„Storno“: Steverhalle zwei Mal ausverkauft
„Angies“ Restlaufzeit nimmt ab

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Storno ist ein Kabarett-Klassiker und für viele Fans längst Kult. Zwei Mal verkaufte das Trio die Steverhalle an einem Tag aus.

Montag, 21.01.2019, 15:58 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 15:58 Uhr
Das Kabarett-Trio Jochen Rüther, Thomas Philipzen und Harald Funke zog in der Steverhalle zwei Mal eine süffisante Jahresbilanz.
Das Kabarett-Trio Jochen Rüther, Thomas Philipzen und Harald Funke zog in der Steverhalle zwei Mal eine süffisante Jahresbilanz. Foto: Axel Engels

Es waren nicht ungezähmte Naturgewalten, sondern der schon zum Kult mutierte ultimative Jahresrückblick der drei Kabarettisten Thomas Philipzen , Harald Funke und Jochen Rüther ließ die an sich schon renovierungsbedürftige Steverhalle am Sonntag gleich zweimal in ihren Grundfesten erzittern. Sie setzten mit Bravour und in altbekannter Schärfe zum Angriff auf die Lachmuskulatur der jeweils über 800 Kabarettliebhabern an. Schon bei Ebay werden Karten für „Storno 2018“ gehandelt, über 60 000 begeisterte Kabarettfans seit dem Jahre 2005 können eben nicht irren, waren viele Besucher sogar aus Warendorf, Steinfurt und Münster angereist.

Allerdings war in diesem Jahr alles von der Endzeitstimmung des Supergaus um „Angela“ beeinflusst, schließlich hat unser aller Kanzlerin, der ja Harald Funke mit Haut und Haaren verfallen ist, ihren Rückzug angekündigt. Für Harald Funke war dies sicherlich die traurigste Nachricht des ganzen Jahres, da kann man ihm nur ganz viel Kraft bei der Bewältigung seines drohenden Verlustes wünschen. Vielleicht hätte die kunterbunte Republik ja seinen Vorschlag aus dem Vorjahr aufgreifen sollen und sie kurzerhand als Königin krönen sollen, dann wären jegliche Verlustängste des sympathischen Harald Funke im Keim erstickt worden. Aber auf den Kanzlerin-Flüsterer, wie er von Kollegen der schreibenden Zunft liebevoll tituliert wurde, hat ja niemand der vom Scheitern bedrohten Groko gehört. Vielleicht war es ja das letzte Mal, dass Harald Funke seine angestaubte Kanzlerin-Perücke aus dem Schrank hervorholen konnte. Die Raute als heimlicher Weihnachtsstern wird aber sicherlich den Abschied seiner geliebten Frau im Kanzleramt überdauern. Da wirkte die Frage von Thomas Philipzen nach der Angela Merkels Restlaufzeit besonders unter die Haut gehend, zumal Jochen Rüther sie sarkastisch mit „Noch kürzer als ein Mann namens Funke“ beantwortete. Thomas Philipzen plauderte genüsslich aus dem Nähkästchen, schließlich hat der Mann mit dem Geburtsort Paderborn dort als Messdiener-Taliban schon für Furore gesorgt. Aber auch Harald Funke und Jochen Rüther steuerten süffisante Anekdoten aus ihrer Jugend bei, schließlich fehlten ihnen als verhinderte 68-er Protestler ja nur einige Jahre geburtliche Vorlaufzeit. Selten hat man einen Alpenabgesang auf Horst Seehofer und die CSU so ausgefeilt harmonisch gehört wie von diesem Trio. Vom Hambacher Fort mit seinem braunen Gold und dem braunen Gesöcks im Osten sowie der grünen Doppelmoral ging es rasant im Wechselkurs um die Klippe der Tabuzone Islam, musste auch das Konsumverhalten von Harald Funkes besseren Hälfte als Grundlage einer musikalischen Darbietung nach Melodien von ABBA der Extraklasse dienen.

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  • Kult-Kabarett: Das Trio „Storno“ zog in der Steverhalle eine tiefsinnige und scharfzüngige Jahresbilanz. Foto: Axel Engels
  • Kult-Kabarett: Das Trio „Storno“ zog in der Steverhalle eine tiefsinnige und scharfzüngige Jahresbilanz. Foto: Axel Engels
  • Kult-Kabarett: Das Trio „Storno“ zog in der Steverhalle eine tiefsinnige und scharfzüngige Jahresbilanz. Foto: Axel Engels
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  • Kult-Kabarett: Das Trio „Storno“ zog in der Steverhalle eine tiefsinnige und scharfzüngige Jahresbilanz. Foto: Axel Engels
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  • Kult-Kabarett: Das Trio „Storno“ zog in der Steverhalle eine tiefsinnige und scharfzüngige Jahresbilanz. Foto: Axel Engels

Da glänzte Harald Funke mit philosophischen Ergüssen über die Würde des Menschen frei nach Imanuel Kant. Solch existentialistische Äußerungen hätte man dem Haushaltsmuffel aus Münster gar nicht zugetraut, da waren sogar seine Kollegen geplättet. In den Händen von Harald Funke mutierte sogar eine gemeine Blockflöte zur Waffe und was er als rappender Schelm bei Eminem herausschmetterte, war schon ganz große Kunst. Den Rekord im Schnellsprechen gewann wie in jedem Jahr natürlich Thomas Philipzen, den Sieg auf analytischem Gebiet überließ er genüsslich Jochen Rüther. Der ist in seiner Jugend von der Muse des Bildungsbürgertum wiederholt geküsst worden und nachdem im letzten Jahr gar Beethoven herhalten musste, war es diesmal Leonard Bernstein. Als Finale war seine „West Side Story“ mit Angie, Horst und Nahles einfach grandios inszeniert. Solch einen Jahresrückblick erlebt man nicht alle Tage, da schwelgte das Publikum in der Steverhalle von der ersten bis zur letzten Minute im kabarettistischen Taumel.

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