Wegwerfen von Elektroschrott: Petra Volmerg setzt sich dafür ein, dass das „Repair-Café“ auch nach Senden kommt. Foto: di

Der Toaster, der nicht mehr glüht, bringt niemanden mehr zur Weißglut. Mit einem Schulterzucken wird sein Schicksal vielmehr besiegelt: Ab in den Müll und Neuanschaffung, lautet die Praxis in wohl 99,9 Prozent der Fälle. Was nicht sein muss. Denn selbst wenn das Gerät im Container für Elektroschrott landet, die Abfallflut sowie die Ex- und Hopp-Mentalität beim Konsumieren kann eingedämmt werden. Für Petra Volmerg , Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Senden, bietet ein „Repair-Café“ dafür einen sinnvollen Ansatz. Motto: „Der kaputte Toaster hat eine zweite Chance verdient.“

Am Mittwoch hat die Energie- und Umweltschutzexpertin die entscheidenden Gespräche mit den Anbietern dieses Services geführt. Auf WN-Anfrage bestätigt Volmerg am Donnerstag, dass das „Repair-Café“, das in vielen Nachbargemeinden schon anzutreffen ist, auch nach Senden kommt.

Reparieren kostet nichts

Beim Repair-Café zahlen die Kunden nichts, einzig Spenden für Kaffee und Kuchen sind jedoch willkommen. Während geschraubt oder geflickt wird, sind ein süßer Snack und „Schnacken“ mit anderen Besuchern angesagt.Die Kunden müssen einen Haftungsausschluss unterschreiben und haben somit keinen Anspruch auf eine Gewährleistung. Die Kosten tragen die Wirtschaftsbetriebe Coesfeld (WBC) als Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit zur Verringerung des Abfallaufkommens.

...

„Wir müssen noch einen Raum finden“, nennt sie eine Hürde, die bislang auf dem Weg steht. Gesucht ist auch noch Unterstützung bei Kaffee und Kuchen, der während des „Repair-Cafés“ kredenzt werden soll. Sowohl für die Raum- als auch die „Café-Betreiber“-Frage nimmt Volmerg die weiterführenden Schulen in den Blick. Sie ist zuversichtlich, dass sie dort Unterstützung für das Vorhaben findet.

Know-how und Werkzeug vorhanden

Die örtlichen Handwerker brauchen nicht zu befürchten, dass ihnen das Wasser abgegraben wird, denn das „Repair-Café“ findet nur vier Mal im Jahr statt. Für Senden wird es jeweils ein Donnerstagnachmittag außerhalb der Schulferien sein, kündigt Volmerg an, die die möglichen Termine jetzt abspricht. Von 15.30 bis 18 Uhr werden die Reparaturen durchgeführt – und zwar nicht nur für Elektrokleingeräte, sondern auch für Fahrräder, Kleinmöbel oder auch Spielzeug. Eine Grundausstattung von Werkzeug und Material ist vorhanden, Know-how bringt das Team vom „Repair-Café“ ebenfalls mit. Denn es besteht immer aus handwerklich ausgebildeten Kräften, die sich in mehreren Disziplinen auskennen. „Das sind Allrounder“, betont die Mitarbeiterin der Gemeinde Senden, die Gespräche mit dem Verein „Interkulturelle Begegnungsprojekte“ (IBP) geführt hat. Er betreibt die „Dienstleistung Sozialwerkstatt Coesfeld“ (DiSoCo), deren Angehörigen mit dem Projekt zugleich Arbeitsmarktperspektiven eröffnet werden sollen.

Praktische Talente können auch die Schüler ausbauen, die den Café-Raum anbieten. Denn wie Volmerg von anderen Standorten weiß, entstehen auch zwischen Schulen und dem Repair-Café Kooperationen beim Tüfteln.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6328138?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Liveblog: So hat Europa gewählt
Europawahl: Liveblog: So hat Europa gewählt
Nachrichten-Ticker