Tommy Schneller möchte Jugend für Jazz begeistern
„Die Leute sollen Spaß und einen guten Abend haben“

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Tommy Schneller und Band gastieren am Freitag (25. Januar) gemeinsam mit der Band „Sophia.“ bei „Jazz Live“ in der Steverhalle. Im WN-Interview erklärt Schneller, warum Jazz für alle Generationen ist und was speziell seine Musik ausmacht.

Dienstag, 22.01.2019, 14:52 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 17:48 Uhr
Saxofonist, Sänger und Bandleader Tommy Schneller hofft auf viele junge Gäste beim Konzert am Freitagabend.
Saxofonist, Sänger und Bandleader Tommy Schneller hofft auf viele junge Gäste beim Konzert am Freitagabend. Foto: Timo Wilke

Zum Auftakt der Reihe „Jazz Live“ gastiert am Freitag (25. Januar) um 20 Uhr die Tommy Schneller Band in der Steverhalle. Kinder und Jugendliche, die selbst ein Instrument spielen und einem Verein oder einer Bläserklasse angehören, können das Konzert kostenlos erleben. WN-Redakteur Siegmar Syffus sprach mit Bandleader Tommy Schneller über das Thema „Jazz und Jugend“ und darüber, was das Publikum am Freitagabend erwarten darf.

Das Sendener Kulturamt möchte mit Ihrem Konzert insbesondere junge Leute für Jazz begeistern. Wie schätzen Sie das Vorhaben ein?

Schneller: Der Jazz hat leider ein verstaubtes Image. Viele Leute denken: Da stehen einige ältere Herren, Zahnärzte, Richter und Rechtsanwälte, auf der Bühne und spielen die Musik ihrer Jugend. Das ist einfach nicht mehr so. Jazz beinhaltet heute alle möglichen Musikrichtungen. Da findet man Pop-Acts genauso wie New-Orleans-Acts. Und es besteht eine ganz große Chance, junge Leute zu begeistern.

Nun gut. Wie unterscheidet sich denn speziell Ihre Musik von dem Klischee des verstaubten Jazz?

Schneller: Da liegen ein paar Jahrzehnte Musikgeschichte dazwischen. Ich bin nicht mehr beeinflusst von Louis Armstrong, sondern von den Swing-Spielern und den ganzen Blues-Geschichten, vom Funk und Soul der 70er und 80er Jahre. Überall gibt es gute Musik. Warum sollte man sich in eine Schublade schmeißen lassen? Viele Elemente des Jazz sind auch in die Pop-Musik mit eingeflossen. Es ist eine Weiterentwicklung. Jede Band, die neu kommt, ist beeinflusst von anderen.

Mit „ Sophia .“ bringen sie eine junge Band mit. Die gastiert als Vorgruppe?

Schneller: Ja. Wenn man das so sagen möchte, ist das eine klassische Vorgruppe. Mir liegt dran, jungen, kreativen Leuten ein Podium zu bieten. Als ich angefangen habe, Musik zu machen, da konnte man bei diversen Clubs oder Festivals anrufen und kriegte die Jobs. Man bekam ‘ne Fest-Gage. Das ist in den letzten 30 Jahren mehr oder weniger gestorben. Man ist sehr zum Einzelkämpfer geworden. Gleichzeitig bekomme ich mit, dass junge Leute nachkommen, die extrem viel zu sagen haben, extremst kreativ sind. Denen muss man ein Podium bieten.

Was darf man von der Band „Sophia.“ erwarten?

Schneller: Sie sind zu sechst auf der Bühne und spielen handgemachte Musik. Man sollte sich einfach überraschen lassen. Die Sängerin Sophia Steinhaus hat eine wunderschöne Stimme. Und die Band ist super. Bei meiner Band ist der Jüngste übrigens 25 und der Älteste 60. Meine Rhythmusgruppe ist komplett unter 30. Musik kennt eigentlich keine Generationsgrenzen. Und am Freitag ist es absolut Musik für junge Leute.

Sie selbst singen und spielen Saxofon, machen aber auch Entertainment. . .

Schneller: Das gehört dazu. Die Leute sollen gute Musik kriegen. Das liegt der ganzen Band, allen Mitwirkenden am Herzen. Dafür leben wir. Reich wird man damit nicht. Das ist aber auch egal. Unsere Aufgabe ist es, den Leuten zwei, drei Stunden Urlaub vom Alltag zu gönnen. Und das werden wir tun.

Reich wird man nicht. Okay. Doch was macht Sie stattdessen glücklich, wenn Sie auf der Bühne stehen?

Schneller: Ich wünsch mir für das Konzert am Freitag, dass es gut besucht ist und dass ich am Ende möglichst viele glückliche Menschen nach Hause gehen seh‘. Es darf getanzt werden. Es darf dazwischen gerufen werden. Es darf gejohlt werden. Die Leute sollen Spaß und einen guten Abend haben.

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