Heimatverein Ottmarsbocholt: Ehrenvorsitz für Frie
Appell: Junge Leute gewinnen

Ottmarsbocholt -

Der Heimatverein Ottmarsbocholt ist engagiert und fest verwurzelt im „Dorf“. Woran es aber fehlt, ist der Brückenschlag in die jüngere Generation. Dieses Feld müsse mehr beackert werden, lautete ein Appell auf der Jahreshauptversammlung.

Sonntag, 28.04.2019, 12:54 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 16:22 Uhr
Mit rund 60 Mitgliedern war die Versammlung des Heimatvereins Ottmarsbocholt gut besucht, auf der Stefan Frie zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.
Mit rund 60 Mitgliedern war die Versammlung des Heimatvereins Ottmarsbocholt gut besucht, auf der Stefan Frie zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Foto: ure

„Rezepte habe ich zwar auch nicht, aber irgendwas muss passieren, dass wir junge Leute rein bekommen“. Angesichts der Überalterung und des fehlenden Nachwuchses läutete Stephan Overbeck auf der Jahreshauptversammlung die Alarmglocken. „Dem Heimatverein haftet das Image eines Alte-Leute-Vereins an, da müssen wir dran arbeiten.“ Bei der Frage nach dem ersten Schritt sah er in dem Tagesordnungspunkt „Bildung von Ausschüssen“ einen guten Ansatz. Dabei war es dem Vorstand eigentlich nur um Mithilfe bei der Digitalisierung und Archivierung historischer Dokumente gegangen.

Wut über Vandalimus und Müll

„Es ist schlimm, wie das da immer wieder verschandelt wird“, konstatierte der Vorsitzende Werner Welslau die Ausmaße von Vermüllung und Vandalismus an Hartz Büschken. Auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins am Freitagabend in der Gaststätte Lindfeld wurde Klage darüber geführt, dass die Grillstelle zunehmend ein Spiegelbild dessen sei, wie miserabel sich Menschen heutzutage benehmen können.Rudi Bertling war es ein besonderes Bedürfnis, dieses respektlose Tun anzuprangern. Drei Stunden habe er vor Ostern gebraucht, um die Anlage wieder in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Schon am nächsten Morgen wies sie dann aber erneut Spuren rücksichtslosen Verhaltens auf. Solle man vor dieser Entwicklung kapitulieren und die Grillstelle am dortigen Standort aufgeben? Könne eine Umsiedlung in die Ortsmitte zum Hörster Platz eine Alternative sein? So lauteten von Bertling gegebene Gedankenanstöße.Welslau rief die Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf. Im Zweifel könne es sicherlich nicht verkehrt sein, sich die Kennzeichen dort stehender Fahrzeuge zu notieren. Von Norbert Hutters wurde darauf hingewiesen, dass man auch Saalmanns See im Auge haben müsse, weil sich das dortige Areal in jüngerer Zeit zu einem Eldorado illegaler Müllentsorger entwickelt habe. Seiner Einschätzung nach habe diese traurige Entwicklung eingesetzt, seitdem der Angelsportverein dort nicht mehr präsent sei. Dieser hatte das Gewässer im vergangenen Sommer - als Konsequenz der großen Dürre – aufgeben müssen.

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Overbeck regte nun an, doch auch noch einen weiteren Ausschuss zu gründen, der sich um die Werbung junger Familien kümmere. Marita Hibbe berichtete von der Idee, den alten Brauch des Palmstockschnitzens wieder aufleben zu lassen, was in diesem Jahr aber leider nicht mehr habe umgesetzt werden können und nun 2020 in Angriff genommen werden soll. Ebenso könnten Tierbeobachtungen in der freien Wildbahn der Davert Aufmerksamkeit und Interesse finden.

Stagnation bei 241 Mitgliedern

In der Bevölkerung müsse sich ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass der Heimatverein ebenso wichtig sei für die Dorfgemeinschaft wie etwa die St. Johannesbruderschaft, erklärte Manfred Weppelmann. Zu Beginn der Versammlung hatte Kassierer Stephan Baumeister darauf aufmerksam gemacht, dass der Mitgliederstand im Jahre 2002 noch bei 273 gelegen habe und nun bei 241 stagniere.

Stefan Frie wird Ehrenvorsitzender

Auf Vorschlag des Vorstandes wurde Stefan Frie zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sechs Jahre lang hatte er an der Vereinsspitze gestanden und vorher auch schon lange Zeit dem Vorstand angehört. Aber auch nachdem er sich im vergangenen Jahr ausgeklinkt hatte, „setzt er sich noch immer unwahrscheinlich für unsere Belange ein“, würdigte dessen Nachfolger Werner Welslau seinen „unermüdlichen Einsatz“ insbesondere im Backhaus.

Werner Welslau bleibt Vorsitzender des Heimatvereins Ottmarsbocholt.

Werner Welslau bleibt Vorsitzender des Heimatvereins Ottmarsbocholt. Foto: ure

Welslau bleibt auch weiterhin Vorsitzender. Nachdem er die Federführung 2018 zunächst nur kommissarisch übernahm, erklärte er nun seine Bereitschaft, dieses auch weiterhin tun zu wollen. Ebenfalls wiedergewählt wurden sein Stellvertreter Thomas Lordiek und der erste Schriftführer Ralf Blankenburg. Neue zweite Schriftführerin ist Gisela Liermann (bislang Ute Frie). Die beiden Kassierer tauschten die Plätze. Marita Hibbe rückte ins erste Glied, Stephan Baumeister ins zweite. Der Beirat bekommt Verstärkung durch Margret Liebing, Ludwig Lindfeld und Manfred Weppelmann, während Thea Bertling ausschied.

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