Preis für ehrenamtliches Engagement
Einsatz würdigen – aber wie?

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Das bürgerschaftliche Engagement in Senden soll noch stärker anerkannt werden. Über den Weg wird noch diskutiert.

Freitag, 22.02.2019, 15:58 Uhr aktualisiert: 28.02.2019, 13:38 Uhr
Bürgermeister Sebastian Täger ist es ein Anliegen, besonderes ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Auf welche Weise das geschehen soll, wird in der Politik derzeit diskutiert.
Bürgermeister Sebastian Täger ist es ein Anliegen, besonderes ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Auf welche Weise das geschehen soll, wird in der Politik derzeit diskutiert. Foto: sff

Bürgermeister Sebastian Täger bezeichnete es am Donnerstagabend im Sozialausschuss als ein „tolles Angebot, das wir auch nutzen sollten“. Die Sparkasse Westmünsterland möchte das Preisgeld für den jährlichen Umweltpreis der Gemeinde von 1000 auf 1500 Euro aufstocken. Allerdings sollen dann nicht mehr nur ökologische Projekte unterstützt werden, vielmehr möchte man „ausdrücklich das gesamte ehrenamtliche Engagement der Bürger“ in all seinen Facetten gewürdigt wissen. Doch auf welche Art und Weise? Die Verwaltung schlägt die Einführung eines „Ehrenamtspreises“ vor, der im Wechsel mit dem Umweltpreis alle zwei Jahre vergeben werden sollte.

Diese Neuausrichtung komme auch dem Umstand entgegen, dass es in der Vergangenheit „oft“ schwierig gewesen sei, überhaupt genügend Vorschläge für den Umweltpreis zu bekommen. „Wir mussten nochmals und nochmals aufrufen“, berichtete Täger. Oder Preisträger seien wiederholt vorgeschlagen worden. Bei dem neuen Preis wisse er aber auch, dass es „sehr schwierig“ werde, eine Messlatte zu finden, die dem breiten ehrenamtlichen Engagement in Senden gerecht wird.

Wolfgang Dropmann (Grüne) begrüßte den Vorstoß: „Das ist eine sehr gute Sache.“ Die angedachte Aufteilung gefalle ihm jedoch nicht. „Die Themen Klima- und Artenschutz werden jetzt immer noch aktueller“, weshalb er sich „jedes Jahr jeden Preis“ wünsche und das mit jeweils 1000 Euro. Der Fehlbetrag solle über die Gemeindekasse gedeckt werden. Alfons Hues ( CDU ) sprach von einem „heiklen Thema“. Aus seiner Erfahrung könne er nur sagen: „Wenn Einzelne gelobt werden, dann kann das bei anderen zu Verdruss und zu bösem Blut führen.“ Es bestehe die Gefahr einer „Galionsfigur“. Deshalb fände er es besser, dem Ehrenamt auf breiterer Basis alle paar Jahre etwa mit einem Kabarett-Abend zu danken.

Günter Wierling (CDU) sah das genauso. Wenn der Einzelne im Fokus stehe, „stößt man vielleicht den einen oder anderen vor den Kopf“. Dann könne man besser „die Finger davon lassen“ und lieber eine Gala-Veranstaltung „für die breite Masse“ machen, was es - als Ergebnis des Demographie-Prozesses – ja auch schon ein- oder zweimal mit „sehr gutem“ Erfolg gegeben habe. Dagegen sah Dropmann „keine Neid-Diskussionen“ aufkommen. Denn in der Regel würden solche Preisträger ja stellvertretend für eine Gemeinschaft oder einen Verein stehen, und die Auszeichnung werde als Anerkennung für die gesamte Gruppe verstanden.

Im Grundsatz sei eine Vertiefung der Anerkennungskultur für das Ehrenamt nur zu begrüßen, erklärte Jan-Peter Klingelhöfer (SPD). Und das war letztlich auch die einhellige Meinung des Ausschusses, über das „Wie“ bestehe aber noch großer Abstimmungsbedarf, zog der Vorsitzende Ludger Schöning (SPD) ein Fazit.

Nach Auffassung von Bürgermeister Täger bestehe auch die Möglichkeit, statt getrennter Umwelt- und Ehrenamtspreise künftig jedes Jahr nur eine gemeinsame Ehrung vorzunehmen und das dann als „Bürgerschaftspreis“ zu benennen. Dieser Begriff war zuvor von Wierling in die Diskussion gebracht worden, weil er seiner Meinung nach besser geeignet sei, die breite Vielfalt des Bürgerengagements abzubilden als der Titel eines Ehrenamtspreises.

Die Vorberatungen zu diesem Thema werden am 26. Februar im Umweltausschuss und am 14. März im Haupt- und Finanzausschuss fortgesetzt.

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