Hundekot verschmutzt Weiden
Ein Wolf als Abschreckung

Ottmarsbocholt -

Ludger und Frank Fögeling haben die Nase voll: Die Landwirte ärgern sich seit geraumer Zeit über Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf ihrer Wiese am Melkpättken einfach zurücklassen. Vater und Sohn haben daher jetzt eine „tierische“ Abschreckung installiert.

Freitag, 12.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 16:04 Uhr
Hundekot auf der Wiese ist kein nützlicher Dünger, im Gegenteil: Er kann die dort weidenden Kühe mit gefährlichen Krankheitserregern infizieren. Ludger und Frank Fögeling haben am Melkpättken eine Wolfsattrappe als Blickfang aufgestellt, um die Hundehalter für dieses Problem zu sensibilisieren.
Hundekot auf der Wiese ist kein nützlicher Dünger, im Gegenteil: Er kann die dort weidenden Kühe mit gefährlichen Krankheitserregern infizieren. Ludger und Frank Fögeling haben am Melkpättken eine Wolfsattrappe als Blickfang aufgestellt, um die Hundehalter für dieses Problem zu sensibilisieren. Foto: Ulrich Reismann

Ein Wolf wurde unlängst in einer Wiese am Melkpättken gesichtet. Und er steht da immer noch. Fotos von ihm machten bereits in sozialen Netzwerken die Runde. Echt ist er nicht, und lebendig noch weniger. Nur eine Attrappe, die aber für viel Aufmerksamkeit sorgt. Und darauf kommt es Ludger Fögeling an. Der Landwirt hofft, bei den vielen Hundehaltern, die ihre Vierbeiner dort Gassi führen, auf diese unkonventionelle Weise ein Bewusstsein dafür schaffen zu können, dass auf der Wiese wertvolles Futter für seine Kühe wächst. Und deren Gesundheit werde dadurch bedroht, dass Hunde in dem Gras ihr Geschäft machten, betont der Landwirt.

Allzu oft müsse er erleben, dass seine Wiese als öffentliche Hundetoilette angesehen werde, berichtet der Senior des in der Kreuzbauerschaft liegenden Bauernhofes. Aber selbst wenn die Hunde nicht auf die Wiese laufen, kommt es vor, dass der Kot trotzdem dort landet. „Weil ihn Herrchen erst – ganz vorschriftsmäßig – mit einer kleinen Schaufel eintütet, diese Tüte dann jedoch nicht mitnimmt, sondern über den Zaun in unser Gras wirft.“ Offensichtlich seien die Gefahren, denen die Kühe durch solch ein verschmutztes Futter ausgesetzt seien, in der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Weil ihn Herrchen erst mit einer kleinen Schaufel eintütet, diese Tüte dann jedoch nicht mitnimmt, sondern über den Zaun in unser Gras wirft.

Ludger Fögeling

Junior Frank Fögeling spricht von einem hohen Risiko an Tot- und Fehlgeburten. Außerdem könnten auch der Hundebandwurm oder Salmonellen das Milchvieh ernsthaft krank machen.

Die Keimübertragung kann nicht nur direkt auf der Wiese erfolgen. Noch wesentlich kritischer ist es, wenn das Gras geschnitten und anschließend als Heu oder Silage für den Winter konserviert wird. Denn dann wird der Kot dermaßen fein mit dem gesamten Futter vermischt, dass die Kuh überhaupt keine Selektionsmöglichkeit mehr hat, die widerlichen Hinterlassenschaften zu meiden. Und bei eingetüteten Fäkalien kommt die Plastikmüllpro­blematik noch verschärfend hinzu.

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