Sendenerinnen erinnern an 100 Jahre Frauenwahlrecht
„Gemeinsam handeln und Einsatz zeigen“

Senden -

Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland das Frauenwahlrecht. Doch nach wie vor besteht es in Sachen Gleichberechtigung noch großer Nachholbedarf. So werden beispielsweise in Senden von 34 Ratsmandaten nur zwei von Frauen ausgeübt.

Samstag, 19.01.2019, 12:00 Uhr
Die Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Senden, Anke Baumeister (v.l.) und Svenja Hähnel, fanden sich mit Ursula Röttger, Sabine Knümann und Stephanie Hopp zu einem Gespräch über 100 Jahre Frauenwahlrecht zusammen. An der Initiative wirkten auch Birgit Hüske und Brigitte Möllers mit.
Die Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Senden, Anke Baumeister (v.l.) und Svenja Hähnel, fanden sich mit Ursula Röttger, Sabine Knümann und Stephanie Hopp zu einem Gespräch über 100 Jahre Frauenwahlrecht zusammen. An der Initiative wirkten auch Birgit Hüske und Brigitte Möllers mit. Foto: Gemeinde Senden

Kein Zweifel: Das Frauenwahlrecht ist ein Grundpfeiler zur Gleichstellung der Geschlechter. Vor genau 100 Jahren hatten die Frauen in Deutschland zum ersten Mal die Möglichkeit, von diesem Recht Gebrauch zu machen: Am 19. Februar 1919 stimmten sie bei den Wahlen zur Nationalversammlung mit ab. An dieses Datum erinnern Sendener Frauen mit einer Initiative, die von den Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde, Svenja Hähnel und Anke Baumeister, unterstützt wird.

Beleuchtet man die aktuelle Zusammensetzung des Gemeinderates in Senden so stellt man fest, dass hier von 34 Ratsmitgliedern mit Sonja Wissing ( CDU ) und Bettina Scholz (Die Grünen) nur zwei Frauen vertreten sind. Das sind nicht einmal sechs Prozent des Gremiums. „Im Hinblick auf die Kommunalwahl 2020 besteht hier für alle Parteien Handlungsbedarf. Alle Frauen, vor allem junge Frauen, fordern wir auf, zu überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, die Frauen- und Familienthemen in den Entscheidungsgremien vor- und mitzutragen, sich also für die aktive Politik zu arrangieren“, heißt es in einem gemeinsamer Pressemitteilung der Sendener Frauen, die von den Gleichstellungsbeauftragten unterstützt wird. Im Bundestag stellen Frauen 30,9 Prozent der Abgeordneten.

„Frauen verdienen heute in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer und sind wesentlich stärker von Altersarmut und sexualisierter Gewalt bedroht (Metoo-Debatte)“, heißt es weiter. Auf die Missstände bei der Entlohnung von Mann und Frau hatten die Frauengemeinschaften aus den Sendener Ortsteilen im Schulterschluss mit der Frauen Union bereits beim „Equal Pay Day“ am 17. März 2018 aufmerksam gemacht.

„Die Frauenthemen haben sich in 100 Jahren kaum verändert. Das sollte uns aufrütteln und zum gemeinsamen Handeln und Einsatz für unsere Ideen und Ziele auffordern. Wie die Geschichte zeigt, können Frauen viel bewegen. Jeder noch so kleine Schritt ist Bewegung und verhindert Stillstand“, stellen die Sendener Frauen in ihrer gemeinsamen Erklärung fest. Und weiter: „Wir Frauen in Deutschland haben im Jahr 2019 leider viele der alt bekannten Ziele immer noch auf der Agenda. Deshalb lohnt es sich für uns Frauen, uns jeden Tag aufs Neue für unsere Interessen einzusetzen. Es geht um uns und die nachfolgenden Generationen.“

Weg zur Demokratie

Der Beschluss des Rates der Volksbeauftragten setzte am 12. November 1918 die volle Beteiligung der Frauen am politischen Leben in Deutschland durch. Nun konnten alle Frauen und Männer ab 20 Jahren durch gleiche, geheime und direkte Wahl ihre Politiker beziehungsweise Politikerinnen in die Weimarer Nationalversammlung wählen, heißt es in der Erklärung der Sendener Frauen.Von den 300 Kandidatinnen wurden 37 Frauen gewählt und hatten damit einen Anteil von fast neun Prozent der Abgeordneten.Die Jahreswende 1918/19 markiert einen bedeutenden Einschnitt in der deutschen Geschichte. Mit der Novemberrevolution wurde der Weg frei für die deutsche Demokratie sowie für die politische Gleichstellung von Frauen und Männern.

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