„Herren 39“ räumt die Regale
Flucht vor weiteren Baustellen

Senden -

Sie sind beschlagen in ihrer Branche, behaupten sich seit vielen Jahrzehnten mit der Modebox in der Biete, doch ihren jüngeren Standort geben sie auf: Heike und Guido Jürgensmeier ziehen sich als Betreiber von „Herren 39“ zurück.

Mittwoch, 13.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 13:12 Uhr
Halten in der Modebox weiter den Kontakt zu den treuen Kunden: Heike (l.) und Guido Jürgenmeier mit ihrer Kollegin Gitte Barziok.
Halten in der Modebox weiter den Kontakt zu den treuen Kunden: Heike (l.) und Guido Jürgenmeier mit ihrer Kollegin Gitte Barziok. Foto: di

Und es bröckelt doch! Der Herrenausstatter „Herren 39“ schließt zum Ende dieses Monats. Guido und Heike Jürgensmeier, in der Branche ebenso beschlagene wie erfahrene Händler, haben sich diesen Schritt nicht leicht gemacht. Und mit dieser Entscheidung schon etwas länger gehadert. Was den Ausschlag gegeben hat, teilen die Betreiber ihren Kunden selbst per Aushang mit: „Aufgrund der Baustellensituation in der Gartenstraße, Einfahrt Herrenstraße bzw. Laurentiusplatz und den Erfahrungen der Baustelle Eintrachtstraße 2018 befürchten wir einen weiteren Rückgang der Kundenfrequenz.“

Eigentlich ein „gutes Pflaster“

Den Dülmenern, die seit Jahrzehnten mit der Modebox in der Biete in Senden erfolgreich Präsenz zeigen, ist ziemlich klar, was durch das Bauen auf sie zukommt. Sie bedauern, dass sich ihr Umfeld – zumindest auf Zeit – verändert. Die Schlussfolgerung: „Man muss, wenn man klug ist, die Zeichen erkennen“, sagt Guido Jürgensmeier. Für ihn gilt gleichwohl, dass er an den Handelsplatz Senden glaubt. Weshalb an der Modebox nicht „gerüttelt“ wird; dort werde künftig auch Herren-Kleidung angeboten. Die „ausgeprägte Treue“ der Kunden, ihre Freundlichkeit, anspornendes Feedback aufgrund intensiver Beratung – das alles schätzen und lieben Guido und Heike Jürgensmeier und ihr Team in Senden. Die höhere Kaufkraft am Ort und „eine auskömmliche Frequenz“ hätte gereicht, um „Herren 39“ gut drei Jahre lang am Markt zu halten. Der Abschied erfolge „definitiv nicht aus Gründen, dass man hier nicht erfolgreich sein kann“.

Markt rückt vor zum Brunnen

Markttreiben am Laurentius-Brunnen: Diese Aussicht könnte dem Ortskern gut tun. Ab nächster Woche ist es soweit. Am 21. Februar (Donnerstag) bauen die Beschicker ihre Stände und Wagen am neuen Standort auf. Grund ist der Beginn der Umgestaltung am Kirchplatz. Aus der Not könnte eine Tugend werden.

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Doch bereits während der bisherigen Baumaßnahmen und der einhergehenden Umleitungen hätten sie Dämpfer im Umsatz verbucht, so die Einzelhändler, die auch Kunden aus dem Umland und ihrer Heimat Dülmen angelockt haben.

Die Strategie, die Einbußen durch die Bauvorhaben zumindest zum Teil durch eine niedrigere Miete wettzumachen, schlug fehl, schildert der 59-jährige Kaufmann. Gespräche habe er darüber mit dem Immobilienbesitzer geführt – allerdings vergeblich. Als nun ein Vertrag auslief, wurde er nicht erneut besiegelt.

Gerüchteküche im Ortskern brodelt

Während damit eine echte Nachricht für den Ortskern zu verbreiten ist, machen darüber hinaus einmal mehr Gerüchte die Runde. Demnach ziehe sich nicht nur der Sportshop zurück, sondern weitere Händler hauen in den Sack, wird kolportiert. Auch der Name des neuen Kinderkleidungsgeschäft auf der Münsterstraße fällt in diesem Zusammenhang. Aber die WN-Nachfrage bei Mariposa ergab, dass an dieser stillen Post „überhaupt nichts dran ist“.

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