LOV-Versammlung bei Niemeyer
Sendens Landwirte mahnen mehr Sachlichkeit an

Senden -

Ein ganzer Berufsstand in der Devise. Doch die Sendener Landwirte möchten nicht den Schwarzen Peter für alle möglichen Themen zugeschoben bekommen, machte der LOV-Vorstand deutlich. Allerdings sollten auch die Bauern selbst vermeiden, unnötig öffentlich anzuecken, so Marc Füstmann.

Dienstag, 29.01.2019, 16:22 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 16:42 Uhr
Die Chancen und Grenzen von Öffentlichkeitsarbeit bildeten ein Thema der Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV) Senden bei Niemeyer.
Die Chancen und Grenzen von Öffentlichkeitsarbeit bildeten ein Thema der Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV) Senden bei Niemeyer. Foto: ure

„Zurzeit wird alles, was irgendwie schädlich ist für den Menschen, immer dem Landwirt in die Schuhe geschoben.“ Marc Füstmann , Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Senden, zeigte sich auf der Generalversammlung am Montagabend im Hotel Niemeyer verärgert über eine Entwicklung, bei der sein Berufsstand für alles verantwortlich gemacht werde. „Das kann doch nicht sein.“ Jetzt sei man auch noch an der Feinstaubbelastung und selbst am Eichenprozessionsspinner schuld. „Das stört mich ganz gewaltig.“ Man sei an einem Punkt angekommen, „wo das Fachliche komplett flöten geht“. Man könne vor Ort auch ruhig Aufklärungsarbeit betreiben „und den Leuten was erklärt haben. Aber dann kommt wieder einer von den Medien und haut drauf.“

Das stört mich ganz gewaltig.

Marc Füstmann moniert, dass Landwirte oft den schwarzen Peter zugeschanzt bekommen

Füstmann verhehlte dabei aber auch nicht, dass die Landwirte der Öffentlichkeit keine Angriffspunkte liefern dürften. Durch die Glasfaserarbeiten komme er momentan viel rund und müsse es dabei leider erleben, dass beim Ackern der gesetzlich vorgeschriebene Abstand zu den Gräben nicht eingehalten und haarscharf bis zur Böschungsoberkante gepflügt werde. „Das geht nicht. Ich kenne unsere Pappenheimer und habe sie auf dem Kieker. Es kann doch auch nicht sein, dass am Radweg der halbe Schotter umgepflügt wird“. Ebenfalls großer Schaden werde dem gesamten Berufsstand durch Güllefahren am Sonntag oder auf Karfreitag zugefügt. „Das muss nicht sein“, lautete der Appell des Vorsitzenden an seine Berufskollegen. Es gebe doch so viele gute Dinge wie etwa die Anlage von achteinhalb Kilometern Blumenstreifen entlang von Maisfeldern im letzten Jahr. So etwas dürfe nicht durch das Fehlverhalten einiger weniger in Misskredit gezogen werden. Die Geschäftsführerin der Landwirtschaftskammer Coesfeld, Marianne Lammers, sprach in diesem Zusammenhang von „Kanonenfutter“, welches den Kritikern leichtfertig geliefert werde.

Lanze brechen für die SendenApp

Auf der Generalversammlung rührte Marc Füstmann kräftig die Werbetrommel für die seit vergangenem Mai erhältliche „SendenApp“, wo man auf schnellstem Wege an viele nützliche Informationen herankomme. „Das ist echt vorbildlich“. Für ihn sei es völlig unverständlich, warum diese nützliche Software noch so wenig verbreitet sei. Er könne allen nur empfehlen, sie sich auf ihr Smartphone herunterzuladen, was von Ortslandwirt Bernd Aundrup unterstrichen wurde. So erhalte man dort etwa ganz aktuelle Mitteilungen über baustellenbedingte Umleitungen im Gemeindegebiet.

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Kreislandwirt Georg Silkenbömer lobte die „leidenschaftliche Weise“, in der Marc Füstmann in Senden „als Speerspitze das Wort ergreift“ und sich für das Image der Bauern einsetze. „Auch in schwierigen Zeiten kann man was bewegen. Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken.“

Landwirt Josef Schulze Mönking warf die Frage auf, ob der sehr hohe zeitliche Aufwand, den Tage des offenen Hofes zwangsläufig erforderten, deren Nutzen rechtfertige. Seiner Meinung nach sollten die Kräfte besser in eine „ständige“ Präsenz in den sozialen Medien gesteckt werden, weil das viel effizienter sei, um den „permanenten Angriffen auf uns“ zu begegnen. Werbung funktioniere auch nur, wenn sie immer wieder wiederholt würde.

Silkenbömer sah unterschiedliche Zielgruppen. Hoftage würden bei den Verbrauchern in der Region durchaus „wirkungsvolle Effekte“ hinterlassen. Um die Menschen jedoch im Ruhrgebiet zu erreichen, sei man dagegen in der Tat auf Präsenz in Social Media angewiesen.

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