Umweltausschuss unterstützt einstimmig Carsharing-Initiative
Stadtteilautos bald auch in Senden

Senden -

In Senden soll ein Carsharing-Angebot etabliert werden. Etwa 25 bis 30 Privatpersonen, die nur sporadisch ein Auto brauchen, könnten dann gemeinsam kostengünstig ein Fahrzeug nutzen. Für dieses Projekt hat der Umweltausschuss einstimmig die gemeindliche Unterstützung zugesagt.

Mittwoch, 27.02.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 28.02.2019, 13:39 Uhr
Umweltausschuss unterstützt einstimmig Carsharing-Initiative: Stadtteilautos bald auch in Senden
In Münster sowie in viel anderen größeren, aber auch kleineren Städten gehören Stadtteilautos bereits zum Alltag. Bei Bedarf können sie via App gebucht werden. Die Sendener Kommunalpolitiker haben das System des Carsharings nun auch für die Stevergemeinde ins Auge gefasst. Foto: colourbox

Wer nur ab und zu ein Auto oder einen Zweitwagen braucht, der kann sich doch besser kostengünstig ein Fahrzeug mit anderen teilen. Zumal dadurch obendrein Verkehr, Umwelt und Parkraum entlastet werden. Mit dieser Zielsetzung unterstützt die Gemeinde Senden das Vorhaben, vor Ort ein Carsharing-Angebot zu etablieren. Dies soll privatwirtschaftlich und ohne kommunale Subventionen organisiert und durchgeführt werden. Die Gemeinde stellt jedoch Parkplätze im öffentlichen Raum für die Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung. Das hat der Umweltausschuss am Dienstagabend einstimmig beschlossen und damit grünes Licht für weitere organisatorische Schritte gegeben.

Steffen Schmidt von der „Stadtauto Carsharing Münster GmbH“ hatte den Kommunalpolitikern zuvor einen Überblick über die Möglichkeiten und Voraussetzungen für Carsharing gegeben. Das 1998 gegründete Unternehmen bietet aktuell an 63 Stationen im Münsterland insgesamt 210 Fahrzeuge – darunter auch Elektro- und Hybridautos – für rund 5400 Nutzer an. „Wir brauchen mindesten 25 bis 30 Nutzer pro Fahrzeug, um es wirtschaftlich betreiben zu können“, erklärte Schmidt mit Blick auf Senden. Hier böten sich insbesondere der Busbahnhof und der Parkplatz am K+K-Markt als Standorte für jeweils zwei Fahrzeuge an.

Für diejenigen, die ein Auto nur gelegentliche brauchen, rechne sich Carsharing finanziell. „Inklusive Abschreibung kostet ein Privatwagen monatlich circa 300 bis 400 Euro“, führte der Referent aus. Im Carsharing-Komfort-Tarif mit einem VW Passat beispielsweise schlage ein Fahrt nach Münster mit vierstündiger Nutzung mit 25,28 Euro zu Buche. Die zweistündige Nutzung eines Kleinwagens mit 15 gefahrenen Kilometern koste 6,68 Euro. Falls die Gemeindeverwaltung außerhalb der Dienstzeiten eigene Fahrzeuge für den Stadtteilauto-Fuhrpark zur Verfügung stellten würde, könnten die Kosten gesenkt werden.

„Wir sollten jetzt erst einmal dafür sorgen, dass Parkplätze für das Carsharing zur Verfügung gestellt werden“, plädierte der Ausschussvorsitzende Rolf Wiederkehr (Grüne) für einen ersten konkreten Schritt zur Verwirklichung des Vorhabens. Jan-Peter Klingelhöfer (SPD) fragte nach, wie die Buchung der Fahrzeuge organisiert werden soll. Das sei sowohl telefonisch als auch über eine App „an 365 Tagen im Jahr über 24 Stunden möglich“, entgegnete Schmidt. Roland Wieging (CDU) wollte wissen, ob eine Kostenbeteiligung durch die Gemeinde möglich sei. Aufgrund rechtlicher Vorgaben schloss der Beigeordnete Klaus Stephan eine öffentliche Subventionierung des privatwirtschaftlichen Projektes aus. Eine indirekte Unterstützung durch die Gemeinde, zum Beispiel durch Öffentlichkeitsarbeit für Carsharing, könne allerdings zugesagt werden.

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