Verdächtige Person im Walskamp
Schrecken im eigenen Garten

Senden -

Ein verdächtiger Mann hat Anwohner in Senden aufgeschreckt. Recherchen bei der Polizei ergaben, dass es sich um einen Polen handelt, der in Senden gearbeitet hat, wegen seiner Alkoholsucht aber inzwischen in seine Heimat zurückkehren musste. Die Polizei appelliert grundsätzlich, die Beamten einzuschalten und soziale Medien verantwortungsvoll einzusetzen. 

Donnerstag, 31.01.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 12:50 Uhr
Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding.
Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding. Foto: Kreispolizei Coesfeld

Ein Mann dringt auf ein fremdes Grundstück ein, steht direkt vor der Terrassentür, als ihn Bewohner am Sonntagmittag entdecken. Für die Familie mehr als nur eine Schrecksekunde. Denn die bange Frage steigt reflexartig auf: Was führt der etwa 50-Jährige im Schilde? Ein Mann, der mindestens seit Samstag an drei aufeinanderfolgenden Tagen in mindestens vier Gärten im Walskamp eindringt. Wenn er verscheucht wird, schaue er sich auffällig die angrenzenden Häuser an, soll teils sofort erneut ansetzen, private Grundstücke zu betreten. Die Bürger reagieren, tauschen Infos über die Beobachtungen aus und schalten die Polizei ein.

Polizei rückt zwei Mal aus

Am Sonntag gegen 12 Uhr und am Montag gegen 14 Uhr sind Beamte auch zur Stelle. Was der Unbekannte wollte, welche mögliche Gefahr von ihm ausgeht – das erfahren die Anwohner des Walskamps, wo sich Berichte über das „Treiben“ schnell verbreiten, aber nicht, lautet ihre Schilderung. „Im Walskamp und Umgebung wohnen viele Familien mit Schulkindern oder angehenden Schulkindern und wir machen uns Sorgen“, betont eine Anwohnerin.

Der Mann wohnt und arbeitet in Senden.

Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding über die auffällige Person im Walskamp

Wie WN-Recherchen ergeben, soll es sich bei der verdächtigen Person aber um niemanden handeln, der mit krimineller Energie unterwegs oder als Spähtrupp für spätere Einbrecherbanden unterwegs war. Der dubiose Mann, der von der Polizei angetroffen worden war, sei überprüft worden. „Das ist kein Straftäter“, fasst Rolf Werenbeck-Ueding , Leiter der Pressestelle der Kreispolizei Coesfeld, die Ermittlungen auf Anfrage zusammen.

Der Mann, dessen Verhalten die Bewohner des Walskamps verärgert bis verängstigt hat, „wohnt und arbeitet in Senden“, fügt der Polizeisprecher hinzu. Die Person habe offenbar nichts im Schilde geführt, sei aber wohl wiederholt orientierungslos gewesen. Der etwa 50-Jährige soll auch alkoholisiert gewesen sein, berichten Zeugen aus dem Wohngebiet.

Appell: Soziale Medien verantwortungsbewusst einsetzen

Nicht nur dort, sondern auch über die größte Sendener Facebook-Gruppe hatten die Beobachtungen die Runde gemacht. Werenbeck-Ueding weiß, dass Bürger ihre Informationen über soziale Medien austauschen. In diesem Fall blieben die Schilderungen sachlich und Fotos des Eindringlings wurden, obwohl sie vorlagen, nicht gepostet. Dieses Vorgehen begrüßt der Hauptkommissar.

Polizei nimmt Hinweise ernst

Polizeisprecher Werenbeck-Ueding sieht von diesem Beispiel aus Senden losgelöst aber auch eine zwiespältige Entwicklung. Denn jeder, der über Netzwerke verbreitet, was ihm aufgefallen ist, muss wissen, dass die Gefahr besteht, „dass sich die Geschichte hochschaukelt“. Eine Nachricht aus ungesicherter Quelle könne dann – wie jüngst beim Fall von Eltern in Roxel – zu unerwünschten Folgen führen, bei denen Persönlichkeitsrechte von Menschen harsch verletzt werden. Wer sich also der sozialen Medien bedient, „trägt auch eine Verantwortung“, mahnt der Polizeisprecher. So dürften zwar verdächtige Personen fotografiert, diese Bilder aber nicht veröffentlicht werden.

Gerüchte, die sich verbreiten, habe es immer gegeben. Doch Tempo und Aufgeregtheit seien höher geworden.

Gleichwohl: Für Werenbeck-Ueding sind aufmerksame Anwohner, die sich um ihr Umfeld kümmern, und Mütter und Väter, die sich um ihre Sprösslinge sorgen, wichtig, denn: „Sie geben wertvolle Hinweise.“ Auch Hinweise, die zuerst keine Relevanz hätten, fügten sich später oftmals zu einem Bild, das hilft, Täter zu überführen. Dies sei beispielsweise bei einer Einbrecherbande im Kreis der Fall gewesen. Wann immer etwas Verdächtiges beobachtet wird, soll die Polizei gerufen werden: „Wir kommen auf jeden Fall und nehmen das ernst“, betont Werenbeck-Ueding.

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