„Maria 2.0“: Frauen treten eine Woche lang in den Kirchenstreik
Flagge zeigen für Erneuerung

Senden -

Unterstützt von der KFD rufen die Seelsorgerinnen von St. Laurentius im Rahmen der bistumsweiten Aktion „Maria 2.0“ zu einem einwöchigen Kirchenstreit auf. Ziel ist es, „verkrustet Strukturen“ in der Katholischen Kirche aufzubrechen und Frauen Zugang zu allen geistlichen Ämtern zu ermöglichen.

Mittwoch, 08.05.2019, 15:18 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 15:12 Uhr
Rufen zur Aktion „Maria 2.0“ auf (v.l.): Pastoralassistentin Dr. Miroslava Raabe, Pastoralreferentin Ute Al­brecht, Ulla Röttger, Hannelore Kamp (beide KFD) und Pastoralreferentin Ulla Büssing-Markert.
Rufen zur Aktion „Maria 2.0“ auf (v.l.): Pastoralassistentin Dr. Miroslava Raabe, Pastoralreferentin Ute Al­brecht, Ulla Röttger, Hannelore Kamp (beide KFD) und Pastoralreferentin Ulla Büssing-Markert. Foto: sff

Kirchlich engagierte Katholikinnen treten im Bistum Münster eine Woche lang in den Streik: Während der Aktion „Maria 2.0“ wollen sie keine Kirche betreten, keinen Dienst übernehmen und vor den Kirchtürmen Gottesdienste feiern.

„Mit dem Streik möchten wir verkrustete klerikale Strukturen aufbrechen. Es geht um Themen wie Missbrauch in der Katholischen Kirche und darum, dass Frauen zu den Ämtern zugelassen werden“, erklärt Ute Albrecht . Gemeinsam mit den anderen Seelsorgerinnen der Kirchengemeinde St. Laurentius und der KFD ruft die Pastoralreferentin zur Unterstützung des Streiks vom 11. bis zum 18. Mai in Senden, Ottmarsbocholt und Bösensell auf. „Es wäre toll, ein Zeichen zu setzen und die Kirche eine Woche lang nicht zu betreten, weil Frauen außen vor stehen“, sagt Albrecht. Ein erstes Zeichen setzen die Seelsorgerinnen am Samstagabend (11. Mai) um 19 Uhr, indem sie einen Wortgottesdienst auf dem Kirchplatz, „draußen vor der Tür“ von St. Laurentius, gestalten. Männer, die die Aktion unterstützen, sind ausdrücklich willkommen.

„Die Aktion geht absolut nicht gegen unsere Geistlichen vor Ort – mit ihnen sind wir sehr zufrieden“, betont Ulla Röttger von der KFD St. Laurentius. Der Streik der Frauen wende sich ausschließlich gegen das „in der Katholischen Kirche herrschende System. Im Bereich der Liturgie, der Katechese und der Caritas würden „schätzungsweise 90 Prozent“ der Aufgaben und Dienste von Frauen erledigt, sagt Röttger. Die Verweigerung solle „visuell deutlich machen“, wie wichtig Frauen für die Kirche sind. „Wir müssen jedoch feststellen, dass Frauen nicht die gleich Würde und die gleichen Rechte zugestanden werden wie Männern“, ergänzt Ulla Büssing-Markert aus eigener Betroffenheit. „Mit dieser Enttäuschung und Kränkung stehe ich nicht allein“, so die Pastoralreferentin. Röttger ergänzt: „Wir müssen Druck aufbauen, damit der Glauben endlich in die heutige Zeit gesetzt wird. In Senden sind wir dazu bereits auf dem richtigen Weg.“

Ute Albrecht schlägt über die Bibel einen Bogen: „Nur weil Maria zu Gott gesagt hat: ,Mir geschehe, wie Du es gesagt hast‘, hat sie sich nicht ausschließlich allen Männern unterworfen“, so die Pastoralreferentin. Mit dem Motto „Maria 2.0“ spiele der geplante Kirchenstreik auf eine Erneuerung der Rolle der Frau innerhalb der Katholischen Kirche an. Daran wollen die Seelsorgerinnen in Senden sowie die KFD-Frauen konstruktiv und engagiert mitwirken, betont Büssing-Markert.

Drei Gottesdienste

Im Rahmen der Aktion „Maria 2.0“ planen die Frauen am Wochenende insgesamt drei Gottesdienste „draußen vor der Kirchentür“. Der Wortgottesdienst in Senden beginnt am Samstag um 19 Uhr und wird musikalisch begleitet vom Kirchenchor und vom Kinderchor. Bei ungünstiger Witterung wird er ins Pfarrheim St. Laurentius verlegt. Ein entsprechender Gottesdienst ist für den Sonntag um 11 Uhr auf dem Ottmarsbocholter Kirchplatz geplant. In Bösensell soll am Sonntag um 19 Uhr ebenfalls ein alternativer Gottesdienst vor dem Kirchturm von St. Johannes stattfinden.Damit auch optisch ein Zeichen der Solidarität für die Anliegen der Frauen gesetzt wird, werden die Gottesdienst-Besucher gebeten, möglichst weiß bekleidet oder mit einem weißen Kleidungsstück teilzunehmen.

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