26-jährige Gartenbauerin entdeckt Granate
Schreck steckt noch in den Knochen

Senden -

Am Tag nach dem Fund einer Granate im Neubaugebiet Buskamp drängt sich die Frage auf, wie die Weltkriegs-Munition in den Garten geraten konnte. Die Gemeinde versichert, dass die Fläche vor der Ausweisung zu Bauland untersucht wurde, der betroffene Boden wurde aber offenbar erst jetzt aufgeschüttet.

Dienstag, 16.04.2019, 19:20 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 19:43 Uhr
Der Bereich um den Fundort der Weltkriegs-Granate am Nanette-Streicher-Weg wurde von der Feuerwehr abgesperrt.
Der Bereich um den Fundort der Weltkriegs-Granate am Nanette-Streicher-Weg wurde von der Feuerwehr abgesperrt. Foto: di/privat

Die Feuerwehr war auf zack, Rettungsdienst, Polizei und Ordnungsamt rückten ebenfalls flott aus. Und auch der Kampfmittelräumdienst, der einen weiten Bezirk zu bearbeiten hat, erreichte Senden schnell. Der Einsatz um den Munitionsfund aus dem Zweiten Weltkrieg verlief wie am Schnürchen. Doch am Tag danach, als sich die Aufregung über den Sprengstoff im Boden gelegt hatte, stand die Frage im Vordergrund, wie eine Granate in den Garten eines gerade erst bezogenen Hauses geraten kann.

Das Bauressort der Gemeinde Senden betont, dass neue Baugebiete immer auf Weltkriegs-Hinterlassenschaften untersucht werden. „Bevor ein Bebauungsplan aufgestellt wird, fragen wir bei der Bezirksregierung Arnsberg an und bitten um eine Luftbildüberprüfung“, erläutert Carsten Busche , Sachgebietsleiter Planen, Bauen und Umwelt, auf WN-Anfrage und ergänzt: „Auch bei der Planung des Baugebietes Buskamp, in dem sich der Nanette-Streicher-Weg befindet, wurde die Bezirksregierung Arnsberg im Jahr 2009 beteiligt. Im Ergebnis gab es keine Hinweise auf eine Bombardierung.“

GranateKopf

Kopf der Weltkriegs-Granate mit Inschrift. Foto: privat

Dass trotz dieser Auswertung heikle Hinterlassenschaften auftauchen, ist dennoch nicht selten. „Für unsere Leute ist das nicht ungewöhnlich“, fasst Anna Carla Springob als Sprecherin der für den Kampfmittelbeseitigungsdienst zuständigen Bezirkregierung Arnsberg zusammen. Wie sie gegenüber den WN erläutert, werden zunächst historische Karten aus dem Zweiten Weltkrieg analysiert. Sollten dort Krater oder andere verdächtige Punkte auftauchen, werden mit Metalldetektoren oder Bohrungen genauer inspiziert. Doch selbst wenn die Karten nichts aussagen, seien Zufallsfunde an der Tagesordnung.

Granate im Gartengerät verkeilt

Die Wurfgranate britischer Herkunft, die im Buskamp entdeckt wurde, sei auch Jahrzehnte nach ihrem Einsatz gefährlich und „unberechenbar“, so die Experten des Kampfmittelräumdienstes.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Munition nicht erst durch die Arbeiten eines Gartenbauunternehmens in das Baugebiet gelangt ist? Denn der Boden, in dem die Granate schlummerte, sei aufgeschüttet worden, lauten Angaben vor Ort. Für die 26-jährige Landschaftsgärtnerin war es jedenfalls „ein Schock – und der hielt den ganzen Tag an“. Der rund 30 Zentimeter lange zylindrische Gegenstand sei ihr in die Kreiselegge geraten und habe sich dort zwischen den Zähnen des Gartengerätes verkeilt.

Als die 26-Jährige die Prägung der Hülse las, schwante ihr nichts Gutes: „Remove before firing“ stand auf dem Deckel. Die Gala-Bau-Gesellin schaltete ihre Chefs im Kreis Steinfurt ein und ist noch am Tag danach erleichtert, dass sie und die Bewohner der angrenzenden Häuser mit dem Schrecken davon kamen. Vergleichbares habe sie in ihrem Job noch nicht erlebt. „Und ich hoffe auch, dass das nicht noch mal passiert!“

Granate im Garten im Sendener Buskamp

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  • Der Fund einer Granate aus dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem Einsatz von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Nanette-Streicher-Weg.

    Foto: di
  • Nach ersten Angaben vor Ort soll sie 30 Zentimeter lang und bei Arbeiten in einem privaten Garten freigelegt worden sein.

    Foto: di
  • Diese voll funktionsfähige Granate wurde in einem Garten entdeckt.

    Foto: Feuerwehr Senden
  • Ein Landschaftsgärtner hatte eine Fräse verwendet, in die der metallische Gegenstand geriet. Der Gartenbaubetrieb hat daraufhin die Feuerwehr alarmiert.

    Foto: di
  • Der Fund einer Granate aus dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem Einsatz von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Nanette-Streicher-Weg. Foto: di
  • Der Fund einer Granate aus dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem Einsatz von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Nanette-Streicher-Weg. Foto: di
  • Der Fund einer Granate aus dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem Einsatz von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Nanette-Streicher-Weg. Foto: di
  • Der Fund einer Granate aus dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem Einsatz von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Nanette-Streicher-Weg. Foto: di
  • Der Fund einer Granate aus dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem Einsatz von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Nanette-Streicher-Weg. Foto: di
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