Post-Zustellung in Senden läuft nicht rund
Zu wenig Personal – zu viele Pakete

Senden -

Die Zusteller sind im Stress und die Adressaten oftmals genervt: Bei der Zustellung von Briefen und Paketen durch die Post hapert es in Senden mal wieder. Grund sind laut Angaben eines Konzernsprechers hohe Krankenstände. Einige Kunden sehen eher chronische Probleme, die immer wiederkehren.

Dienstag, 22.01.2019, 17:48 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 15:58 Uhr
Ein Knochenjob, der auch Köpfchen verlangt: Post-Zusteller kämpfen mit immer mehr Paketen und Briefen.
Ein Knochenjob, der auch Köpfchen verlangt: Post-Zusteller kämpfen mit immer mehr Paketen und Briefen. Foto: dpa

Die Männer und Frauen, die sich ihre Hacken abwetzen beim täglichen „Häuserkampf“ mit Briefen und Paketen, können nichts dafür. Ebenso wenig trifft der Groll die Postagentur vor Ort, die Briefe und Kartons entgegennimmt, um sie auf die „Reise“ zu schicken. Doch der Gelbe Riese, der in Senden offenbar auf schmalen Füßen steht, muss sich Vorwürfe gefallen lassen. Die Qualität der Zustellung war – wie berichtet – unter anderem von der Senioren Union moniert worden, die den Service „sehr kritisch“ betrachtet. Mit dem Hinweis, dass es bei der Zustellung hinkt, steht dieser Verein aber nicht allein.

Kommentar: Fehler im System

Die Post befördert Millionen Sendungen am Tag. Dass dabei Fehler passieren, verzeihen die Kunden durchaus. Bei der Zustellung von Briefen und Paketen in Senden drängt sich aber ein anderer Eindruck auf: Der Fehler hat Methode, steckt im System. Denn ganz offensichtlich ist das Personaltableau so auf Kante genäht, dass spürbare Qualitätseinbußen schnell und wiederholt eintreten. Die Mannschaft vor Ort hat an diesem Paket, das der Konzern ihr aufbürdet zu schleppen. Richtig traurig wird es, wenn man sich als Kunde beschweren will – es dauert ewig und ist unfassbar kompliziert. Was auch Methode haben dürfte . . . Dietrich Harhues

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Mal kommt keine Post, dann kommt es massiv

Zu denjenigen, die seit Längerem mit der Verlässlichkeit der logistischen Kette via Deutsche Post DHL-Group hadern, gehört beispielsweise auch ein Handelsvertreter für Fachbuchverlage, der den Büro-Part seines Jobs im Homeoffice im Walskamp tätig ist. Seine Branche bringt es mit sich, dass er viele Sendungen erhält – die aber ganz unterschiedlich lange auf dem Weg seien. Auch die Zustellung erfolge oftmals erstaunlich schwankend. An einem Tag erreiche ihn nichts, „dann kommt es wieder massiv“. Eine Art wellenförmige Zustellung bemerkte auch ein Sendener aus dem Kreis der Senioren Union, der aus Verbundenheit mit seiner einstigen Heimat von dort noch die Lokalzeitung abonniert hat. Doch nicht nur in Senden, sondern in allen Ortsteilen hapere es beim Tempo, mit dem Briefe oder Pakete den Adressaten empfangen, hatte die Senioren Union geltend gemacht.

Konzernsprecher pocht auf Krankenstand als Ursache

Die WN-Nachfrage bestätigt, dass es sich bei der Kritik an der Performance der Post nicht etwa nur um ein „generelles Herummosern“ oder subjektives Gefühl handelt. Achim Gahr führt die für ihn „einzelnen Probleme“ auf einen „hohen Krankenstand“ zurück. Im Normalfall komme es zu keinen spürbaren Komplikationen, wenn einzelne Kollegen ausfallen. Doch darunter seien auch einige „Dauerkranke“, wie der Sprecher des Logistik-Konzerns ergänzt. Deshalb müsse Unterstützung von außerhalb anrücken – über den eigenen Sendener Zusteller-Pool hinaus (20 Köpfe, die allesamt direkt bei der Post in Diensten stehen).

Wir können uns nur entschuldigen.

Achim Gahr, ein Konzern-Sprecher der Deutschen Post

Die Springer in Senden bringen zwar ihr post-handwerkliches Know-how mit, sind mit den Besonderheiten ihres Reviers aber nicht vertraut. „Die sind nicht so firm in ihrem Beritt“, umschreibt dies Gahr. Was das Tempo bremst. Um den fehlenden Stammboten zu ersetzen, würden Bezirke aufgelöst und auf andere Kollegen „verteilt“. Im Ergebnis könne es zu einem Arbeitspensum für einzelne Zusteller kommen, bei dem der Gesetzgeber einen Riegel vorschiebt. Nach zehn Stunden Häuser abklappern plus 45 Minuten Pause ist Schluss, legt das Arbeitszeitgesetz fest. „Dann brechen die Mitarbeiter ab“, so Gahr. Normalerweise betrage die Verzögerung in diesen Fällen einen Tag, denn die Postmitarbeiter stecken dort die Briefe weiter in die Kästen, wo sie tags zuvor „finito“ gesagt haben.

Glaubt man den Schilderungen der Kunden, laufen längere Verzögerungen auf. Gahr, Leiter der regionalen Post-Pressestelle Düsseldorf, schickt jedenfalls eine Botschaft des Bedauerns an die Bürger. Er räumt ein, dass das Krisenmanagement nicht funktioniert. „Jetzt hat es der Kunde bemerkt.“

Gahr beteuert, er verstehe, dass die wartenden Adressaten verärgert seien. „Dafür können wir uns nur entschuldigen.“ Besserung sei indes schon eingetreten. „Wir nähern uns dem, was die Kunden erwarten.“

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