Trauerhalle Thema bei Ottmarsbocholter Schützen
Ohne Eigenleistung geht es nicht

Ottmarsbocholt -

Die Trauerhalle für Ottmarsbocholt war ein zentrales Thema bei der Generalversammlung der St. Johannesbruderschaft. Und die ist in diesem Fall nicht nur bei Brauchtumspflege und Feiern gefragt.

Montag, 18.03.2019, 18:36 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 14:30 Uhr
Im Saal der Gaststätte Vollmer kamen nur relativ wenige Angehörigen der St. Johannesbruderschaft zusammen.
Im Saal der Gaststätte Vollmer kamen nur relativ wenige Angehörigen der St. Johannesbruderschaft zusammen. Foto: ure

„Hier im Raum sind wir uns einig, dass wir eine Trauerhalle haben wollen“, erklärte Patrick Alfs auf der Generalversammlung der St. Johannesbruderschaft am Samstagabend in der Gaststätte Vollmer. Im Gemeinderat sehe das jedoch völlig anders aus, so der CDU-Ortsverbandsvorsitzende weiter. „Dort gibt es Fraktionen“, die nach wie vor die Auffassung verträten, dass Ottmarsbocholt keinen Ersatz benötige, wenn die vorhandene Leichenhalle im Spätsommer diesen Jahres abgerissen wird. Da werde auf die Mitbenutzung der entsprechen Aufbahrungsmöglichkeiten in Senden und Bösensell verwiesen. „Es war ein ganz schöner Kampf“, Mehrheiten dafür zu gewinnen, dass das „nicht die Alternative sein kann“.

Wenig Resonanz bei der Generalversammlung

Der Besuch der Generalversammlung der Johannesbruderschaft vor einem Jahr wurde jetzt im Rückblick als „eher rar“ bewertet. Damals hatten 45 Mitglieder teilgenommen. Mit Blick auf die am Samstag nun noch dünner besetzten Reihen konstatierte Schriftführer Frank Rottmann: „Ich weiß gar nicht, wie ich das heute noch toppen soll.“ Diesmal waren 35 Personen zugegen – und es wurde über die Ursachen der niedrigen Beteiligung diskutiert.Roland Wieging sprach die Kollision mit der Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie an. Deshalb hatten sich im Vorfeld auch Kaiser Josef Rave, Ehrenvorsitzender Heinz Weppelmann und Präses Pfarrer Klemens Schneider entschuldigt. Das sei dumm gelaufen, sagte der Vorsitzende Uwe Horstmann. Künftig wolle man sich besser abstimmen.Marc Füstmann und Thomas Kamlage mahnten an, über die Mitteilung in der Zeitung hinaus, den 515 Mitgliedern eine persönliche Einladung zu schicken. Dies auf elektronischem Weg zu tun, reiche aber nicht aus, weil solche Nachrichten in der Flut von Mails schnell untergingen. Die Schützen müssten wirklich einen „richtigen“ Brief in die Hand bekommen. Die nicht unerheblichen Kosten des Portos sollten da kein Hinderungsgrund sein. Es gab es aber auch Stimmen, die diese Meinung nicht teilten. Jeder müsse in seinem Bekanntenkreis Mund-Propaganda betreiben, das werde mehr bringen, meinte Reinhard Dabbelt.

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Keine Alternative habe es aber ebenso wenig dazu gegeben, von den Ottmarsbocholtern eine Eigenleistung in Höhe von 25 Prozent der Gesamtkosten „anzustreben“. Man müsse sich darüber im Klaren sein, „dass wir sonst keine Trauerhalle bekommen werden“, betonte der Politiker. Erst in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hätten namentlich die Grünen „erneut“ den Versuch unternommen, Ottmarsbocholt die Trauerhalle streitig zu machen mit dem Argument, die Ressourcen des ohnehin schon völlig überlasteten Bauamtes seien dafür zu schade. „Auch die anderen kleineren Fraktionen wollen das nicht“, so Alfs. Wichtig seien jetzt Signale der Vereine, die die Bereitschaft zu Eigenleistungen erkennen lassen, „um uns im Gemeinderat den Rücken zu stärken“.

Vorsitzender Uwe Horstmann zeichnete Andreas Brodherr (kleines Bild, 3.v.l.) als Ehrenvorsitzenden aus.

Vorsitzender Uwe Horstmann zeichnete Andreas Brodherr (kleines Bild, 3.v.l.) als Ehrenvorsitzenden aus. Foto: ure

Welches Selbsthilfe-Potenzial in Ottmarsbocholt schlummere, habe man in der Vergangenheit des Öfteren gesehen: „Die können´s“, verteilte der stellvertretende Bauamtsleiter Klaus Mende insbesondere am Beispiel Tennisheim / Schießstand ein dickes Kompliment.

Die können´s.

Klaus Mende über die handwerklichen Leistungen der Schützenbruderschaft

Schützenbruder Holger Heine griff das auf. Damals seien mit Tennisclub und Schützen nur zwei Vereine tangiert gewesen. Wenn nun das ganze Dorf mitziehe, könne auch hier sicherlich eine Menge bewegt werden. Die jetzt anstehenden Gesamtkosten wurden von Mende mit 400 000 Euro beziffert, „wenn die Außenfassade aus Holz erstellt wird“, was die Verwaltung dem Bezirksausschuss am 4. April auch so vorschlagen werde. Mauerwerk mit Klinker, was einige Schützen lieber sehen würden, käme definitiv teurer – wenn man diese Arbeiten komplett vergibt. Eine Entscheidung hierüber sollte im Bezirksausschuss nach Auffassung von Mende unter rein architektonischen Gesichtspunkten getroffen werden und nicht unter dem Aspekt, ob es genügend ehrenamtliche Maurer gebe.

Kritische Töne in Richtung Sozialwerk St. Georg

Franz-Josef Zumvenne griff das Sozialwerk St. Georg an und warf ihm Wortbruch vor. „Beteiligen sich die denn jetzt wenigstens an den Kosten?“ Ein Zuschuss sei „in Aussicht gestellt“ worden, teilte Mende mit, ohne dabei Angaben über dessen Höhe zu machen. Darüber hinaus werde die katholische Kirche eine Finanzspritze geben. „Die ist zugesagt.“

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