Infonachmittag des Netzwerkes „Alter, Pflege, Demenz“
Ehrenamt wird wichtiger denn je

Senden -

Für Menschen mit Demenzerkrankungen sowie für pflegende Angehörige existieren mittlerweile zahlreiche Hilfeangebote in der Gemeinde Senden. Einen Überblick gab das Netzwerk „Alter, Pflege, Demenz“ bei einem Informationsnachmittag im Altenheim St. Johannes.

Montag, 13.05.2019, 18:44 Uhr
Informationen in Hülle und Fülle rund um das Thema Pflege präsentierte das Sendener Netzwerk „Alter, Pflege, Demenz“ im Altenheim St. Johannes.
Informationen in Hülle und Fülle rund um das Thema Pflege präsentierte das Sendener Netzwerk „Alter, Pflege, Demenz“ im Altenheim St. Johannes. Foto: sff

Mit Messer und Gabel essen: Das ist doch ein Kinderspiel. Denkste! Für Menschen mit Demenz gestalten sich solch alltägliche Tätigkeiten oft als echte Herausforderung. Das konnte zum Beispiel Raphael van der Poel am Montagnachmittag am eigenen Leibe erfahren. Bei einem Spiel im Demenzparcours sollte der Sendener, über einen Spiegel blickend, Symbole für Kartoffeln, Fleisch und Gemüse auf einen Teller legen. Durch den seitenverkehrten Blick werde die geistige Situation eines Menschen mit Demenz simuliert, erläuterte Beate Dobner vom Demenzservicezentrum in Münster. „Ich musste mich ganz schön konzentrieren“, räumte van der Poel sichtlich beeindruckt ein. „Und ich möchte nicht wissen, wie der Teller aussähe, wenn alles echt gewesen wäre.“

Der Parcours war nur ein Mosaikstein eines umfangreichen Informationsnachmittags, zu dem das Netzwerk „Alter, Pflege, Demenz“ anlässlich des Internationalen Tages der Pflege ins Altenheim St. Johannes eingeladen hatte. An ihren Ständen stellten die Alzheimergesellschaft, das Demenzservicezentrum, das Büro EhrenWert, die Caritas, der Hospizkreis, Blau-Weiß Ottmarsbocholt, die Volkshochschule und das Altenheim selbst ihre Hilfeangebote für Demenz-Patienten, pflegende Angehörige und andere Ehrenamtliche vor: Vorträge, Kurse, ambulante, stationäre Pflege sowie die jeweiligen Ansprechpartner.

„Wir haben bereits zwei fixe Kurzzeitpflegeplätze und sieben eingeschränkte, zum Beispiel, wenn jemand bei uns Probewohnen möchte. Weitere Kurzzeitplätze kommen hinzu, wenn die neue Einrichtung am Holtruper Sportplatz fertig ist“, berichtete Altenheim-Leiterin Sabine Neumann. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels betonte Beate Dobner, dass trotz des wachsenden Pflegeplatz-Angebotes, dem Einsatz ehrenamtlich Engagierter eine immer stärker Bedeutung zuwachse. „Ohne sie werden wir die Anforderungen in Zukunft nicht mehr bewältigen könne“, so die Vertreterin des Demenzservicezentrums. Pflegenden Angehörigen und anderen Ehrenamtlichen müsse deshalb ein professionelles Netzwerk, so wie es in Senden bereits vorhanden ist, zur Seite stehen.

„Für uns ist es wichtig, dass wir aus der Bevölkerung ganz konkrete Hinweise und Ideen bekommen, wie wir unterstützen können“, hob Sendens Demografiebeauftragte Susanne Espenhahn hervor. Solche Anregungen konnten die Besucher des Informationsnachmittags auf einer Pinnwand hinterlassen. Wer dazu am Montag keine Gelegenheit hatte, kann sich an Sabine Neumann, ✆ 0 25 97 / 96 01 10, oder Susanne Espenhahn, ✆ 0 25 97 / 69 96 03 wenden.

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