Gestaltung mit Schotter und Metall-Beeten
Diskussion um Kreisel geht rund

Senden -

Die Gestaltung des neuen Kreisels an der Bulderner Straße trifft auf unterschiedliche Resonanz: Manche Sendener überzeugt das moderne Konzept, andere hätten sich eine konventionellere Lösung gewünscht. Der Schotter als Belag könne zudem ein falsche Vorbild für private Gartenbesitzer liefern.

Freitag, 24.05.2019, 11:04 Uhr
Viel Schotter und bisher spärliches Grün: Die Gestaltung des Kreisels überzeugt noch nicht alle Sendener.
Viel Schotter und bisher spärliches Grün: Die Gestaltung des Kreisels überzeugt noch nicht alle Sendener. Foto: di

Kaum war die Fläche im Kreisel fertig, da ging es rund. Die Debatte um seine Gestaltung dreht sich seitdem weiter. Schotter und Hochbeete aus Cortenstahl – dieses Grundkonzept eckt bei manchen Passanten des Rondells und bei einigen Bürgern an. Die Lokalredaktion fragte an Ort und Stelle nach und sammelte Statements.

Erna Weißheim hat sich eine Meinung gebildet. „Ich habe oft darüber nachgedacht, aber es gefällt mir nicht.“ Sie habe sich auf viel Grün, vielleicht Rosen und viele blühende Blumen gefreut, als die Gestaltung des Areals startete. Rostiger Stahl und die steinerne Oberfläche sagen der Sendenerin indes nicht zu.

Dass der Kreisel Transparenz und Sichtbarkeit der Verkehrsteilnehmer bewahrt, bucht Hans-Dieter Poloczek auf der Habenseiten des Projektes. Dass die Fläche durch Splitt belegt wurde, stößt dem Sendener aber auf. Denn gerade dagegen wenden sich Initiativen aus der Bürgerschaft wie „Senden blüht auf“, die von Politik und Verwaltung unterstützt werden. „Mir fehlt die Vorbildfunktion hier“, bedauert Poloczek. Ein Hinweis, der häufiger gegeben wird und auch schon zu süffisanten Bemerkungen in sozialen Netzwerken zu der Planung geführt hat.

Doch die erntet ebenso auch Zustimmung. „Ich finde das gut“, fasst Christel Barwe ihre Einschätzung zusammen. „Die haben sich was einfallen lassen“, lobt sie. Im Prinzip pflichtet ihr darin Werner Kulke bei, ergänzt jedoch: „Ich hätte mir mehr Blumen gewünscht.“

Das Grün auf der „Verkehrsinsel“ braucht einfach noch seine Zeit zum Sprießen und Wachsen, gibt auch Niklas Esser als Sprecher der Gemeinde Senden zu bedenken. Er weist darauf hin, dass der Gemeindeentwicklungsausschuss im vorigen November ein einstimmiges politisches Votum für dieses Konzept gefällt hat, das mit rund 18 800 Euro zu Buche schlägt, von denen 60 Prozent durch Bundesmittel bezuschusst werden. Esser erinnert daran, dass das Rondell am Busbahnhof ebenfalls zuerst kritische Stimmen hervorgerufen hatte und sich jetzt großer Akzeptanz erfreut.

Das unterstreicht auch der Garten- und Landschaftsbaubetrieb, der nun beide Kreisel bepflanzt und ihre Pflege übernommen hat. Die Pflanzendichte habe mit über 470 Stauden auf einer etwas kleineren Fläche als beim ersten Kreisel jetzt sogar noch zugenommen. Dem Thema Insektenschutz werde intensiv Rechnung getragen. Unter den 20 verwendeten Arten „fallen etliche in die Kategorie Bienen-freundlich“, betont Kai Brosterhaus. Dabei sei zudem darauf geachtet worden, dass die Insekten das ganze Jahr über Blüten vorfinden, die sie auch gerne aufsuchen. Der Garten- und Landschaftsbauer pocht darauf, dass die „Präriesteppen“-Gestaltung an der Bulderner Straße einen höheren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leistet als etwa eine Fläche mit Gräsern, Hecken und Bäumen. Zugleich sei gewährleistet, dass sich die Pflege und Bewässerung im Rahmen halte. Die optische Wirkung entfalte sich mit jedem Tag mehr. Und der feinkörnige Basaltsplitt helfe zwar gegen Unkraut, hindere die Pflanzen aber nicht am Wachstum. Mit privaten „Schottergärten, von denen wir uns klar distanzieren“ habe das nichts zu tun, so Brosterhaus.

„Man muss einfach etwas Geduld mitbringen“, appelliert Gemeindesprecher Niklas Esser, noch zu warten, bevor sich die Öffentlichkeit ein Urteil bildet.

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