Seminar am Schloss Senden
Parkpflege mit dem Denkmalschutz vereint

Senden -

Motorsägen kreischen, fressen sich durch das Holz der Bäume – sehr behutsam und umsichtig. Schließlich geht es nicht darum, die Bäume zu fällen, sondern um dem Wildwuchs im Sendener Schlosspark ein Ende zu bereiten.

Sonntag, 17.02.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 17:56 Uhr
Die Weide an der Gräfte wurde mit der Motorsäge gestutzt.
Die Weide an der Gräfte wurde mit der Motorsäge gestutzt. Foto: anw

Motorsägen kreischen, fressen sich durch das Holz der Bäume – sehr behutsam und umsichtig. Schließlich geht es nicht darum, die Bäume zu fällen, sondern um dem Wildwuchs im Sendener Schlosspark ein Ende zu bereiten. Einzig dem übermannshohen Lebensbaum an der linken Seite des Schlossinnenhofs wurde der Garaus gemacht. Nur noch ein kläglicher Stumpf zeugt von seiner Existenz.

Motorsägen sind die nicht einzigen Geräte, die im Schlosspark im Einsatz sind: Ast- und Baumscheren, Spaten, Harken, Schubkarren und der große Schredder des Gemeindebauhof, der aus dem Schnittgut fast im Minutentakt Mulch herstellt.

Der Verein Schloss Senden, der LWL- Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen und die Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hatten am Samstag zum Kleinen Parkpflegeseminar eingeladen und zahlreiche Sendener waren der Einladung gefolgt, um bei bestem Vorfrühlingswetter den Schlosspark wieder auf Vordermann zu bringen.

Insgesamt beteiligten sich 50 Interessenten an dem Seminar.

Insgesamt beteiligten sich 50 Interessenten an dem Seminar. Foto: anw

Dr. Martina Fleßner, Geschäftsführerin des Schlossvereins, freut sich über die gute Resonanz auf die Einladung: „Wir haben rund 50 Anmeldungen bekommen. Die Liste war sehr schnell voll – ohne großes Zutun.“

Vor allem ist Fleßner von den vielen jungen Teilnehmern angetan: „Wir haben ein sehr junges Team zusammen bekommen.“ Egal, ob Jung oder Alt: Alle Teilnehmer des Kleinen Parkpflegeseminars waren engagiert bei der Sache und stellten ihren freien Samstag ehrenamtlich in den Dienst einer guten Sache.

Sie schnitten Bäume und Sträucher zurück, räumten die Schnittguthaufen aus dem Vorjahr ab, säuberten das Ufer der Gräfte. „Ein Ziel dieser Arbeit ist es unter anderem, die Sichtachsen des Schlosses wieder herauszuarbeiten“, erklärt Martina Fleßner eine der Grundlagen, die die Denkmalpflege-Experten des LWL in dem Parkpflege-Werk für Schloss Senden erarbeitet und festgelegt haben. Viel Arbeit liegt vor dem Verein Schloss Senden und die ist auch mit diesem zweiten Parkpflegeseminar längst nicht getan.

Bevor die Teilnehmer loslegen konnten, gab Diplom- Ingenieur Marcus Weiß eine genaue Einweisung in die anstehenden Tätigkeiten, um den Anforderungen des Pflegewerks Genüge zu tun. Weiß sieht die Aufgabe der LWL-Denkmalpfleger vor allem darin, den Verein Schloss Senden bei seiner Arbeit zu unterstützen: „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe.“

„Die Arbeiten gehen Hand in Hand. Hier weiß jeder, was er zu tun hat“, sagt Bodil Kerstin, die am Samstag ihren Beitrag dazu leisten wollte, Schloss Senden wieder lebendig zu machen.

Bei Judith Sefedini (21), Sinan Kali (18) und Lucas Ensberg (17) ist der Grund, warum sie beim Parkpflegeseminar mit anfassen, ein ganz ähnlicher: „Senden ist unsere Heimat und wir möchten etwas für den Erhalt unserer Heimat tun.“

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