Nach langer Krankheit hat Detlef Gilleßen (57) eine neue Stelle gefunden
„Ältere bringen Wissen mit“

Senden -

Auch älter Menschen haben nach einer Phase der Arbeitslosigkeit Chancen, einen neuen Job zu finden. Das zeigt das Beispiel des Sendeners Detlef Gilleßen, der nach langer schwerer Krankheit zur Firma Mewes vermittelt werden konnte.

Freitag, 08.02.2019, 16:28 Uhr
Dank Vermittler Bernd Krug (l.) haben der Sendener Detlef Gilleßen (2.v.l.) und die Lüdinghauserin Sabina Kunz bei Thomas Mewes eine Anstellung gefunden.
Dank Vermittler Bernd Krug (l.) haben der Sendener Detlef Gilleßen (2.v.l.) und die Lüdinghauserin Sabina Kunz bei Thomas Mewes eine Anstellung gefunden. Foto: Agentur für Arbeit

Für Detlef Gilleßen war die Welt lange Zeit in Ordnung. Er hatte eine leitende Position im Vertrieb und war seit 37 Jahren bei seinem Arbeitgeber beschäftigt. Dann wurde der Sendener krank und schwerbehindert. Er konnte seinen Job nicht mehr ausüben, rutschte in die Arbeitslosigkeit. Hoffnung auf einen neuen Job machte er sich nicht mehr. Mit gezielter Hilfe der Agentur für Arbeit Coesfeld konnte er nun doch wieder eine neue Tätigkeit aufnehmen.

„Ich bin weit über 50, da habe ich mir wenig Chancen auf eine adäquate Stelle ausgerechnet“, sagt der 57-Jährige. Bernd Krug, Arbeitsvermittler für Schwerbehinderte und Rehabilitanden bei der Agentur für Arbeit Coesfeld, ließ jedoch nicht locker, heißt es in einer Mitteilung. Er machte Gilleßen im August 2018 ein Angebot für einen Arbeitsplatz bei der Firma Mewes Teppichmanufaktur in Dülmen. „Ich kenne den Inhaber des Unternehmens schon viele Jahre, daher war ich mir sicher, dass beide gut zusammenpassen würden“, betont Krug.

Mit wenig Zuversicht griff Gilleßen zum Hörer und rief beim Dülmener Unternehmen an. Dort sprach er mit Thomas Mewes, dem Inhaber und Geschäftsführer der Teppichmanufaktur. „Wir haben fast zwei Stunden telefoniert und lagen sofort auf einer Wellenlänge“, ist Gilleßen noch heute begeistert. Auch für Mewes war schnell klar, dass es passte. Der Unternehmer setzt zudem gerne auch auf Mitarbeiter mit viel beruflicher Erfahrung. „Dadurch lassen sich anstehende Projekte und Arbeitsabläufe schneller umsetzen beziehungsweise optimieren und unsere jungen Mitarbeiter nehmen dieses Wissen ebenso gerne auf. Die Jahre bis zur Rente so zeigt es unsere Erfahrung, kann man noch sehr erfolgreich zusammenarbeiten.“

Seit Oktober ist Gilleßen nun bei der Firma Mewes beschäftigt. Die Position ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Die Agentur für Arbeit gibt eine Förderung an den Arbeitgeber dazu: „Man darf nicht vergessen, dass Herr Gilleßen durch Krankheit und Arbeitslosigkeit drei Jahre aus seinem Beruf raus war und in einer neuen Branche eingestiegen ist“, so Arbeitsmarktexperte Krug und verdeutlicht, dass damit auch ein hoher Einarbeitungsaufwand für die Firma verbunden ist.

Die ersten Arbeitstage waren für den Sendener dementsprechend anstrengend: „Es gab viel Neues für mich, daher musste ich anfangs viel zuhören. Aber es war auch sehr spannend.“ Vor allem im Vertrieb soll Gilleßen seine Erfahrungen einbringen und neue Schwerpunkte setzen. Eine weiter ältere Mitarbeiterin fand Mewes über die Agentur mit der 50-jährigen Lüdinghauserin Sabina Kunz.

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