Initiative „Aufklärung gegen Tabak“ an der Edith-Stein-Schule
Aufklären statt verteufeln

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Rund zwei Drittel der Siebtklässler haben schon einmal „gepafft“. Im Rahmen des Projektes „Aufklärung gegen Tabak“ verdeutlichten die Medizinstudenten Lukas Rohloff und Lina Folsche den Edith-Stein-Schülern altersgerecht die Risiken des Rauchens.

Mittwoch, 15.05.2019, 18:08 Uhr
In einem interaktiven Vortrag informierten die Medizinstudenten Lukas Rohloff und Lina Folsche die Siebtklässler in altersgerechter Weise über die Risiken des Rauchens
In einem interaktiven Vortrag informierten die Medizinstudenten Lukas Rohloff und Lina Folsche die Siebtklässler in altersgerechter Weise über die Risiken des Rauchens Foto: sff

„Stellt euch vor, ihr wolltet Kippen verkaufen und wüsstet, dass euer Produkt hässlich, impotent, süchtig und unsportlich machen kann“, fragt Lukas Rohloff die Siebtklässler. Ratloses Schweigen herrscht in der Mensa der Edith-Stein-Schule. Denn eigentlich sollte so etwas doch gar nicht klappen .  . .

Dass die Vermarktung von Tabakprodukten trotzdem funktioniert und den Konzernen Milliarden einbringt, machte der Medizinstudent gemeinsam mit seiner Kommilitonin Lina Folsche den Jugendlichen am Mittwoch auf eingängige Weise deutlich: Das Rauchen werde trotz der bekannten gesundheitlichen Gefahren in der Werbung immer noch erfolgreich als „cool“ und mit dem „Geschmack von Abenteuer und Freiheit“ verbunden, erläuterte Rohloff: „Nikotin macht jedoch süchtig und man ist in den Fängen von Firmen.“

Eine ähnliche Diskrepanz zeigte sich übrigens bei einer Umfrage unter den Schülern: Zwei Drittel von ihnen gaben zu, schon mal gepafft zu haben. Aber nur etwa 30 Prozent wären bereit, einen Raucher zu küssen. 

Die beiden Studierenden, die in der Sendener Hauptschule zu Gast waren, engagieren sich ehrenamtlich als Mitglieder der 2014 gegründeten Münsteraner Lokalgruppe „Aufklärung gegen Tabak“. Ihr Ziel sei es, erklärten sie, Jugendliche „fundiert, gezielt und altersgerecht“ über die Gefahren des Rauchens aufzuklären. Bisher war die Gruppe ausschließlich an einigen Gymnasien in Münster aktiv. Mit dem Einsatz an der Edith-Stein-Schule, den sie von sich aus angeboten haben, findet jetzt erstmalig auch ein Einsatz außerhalb Münsters statt.

„Es nutzt nichts, das Rauchen zu verteufeln“, sagte Schulleiter Rainer Leifken. „Wir müssen aufklären und den Schülerinnen und Schülern deutlichmachen, dass sie durch Rauchen ihre Gesundheit schädigen.“ Das geschehe zwar immer wieder im Unterricht. „Da sind wir als Schule in der Pflicht“, so Leifken weiter. „Aber es ist wichtig, dass wir auch von außen Unterstützung bekommen“, sagte der Schulleiter. „Rauchen in der Öffentlichkeit ist erst ab 18 erlaubt. Aber wer spricht einen 14-Jährigen an, wenn er mit einer qualmenden Zigarette am Busbahnhof steht?“

Nach dem Vortrag in der Mensa am Mittwochmorgen wird die „Aufklärung gegen Tabak“ am heutigen Donnerstag erweitert: Die Siebtklässler setzen sich in einem Workshop mit acht Stationen mit den Risiken des Rauchens intensiver auseinander – insbesondere mit den langfristigen Folgen wie Lungenschäden sowie mit unmittelbaren Effekten wie Leistungsfähigkeit und Aussehen.

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