„Offenes Ohr“: Sozialbüro für Menschen in Not
Zuhören und neuen Mut wecken

Ottmarsbocholt -

Zuhören, Perspektiven finden und Mut machen: Das „Offene Ohr“ in Ottmarsbocholt soll Menschen helfen, denen das Leben zu viel für die eigenen Kräfte abverlangt. Als feste Einrichtung startet die Anlaufstelle an der Dorfstraße.

Donnerstag, 30.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 31.05.2019, 15:41 Uhr
Diese Gruppe möchte mit einem offenen Herzen jenen Mitmenschen neuen Mut machen, denen das Leben über den Kopf wächst. Um die Ehrenamtlichen auf ihren Dienst vorzubereiten, werden sie aktuell von Vinzenz Mersmann (Fachdienste Gemeindecaritas Kreis Coesfeld) (links) und Johannes Heling (Lebensberatungsstelle Coesfeld) (3. von links) intensiv geschult.
Diese Gruppe möchte mit einem offenen Herzen jenen Mitmenschen neuen Mut machen, denen das Leben über den Kopf wächst. Um die Ehrenamtlichen auf ihren Dienst vorzubereiten, werden sie aktuell von Vinzenz Mersmann (Fachdienste Gemeindecaritas Kreis Coesfeld) (links) und Johannes Heling (Lebensberatungsstelle Coesfeld) (3. von links) intensiv geschult. Foto: ure

Für Menschen, die Nöte und Sorgen plagen oder die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, ist die örtliche Caritas seit eh und je ein vertrauensvoller Ansprechpartner. Infolge eines Generationenwechsels möchte sich die Gruppe von Ehrenamtlichen in Ottmarsbocholt nun neu aufstellen und dabei ihr Hilfsangebot weiterentwickeln. Konkret wird dies in der Schaffung von einem „Offenen Ohr“ im Gebäude Dorfstraße 78 sichtbar werden. Hinter dieser Bezeichnung steht ein Sozialbüro, in dem ab dem 29. August alle zwei Wochen donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr eine offene Sprechstunde stattfinden wird.

Ehrenamtliche werden vorbereitet

Menschen, die nicht mehr weiterwissen. Denen das Leben einfach über den Kopf wächst. Mit einer festen Anlaufstelle werde man in solchen Fällen künftig noch effektivere Hilfe anbieten zu können. Mit dieser Zielsetzung bereitet sich eine siebenköpfige Gruppe – sechs Frauen und ein Mann – seit dem Spätherbst mit großem Engagement auf ihre neue Tätigkeit vor. Während der Sprechzeiten werden sie jeweils zu zweit Dienst tun und dabei dann ihrem Gegenüber zunächst ein offenes Herz und – ganz wichtig – offene Ohren schenken.

Es ist manchmal gut Dinge, die einen belasten, einer neutralen Person zu schildern.

Vinzenz Mersmann

Denn eine erste Hilfe könne vielfach schon darin bestehen, dass sich die Ratsuchenden aussprechen könnten, wie Vinzenz Mersmann , Fachdienste Gemeindecaritas im Kreis Coesfeld, jetzt bei einem Pressetermin erläuterte. Aus Erfahrung wisse er, „dass es manchmal gut ist, Dinge, die einen belasten, einer neutralen Person zu schildern“.

Gespräche im geschützten Raum

In den streng vertraulichen Gesprächen werde dann nach Wegen gesucht, „wie sich die Betroffenen nach Möglichkeit selbst helfen können“. Was etwa dadurch gelingen könne, dass sie durch die Beratung neuen Mut fassen oder eine neue Orientierung bekommen. Sollten die Kompetenzen der Ehrenamtlichen nicht ausreichen, übernehmen sie eine Lotsenfunktion und stellen mit Hilfe eines Sozialwegweisers die Verbindung zu weiteren Beratungsdiensten her. Hierzu hat bereits eine Schulung durch Mitarbeiter des Sendener Sozialamtes stattgefunden. Darüber hinaus gab es jetzt ein Kommunikationstraining mit Johannes Heling von der Lebensberatungsstelle Coesfeld und Leiter des Kreisbildungswerkes, bei dem es darum ging, wie sich Gespräche mit den Klienten zielorientiert führen lassen.

Mit dem Angebot vom „Offenen Ohr“ – welches sich an alle Menschen unabhängig von Herkunft und Religion richtet – wird nichts grundlegend Neues erfunden. In Senden gibt es solch eine Anlaufstelle bereits seit längerem, und man sei zu der Auffassung gelangt, dass im Ortsteil Ottmarsbocholt ebenfalls Bedarf bestehe, fasste Mersmann die Ende letzten Jahres innerhalb der Gruppe intensiv geführte Diskussion zusammen. Aus den Reihen des Seelsorgeteams der Pfarrei werden die Ehrenamtlichen durch Pastoralreferent Martin Malaschinsky begleitet und unterstützt.

Zum Thema

Auch schon vor der Eröffnung des Sozialbüros am 29. August steht die Ottmarsbocholter Gemeindecaritas notleidenden Menschen mit Rat und Hilfe zur Verfügung. Diskrete Gespräche sind jederzeit möglich unter ' 0 17 5/ 650 84 53.

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