Trauerhalle mit Klinkerfassade
Ortsparlament legt sich fest

Ottmarsbocholt -

Die Trauerhalle in Ottmarsbocholt soll 2020 gebaut werden. Bei Fragen ihrer Gestaltung und der Ausrichtung des Gebäudes rammten die Kommunalpolitiker im Bezirksausschuss jetzt die Pfosten schon mal ein.

Freitag, 05.04.2019, 18:32 Uhr
So soll der Ersatzneubau der Trauerhalle aussehen, lautet das Votum des Bezirksausschusses Ottmarsbocholt
So soll der Ersatzneubau der Trauerhalle aussehen, lautet das Votum des Bezirksausschusses Ottmarsbocholt Foto: Gemeinde Senden

Der Bezirksausschuss versteht sich als „Parlament“ des Ortsteils. Ein Selbstverständnis, auf das der Vorsitzende des Gremiums, Patrick Alfs ( CDU ), zu Beginn der Sitzung pochte. Deshalb dürfte der Weichenstellung, die die Politiker beim Thema Trauerhalle am Donnerstagabend vornahmen, auch Bestand haben, obwohl die Beschlüsse nur empfehlenden Charakter besitzen. Die Mandatsträger rammten jedenfalls bei dem „Ersatzneubau“ (Alfs) nach konstruktiver Debatte die Pfosten ein.

Demnach soll der Ort, an dem würdig und angemessen von Verstorbenen Abschied genommen werden kann, als Klinkerbau auf dem Friedhof errichtet werden und sein Portal zur Straße Kirchfeld hin ausrichten; eine Drehung des Gebäudes um 180 Grad, wie sie im Zuge des KRAKE-Projektes angeregt worden war, lehnten die Kommunalpolitiker ab. Eine dritte Außentüranlage der Halle schätzten die Vertreter der Fraktionen ebenfalls als nicht notwendig ein.

Kostenplan für die Trauerhalle

Gesamtkosten Trauerhalle samt Nebenkosten, Außenanlage und Einrichtung bei Vergabe an Dritte: rund 480 000 Euro (Klinkerfassade); unberücksichtigt bleibt das Grundstück (von der Pfarrgemeinde bereitgestellt, die sich auch finanziell beteiligt); abzuziehen sind Architektenleistung und Bauhof (85 000 Euro); mögliche Eigenleistungen laut Bauamt 75 000 Euro. Diese sind aber nicht Grundvoraussetzung dafür, dass das Projekt realisiert wird, so die Verwaltung.

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Während diese Fragen flott vom Tisch waren, nahmen sich die Mandatsträger Zeit, um sachlich die Vorzüge der Variante A (Holzfassade) und B (Klinker) abzuwägen. Klaus Mende , stellvertretender Leiter des kommunalen Ressorts Bauen und Planen, gab zu bedenken, dass es bei einer Holz-Variante leichter fallen werde, einen hohen Anteil von Eigenleistungen zu akquirieren. Ludger Janning (SPD) appellierte jedoch, „dass wir uns erst klar werden sollten, was wir wollen“, statt auf zuvorderst auf die Finanzierung zu schielen. Dass der „Aufpreis“ von Klinker statt Holz „nur“ 10 000 Euro betrage, wie Mende vorgerechnet hatte, überraschte die Mandatsträger, räumte Rolf Laukemper (CDU) ein: „Wenn das der Preis dafür ist, dann ist das eine schöne Rechnung.“ Diese Einschätzung teilten die meisten seiner Fraktionskollegen (eine Enthaltung), während die SPD der Holz-Fassade den Vorzug gab und sich die Grünen enthielten.

Niemand soll zu Frondiensten herangezogen werden.

Roland Wieging (CDU)

Zum Aspekt des Umfangs von Eigenleistungen aus dem „Dorf“, der zuletzt kritische Reaktionen hervorgerufen hatte, äußerte Roland Wieging (CDU), er habe den Eindruck, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung und bei Vereinen hoch sei, sich bei diesem Projekt einzubringen. Wieging betonte die Freiwilligkeit des Einsatzes: „Niemand soll zu Frondiensten herangezogen werden.“

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