Vandalismus an St.-Johannes-Kirche
Nicht nur fremdes Eigentum, auch der Glaube wird verletzt

Bösensell -

Die Fälle von Vandalismus in und an der St.-Johannes-Kirche häufen sich. Gleichwohl setzt die Pfarrgemeinde zunächst noch auf Vergebung und räumt den Verursachern die Chance ein, Reue zu zeigen. Wenn nicht, greifen andere Maßnahmen.

Freitag, 05.04.2019, 06:00 Uhr
Eine Scheibe wurde eingeworfen und der Altar mit Wachs beschmutzt: Diese und weitere Fälle von Vandalismus rufen die Pfarrgemeinde und womöglich noch die Polizei auf den Plan.
Eine Scheibe wurde eingeworfen und der Altar mit Wachs beschmutzt: Diese und weitere Fälle von Vandalismus rufen die Pfarrgemeinde und womöglich noch die Polizei auf den Plan. Foto: di

Katholische Kirchen sind in aller Regel tagsüber geöffnet – um somit offen zu stehen für alle Menschen, die einen Raum für Ruhe und Rückzug, für Besinnung und Gebet suchen. Dass diese Möglichkeit auch und gerade in Bösensell rege genutzt wird, weiß die Pfarrgemeinde. Dennoch könnte sich die Situation in der St.-Johannes-Kirche ändern. Denn die Gesamtpfarre St. Laurentius und ihre vielen Helfer in Bösensell vor Ort registrierten in jüngster Zeit, verstärkt Fälle von Vandalismus in und an der Kirche. „Das wollen wir nicht mehr einfach so hinnehmen“, lautet die Devise der Kirchengemeinde.

Eine ganze Liste von Beschädigungen oder Stiften von Durcheinander im Kirchenraum ist dort aufgelaufen. Dazu gehört ein zerstörtes Kirchenfenster, dessen Loch im Glas von einem Kieselstein herrühren dürfte, wie es vor der Presse hieß. Mit Gewalt seien an der Fassade der Kirche mehrere Blitzableiter aus ihrer Verankerung in der Erde gerissen worden. Muskelkraft und behelfsmäßiges Werkzeug kamen zum Einsatz beim Versuch, eine verschlossene Box zu öffnen, in der „Gebetsanliegen für die Klarissenschwestern in Senden“ eingeworfen werden können, wie es auf dem Behälter steht. Broschüren, Gebetsbücher und Teelichter landeten verstreut im Kirchenraum – nicht nur auf Bänken, sondern auch im Weihwasserbecken. Sogar am Ewigen Licht auf dem Altar vergriffen sich die unerwünschten Besucher, die Wachs auf dem Altar beziehungsweise seinen Stufen ausschütteten oder mit der heißen Flüssigkeit herumkleckerten. Als „besonders beschämend“ wertet es ein Mitglied des Bezirksausschusses Bösensell in der Kirchengemeinde St. Laurentius, dass Glasfläschchen mit Weihwasser, die zum Mitnehmen gedacht waren, in dem Gotteshaus zerdeppert worden sind, so die Schilderung. Allen „Fällen“ gemeinsam, die sich in den vergangenen Wochen ereigneten, sei Respektlosigkeit nicht nur gegenüber fremden Eigentum, sondern sogar gegenüber Symbolen des Glaubens, die vielen Menschen besonders am Herzen liegen.

Trotz des Ärgers über die Schäden oder den Aufwand, das Gotteshaus wieder in einen würdevollen Zustand zu versetzen, will die Pfarrgemeinde in ihrer Reaktion sozusagen auf Verzeihen setzen – und damit eine christliche Haltung mit Leben erfüllen: Einer Gruppe von Jugendlichen, die in der Kirche und ihrem Umfeld (wo auch eine Scheibe zu Bruch gegangen sei) beobachtet und erkannt worden sei, soll die Chance gegeben werden, Reue zu zeigen. Die Heranwachsenden, die als Verdächtige für den Vandalismus ins Visier geraten sind, können sich bis zum 15. April schriftlich für ihr „Treiben“ entschuldigen. Eine entsprechende Botschaft könne im Briefkasten des Pfarrbüros, Espelstraße 8, oder im „Wunschkasten“ im Vorraum der St.-Johannes-Kirche abgegeben werden.

Falls dies nicht erfolgte, werde die Pfarrgemeinde Anzeige erstatten. Oberstes Ziel sei es, den Schritt, die Kirche im „Dorf“ schließen zu müssen, zu vermeiden.

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