Gelungener Kabarettabend in Senden
Momsen und die Miseren des Mannes

Senden -

Werner Momsen geht es so arg schlecht. Der arme Mann wird alt, ist genervt von seiner Frau, bestimmte Körperfunktionen genügen nicht mehr seinen Standards und früher war ja sowieso alles besser.

Sonntag, 07.04.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2019, 17:00 Uhr
Der Kabarettist Werner Momsen brachte das Publikum immer wieder zum Lachen und erntete auch Szenenapplaus.
Der Kabarettist Werner Momsen brachte das Publikum immer wieder zum Lachen und erntete auch Szenenapplaus. Foto: hha

Werner Momsen geht es so arg schlecht. Der arme Mann wird alt, ist genervt von seiner Frau, bestimmte Körperfunktionen genügen nicht mehr seinen Standards und früher war ja sowieso alles besser. Kein Wunder also, dass der Kabarettist bei seiner Show am Freitagabend im Sendener Rathaus keine anderen Themen kannte, als seine eigene Misere.

Doch ganz egal, wie flach seine Pointen waren, das Publikum im Bürgersaal konnte sich größtenteils vor Lachen nicht mehr halten. Über die seiner Meinung nach ach so schrecklichen Jugend von heute, die ja nur am Handy hängt, ließ sich der Handpuppenredner ebenso aus wie die „Krokodillederhaut“ gebräunter Rentner auf Kreuzfahrt und „kollektiven Urlaubswahn“. Doch das einzige, was er dabei bediente, waren Klischees. Am allerliebsten über angebliche Unterschiede von Männern und Frauen - Männer wie Momsen, Heimwerker, die zu lange an der Baumarktkasse anstehen müssen, im Gegensatz zu Frauen, die sich auch wirklich nie entscheiden können, wohin der Sommerurlaub gehen soll und zuhause immer alle Lichter anlassen müssen, damit sie sich wohlfühlen. Auch Momsens Landsleute aus Norddeutschland mussten einstecken, als er sie mit den feierwütigen Karnevalfans Nordrhein-Westfalens verglich: „Der einzige, der uns vorschreiben kann, wann wir gut drauf sind, ist unser Alkoholpegel“, erklärte der Kabarettist die Gemütszustände der Norddeutschen.

Vom Lamentieren über die Zeitumstellung und vor allem die angebliche Techniksucht der jungen Generation und viel zu große Iphones schreckte er auch nicht zurück. So betonte Momsen, „die Jugend glaubt, die Leute früher haben zum Treffen Brotkrumen ausgelegt“ anstatt zu telefonieren und Alexa, der intelligente Sprachassistent von Amazon, sei „freiwillige Verwanzung“. Doch offensichtlich war Puppenredner auch der Überzeugung, in einem per Handy kontrollierbarem sogenannten SmartHome würden auch Herd, Kühlschrank und Spülmaschine anfangen, über die Essgewohnheiten des Hausherren zu kommunizieren. Und das kommt für Werner Momsen absolut nicht in die Tüte.

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