Einspruch der Gewerkschaft: Gewerbefest Senden-Süd nicht zulässig
Außer Spesen nix gewesen

Senden -

Das für den 28. April geplante „Gewerbefest Senden-Süd“ fällt ins Wasser. Knackpunkt ist die sonntägliche Ladenöffnung der beteiligten Einzelhändler. Laut Auskunft der Gemeinde hält die Gewerkschaft Verdi das Vorhaben in der geplanten Form für „nicht zulässig“.

Donnerstag, 04.04.2019, 19:32 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 19:40 Uhr
Gut besucht war das Gewebefest Senden-Süd vor fünf Jahren (Foto). Aufgrund der bestehenden Rechtslage ist eine Durchführung in derselben Form, mit geschäftsoffenem Sonntag, offenbar nicht mehr möglich.
Gut besucht war das Gewebefest Senden-Süd vor fünf Jahren (Foto). Aufgrund der bestehenden Rechtslage ist eine Durchführung in derselben Form, mit geschäftsoffenem Sonntag, offenbar nicht mehr möglich. Foto: sff

„Let‘s go West“ heißt es am Samstag und Sonntag in Ascheberg. Fast 40 Unternehmen präsentieren sich dort im Rahmen einer Gewerbeschau. Ähnliches hatten sich rund 30 Betriebe im Gewerbegebiet Senden-Süd für den 28. April (Sonntag) vorgenommen. Doch anders als in der Nachbarkommune ist dieses Vorhaben in Senden im Sande verlaufen. Denn ein zu erwartender Einspruch der Gewerkschaft Verdi schwebte wie ein Damoklesschwert über dem Vorhaben „Gewerbefest Senden-Süd“, das turnusmäßig eigentlich alle fünf Jahre stattfindet. Knackpunkt waren geplante Ladenöffnungen am Sonntag. Außer Spesen nix gewesen, also.

Kopfschüttelnd blickt Karin Disseler auf die Entwicklung der vergangenen Wochen. Die Geschäftsfrau gehört zum neunköpfigen Organisationsteam, das im September zum ersten Mal tagte. „Wir hatten unter anderem vor, so wie vor fünf Jahren, wieder Hubschrauber-Rundflüge anzubieten und einen Trödelmarkt am Messingweg zu organisieren. Jedes Mitglied wollte sich mit einer Aktion beteiligen“, berichtet Disseler im WN-Gespräch. Das Konzept sei Anfang des Jahres zur Prüfung und Abstimmung an die Gemeinde Senden weitergereicht worden. Die habe – mit Blick auf bezüglich der vorgesehenen Ladenöffnungen Bedenken geäußert.

Das bestätigt Stefan Vorspohl: „Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen der nach dem Ladenöffnungsgesetz vorgeschriebenen Beteiligung auf ein Gerichtsurteil aus Arnsberg hingewiesen, dass dieses Gewerbefest in der bis dato geplanten Form als ,Selbstzweck‘ für die geplante Sonntagsöffnung nicht zulässig ist“, erläutert der Sachgebietsleiter Bürgerservice und Ordnung der Gemeinde Senden auf WN-Anfrage. Außerdem habe zwischenzeitlich auch das Oberverwaltungsgericht Münster festgestellt, dass die von der Landesregierung „großzügig formulierte Neuregelung“ im Ladenöffnungsgesetz rechtlich nicht haltbar seien.

„Ist über Verdi der blaue Himmel? Muss man so etwas hinnehmen“, fragt sich Disseler. Ohne eine Ladenöffnung für die Einzelhändler hätte das Gewerbefest für diese Betrieb „keinen Sinn gemacht“. Die Initiatoren wollen sich jedoch nicht entmutigen lassen, sagt die Geschäftsfrau. Darum sollen nun die rechtlichen Möglichkeiten geklärt werden. Gleichwohl bleibe ein „bitterer Beigeschmack“ für die Betroffenen. „Wir hier im Gewebegebiet Süd bleiben total außen vor und dürfen auch nicht öffnen, wenn das sonntags das Maifest oder der Sendener Herbst im Ortskern stattfinden“, so Dissler. Sie könne nicht nachvollziehen, dass dazu nicht einmal alle fünf Jahre die Gelegenheit gegeben werde.

Mit Blick auf die Haltung der Gewerkschaft und die Folgen sagt Manfred Tiemann, Vorsitzender des Gewerbevereins: „Wir sollen gegen Amazon & Co. kämpfen. Aber wie soll das gehen, wenn man uns die Waffen nimmt?“

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