Europawahl: Dämpfer für SPD und CDU
Die Grünen legen kräftig zu 

Senden -

Klare Wahlsieger sind auch in Senden die Grünen. Ihr Ergebnis liegt über dem bundesweiten Wert. SPD und CDU müssen Dämpfer hinnehmen.

Sonntag, 26.05.2019, 22:16 Uhr
Demokratische Rechte nutzen: Mit rund 70 Prozent liegt die Wahlbeteiligung, nicht nur in der Kita Davertgeister in Ottmarsbocholt, hoch.
Demokratische Rechte nutzen: Mit rund 70 Prozent liegt die Wahlbeteiligung, nicht nur in der Kita Davertgeister in Ottmarsbocholt, hoch. Foto: sff

Einen Grund, aus der Übertragung der Wahlergebnisse eine Wahlparty zu machen, hatte nur eine Partei: Als gegen 20.30 Uhr das vorläufige Endergebnis für Senden über die Leinwand im Bürgersaal des Rathauses flimmert, recken einige der Grünen die Arme nach oben und lassen ihrer Freunde jubelnd freien Lauf. Sektkorken flogen deshalb noch lange nicht. Doch: Als „unglaublich“ bezeichnete Rolf Wiederkehr, Ratsmitglied und Angehöriger des Parteivorstandes, dass die Grünen in Senden insgesamt 25 Prozent der Stimmen einheimsten. Er sei von dem Erfolg „total überrascht“.

Fraktionskollege Philipp Scholz setzt gleich noch einen drauf, indem er „das Top-Ergebnis für eine Europawahl “ auf die örtliche Ebene herunterzoomt: „Das lässt hoffen für die Kommunalwahl “, betont der Grüne.

Genau diese Schlussfolgerung weist Günter Mondwurf, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, zurück. Für ihn haben Europa- und bundespolitische Themen durchgeschlagen. Das Ergebnis von 37,8 Prozent – und damit ein Rückgang um 9,7 Prozentpunkte – nannte Mondwurf auf WN-Anfrage „ernüchternd“. Sein Appell: „Damit können wir nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen.“ Vielmehr gehe es nun darum, die Zahlen auszuwerten und einzuordnen, so der CDU-Vorsitzende. Es gelte, die eigene Politik „anschaulicher“ zu vermitteln. Er müsse den Grünen „wirklich seine Anerkennung aussprechen“, sagte Mondwurf weiter. Wobei er ergänzte, dass die Öko-Partei mit Wahlversprechen Punkte gesammelt habe, jetzt aber den Nachweis erbringen müsse, dass ihr inhaltliches Programm auch im Konsens mit der Bevölkerung funktioniere. Sorgen bereite ihm, der „Absturz der SPD als Volkspartei“, so Mondwurf.

„Leider gravierende Verluste“ räumte denn auch Jan-Peter Klingelhöfer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Senden, gegenüber den WN ein. Die Ursachen, warum seine Partei vor Ort 11,5 Prozentpunkte verloren hat, sind für Klingelhöfer noch nicht ersichtlich. Er hatte angesichts „guter Arbeit in der Bundesregierung, einer profilierten Spitzenkandidatin und Parteimitgliedern vor Ort, die Präsenz gezeigt haben“, auf ein besseres Resultat gehofft.

Einen Zuwachs um 2,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent verbucht hingegen die FDP. „Wir sind nicht unzufrieden“, resümiert Bernd Sparenberg, stellvertretender Vorsitzender der Liberalen in Senden. Ihn erfüllt mit Genugtuung, dass es allen demokratischen Parteien gelungen sei „das Thema Europa ins Bewusstsein zu bringen“, was sich an der hohen Wahlbeteiligung von 70,5 Prozent zeige.

Diesen Aspekt stellt Thomas Hageney für die UWG-Fraktion hervor. Die Aufrufe aller Fraktionen des Gemeindeparlamentes an die Bürger, von ihren demokratischen Rechten Gebrauch zu machen, hätten gefruchtet. Er sieht im Europawahl-Ergebnis einen Trend, der bei der Kommunalwahl 2020 die Gewichte im Rat verschieben könnte.

Das Abschneiden der AfD ist ein Thema für alle Fraktionen im Rat. Die Rechtspopulisten haben gegenüber der vorigen Europawahl Stimmen wettgemacht, im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 aber gut ein Prozent verloren und bleiben in Senden deutlich unter dem bundesweiten Ergebnis.

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