Equal Pay Day in Senden
Atmosphäre elektrisiert Frauen

Senden -

Leuchtend rote Taschen prägten am Samstag das Bild rund um den Laurentiusbrunnen im Sendener Ortskern.

Sonntag, 17.03.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 09:04 Uhr
Gemeinsam im Einsatz für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern: Einige KFD-Frauen mit Bürgermeister Sebastian Täger (5.v.r.), Ulla Röttger für die KFD (6.v.r.) und der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Svenja Hähnel (3.v.r.).
Gemeinsam im Einsatz für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern: Einige KFD-Frauen mit Bürgermeister Sebastian Täger (5.v.r.), Ulla Röttger für die KFD (6.v.r.) und der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Svenja Hähnel (3.v.r.). Foto: jpk

Leuchtend rote Taschen prägten am Samstag das Bild rund um den Laurentiusbrunnen im Sendener Ortskern. Die Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland in Senden und die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Svenja Hähnel sorgten mit dieser Aktion zum sogenannten Equal Pay Day für Sichtbarkeit.

Der diesmal bundesweit am 18. März begangene Tag markiert symbolisch das Datum, bis zu dem Frauen rechnerisch umsonst arbeiten, während Männer bereits ab Jahresbeginn „entlohnt“ werden. Um auf ein vergleichbares Jahresgehalt wie Männer zu kommen, müssten Frauen das vergangene Arbeitsjahr um 77 Tage verlängern. Auf das Jahr 2018 verteilt ergibt sich für Frauen daher eine Lohnlücke von durchschnittlich 21 Prozent. Diese Ungerechtigkeit trieb viele Sendenerinnen auf die Straße. Ulla Röttger von der KFD freute sich über „so viele eigene Teilnehmer und Beteiligung wie noch nie.“

Die Frauen waren von der Atmosphäre elektrisiert. Schnell wurden deshalb die insgesamt 100 auffälligen roten Taschen, die dank Unterstützung durch lokale Gewerbetreibende neben Informationsmaterial kleine Überraschungen, Drogerieartikel und Süßigkeiten enthielten, verteilt. Als Markenzeichen und Türöffner für zahlreiche Gespräche fanden sie eine großartige Resonanz. Das könne aber trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Anlass nicht allen so „in den Köpfen präsent ist“, es gäbe weiterhin viel zu tun, so Röttger.

Dieses Jahr steht der Aktionstag bundesweit unter dem Motto „Wertsache Arbeit“ und legt den Fokus auf die unterschiedliche Bezahlung und die Wertschätzung unterschiedlicher Tätigkeiten. Frauen arbeiten überwiegend in Berufen aus den Bereichen Soziale Arbeit, Haushaltsbezogene Dienstleistungen, Gesundheit und Erziehung - sogenannte „SAHGE“-Berufe.

Im Unterschied zu den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik) werden diese Tätigkeiten schlechter beziehungsweise gar nicht bezahlt. Aus diesem Umstand leiten die KFD-Frauen Forderungen ab. Ulla Röttger betonte, dass es wichtig sei, körperliche und „Kopf“-Arbeit gleich zu bemessen. Vor allem die psychosozialen Belastungen müssten ebenso wie Weiterqualifizierungen und Aufstiegschancen berücksichtigt werden. Bei den Mitarbeitern in der Verwaltung der Gemeinde Senden gibt es anders als in der freien Wirtschaft keine Lohnunterschiede, betonte Svenja Hähnel. Daher möchte sie „Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und unterstützen wo sie kann.“

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