Irmgard Wissing hat sich für „Flecht-Weltmeisterschaft“ qualifiziert
Träume aus Weide geflochten

Bösensell -

Nicht aus Ton geformt oder in Stein gemeißelt sind die Kunstwerke von Irmgard Wissing. Die Bösensellerin flechtet lebensnahe Figuren aus Weidenruten. Aufgrund ihres Könnens und ihrer Kreativität hat sie sich für die diesjährige „Flecht-Weltmeisterschaft“ qualifiziert.

Freitag, 08.02.2019, 11:58 Uhr
Mit handwerklicher Perfektion verwirklicht die Künstlerin Irmgard Wissing ihre kreativen Ideen aus Weidenruten. Mit ihren Arbeiten „Laufende Kinder“ und „Kinder auf der Flucht“ hat sie sich für die diesjährige „Flecht-Weltmeisterschaft“ in Polen qualifiziert.
Mit handwerklicher Perfektion verwirklicht die Künstlerin Irmgard Wissing ihre kreativen Ideen aus Weidenruten. Mit ihren Arbeiten „Laufende Kinder“ und „Kinder auf der Flucht“ hat sie sich für die diesjährige „Flecht-Weltmeisterschaft“ in Polen qualifiziert. Foto: sff

Weiden faszinieren Irmgard Wissing schon seit ihrer Kindheit. Darum pflanzte sie sogleich einen dieser Bäume, als sie vor 29 Jahren in den Gartenbaubetrieb ihres Mannes in der Alvingheide einstieg. „Die Weide ist mittlerweile zu einem richtigen Dom herangewachsen“, sagt die 55-Jährige mit leuchtenden Augen.

Damals ahnte die Gärtnerin und Gartenbauingenieurin allerdings noch nicht, dass auch ihre Begeisterung für die Bäume wachsen und in eine künstlerische Passion gipfeln würde: Aus Weidenruten flechtet sie lebendig anmutende Figuren. Aufgrund ihrer künstlerischen Kreativität, gepaart mit handwerklicher Perfektion, konnte sich die Bösensellerin jetzt für das „Weltfestival der Korbweide und der Flechtkultur“ im polnischen Nowy Tomysl in der Kategorie „Figürliches“ qualifizieren.

Kunst aus Weidenruten

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  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing
  • Unter den Händen der Künstlerin Irmgard Wissing entstehen aus Weidenruten lebensnahe Kunstwerke. Foto: Ulrich Wissing

„Bei dieser Flecht-Weltmeisterschaft treten Teilnehmer aus über 70 Nationen an“, sagt Wissing, die für den Wettbewerb vier annähernd lebensgroße Figuren eingereicht hat: „Kinder auf der Flucht“ und „Laufende Kinder“ heißen die Werke der Künstlerin, in denen sie sich mit dem Thema „Schwere und Leichtigkeit“ auseinandersetzt.

„Der Entwurf für eine neue Arbeit entsteht im Traum, als Bild im Kopf. Dann halte ich es fest, indem ich es zeichne oder in Ton abbilde“, beschreibt Wissing den ersten Schritt ihres künstlerischen Schaffens. Anschließend schweißen sie und ihr Mann Ulrich ein eisernes Grundgerüst für die Figuren, das mit Ruten verschiedener Stärke und Färbung umflochten wird. Kleidung und Accessoires der Figuren fertigt sie aus Weidenrinde und Mühlenbeckia (Drahtstrauch).

Eine besondere Vorliebe hegt die Bösensellerin für Figuren kindlicher Art: „Sie vermitteln sowohl Vitalität und Lebensfreude als auch Gelassenheit und Gleichgewicht“, führt Wissing aus. Solch widersprüchliche Eigenschaften vereint auch die Weide in sich: „Das Material ist biegsam und zäh zugleich – widerspenstig und geschmeidig“, sagt die Künstlerin. Wichtig ist ihr, dass die Figuren lebendig und natürlich wirken, „Vitalität und Dynamik in einem Punkt der Bewegung widerspiegeln“.

Vor neun Jahren brauchte ich eine Auszeit vom Beruf“, erinnert sich Wissing an die Anfänge ihres künstlerischen Schaffens. Eher zufällig lernte sie in der Waldorfschule ihrer Söhne das Flechten mit Weidenruten und Peddigrohr kennen. Anschließend belegte sie Kurse im Flechtwerkgestalten. Seit damals bringe sie die künstlerische Arbeit mit Weiden immer wieder ins Gleichgewicht, erzählt die 55-Jährige. „Es wirkt harmonisierend auf Körper und Seele.“

Die Passion der Künstlerin reicht aber noch viel weiter: Sie war mit ihren Arbeiten schon in diversen namhaften Ausstellungen vertreten, gibt seit 2012 Kurse in ihrer Werkstatt in der Alvingheide und im Münsterland für Anfänger, Weidenbegeisterte, Pädagogen und Künstler und hat soeben im Eigenverlag ihr erstes Buch „Mit der Weide verbunden“ veröffentlicht.

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