Schnupperrudern auf dem Kanal
Auf der Welle der Begeisterung

Senden -

Rudern verlangt Kraft, Kondition und Taktgefühl. Wer das mitbringt, wird mit feucht-fröhlichen Sporterlebnissen belohnt. Davon konnten sich Neulinge beim Schnuppertraining des RV Senden überzeugen. Die Skulls in einem Vierer mit Steuermann auf dem Kanal schnappte sich auch WN-Reporterin Hella Harhues.

Montag, 03.06.2019, 13:34 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 12:48 Uhr
Spaß am Wassersport und den richtigen Takt gefunden: Nach dem Probetraining möchte sich Petra Becks dem Ruderverein anschließen.
Spaß am Wassersport und den richtigen Takt gefunden: Nach dem Probetraining möchte sich Petra Becks dem Ruderverein anschließen. Foto: ell

Zwar war jeder Tropfen kühles Kanalwasser, den ich mir mit Hilfe meiner krampfhaft umklammerten „Skulls“ ins Gesicht katapultierte, eine willkommene Abkühlung, gleichzeitig aber auch Zeugnis meines Newcomer-Ungeschicks. Beim Schnupperrudern des Rudervereins Senden am Sonntagvormittag wurden gleich mehrere neugierige Landratten trotz der brütenden Hitze jedoch in keiner Hinsicht ins kalte Wasser geschmissen: Nach einer nur einminütigen Einführung von Vorstandsmitglied Agnes Stückmann-Heumer hatte sie alles Wichtige auf den Punkt gebracht. Jedenfalls theoretisch. Aber probieren geht ja über studieren.

Geschmeidigkeit stellt sich flott ein

Mitsamt vier alteingesessenen Vereinsprofis und der WN-Reporterin als blutiger Anfängerin an Bord musste der „Steverstern“ jedoch erst einige Meter hinter sich legen, bis auch mir so langsam ein Licht aufging: Nicht nur das Kommando „Auslage!“ des Steuermanns wusste ich nun zu befolgen, auch der Griff um die Skulls – den beiden „Paddeln“ eines jeden Ruderers an Bord – lockerte sich, bis diese mit gleicher Geschmeidigkeit durch meine Finger glitten, wie der zwölf Meter lange „Vierer“ geräuschlos durch das türkisfarbene Wasser des Dortmund-Ems-Kanals pflügte.

Motorboote machen die Welle

Doch neben dem „Steverstern“, der seinem Namen durch die im Sonnenlicht leuchtende, cremefarbene Lackierung alle Ehre machte, nahmen auch spritzige Motorboote Fahrt auf und brachten die nächste Herausforderung mit sich: Wellen rollten auf uns zu, die unser windschnittiges Ruderboot um einiges überragten. Geschickte Gewichtsverteilung rettete uns vor dem Kentern, auch wenn die blaue Gischt durchaus verführerisch aussah – abgesehen von dem „Gemüse“, wie die Sportler Algen und Seetang schmunzelnd betiteln.

Schnupperrudern beim RV Senden

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  • Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht.

    Foto: ell
  • Mit vereinten Kräften werden die schnittigen Boote des RV Senden zu Wasser gelassen.

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  • Das Taktgefühlt stellte sich bei den Neulingen schnell ein.

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  • Gleich mehrere Boote gingen beim Schnupperrudern an den Start.

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  • Wolfgang Surres, Vorsitzender des RV Senden, freut sich über die Resonanz und die Bedingungen.

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  • Impressionen vom Schnupperrudern in Senden.

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  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell
  • Rudern verlangt Kraft, Kondition und Koordination: Beim Schnupperrudern des RV Senden stellten Neulinge fest, dass der Wassersport schnell Spaß macht. Foto: ell

Immer schneller zogen nun gleichermaßen idyllische Wäldchen, sonnentankende Teenager und die ersten mutigen Schwimmer an uns vorbei und exponentiell zur Geschwindigkeit stieg auch die Anzahl von Schweißperlen auf meiner Stirn.

Blick weitet sich für die Reize entlang der Wasserstraße

Dafür aber pendelten sich alle acht Skulls in einen reibungslosen Rhythmus ein, was mir erlaubte, meinen Blick schweifen zu lassen, anstatt meine vor Konzentration zusammengekniffenen Augen an den Rücken vor mir zu heften, um ja im Takt zu bleiben. Und den Dreh mit dem anfangs so kippeligen Sitz hinter Agnes Stückmann-Heumer im „Steverstern“ hatte ich nach 1000 Metern auch raus, bestätigten meine Teamkollegen und fragten mich sogar, ob ich tatsächlich das erste Mal in einem Ruderboot säße.

Beflügelt vom Lob machten meine wackeligen Knie mir erst beim etwas unbeholfenem Aussteigen zurück am Steg des Rudervereins deutlich, was für eine Anstrengung die Muskeln über vier Kilometer bewältigt haben. Doch auch wenn meine Oberschenkelmuskulatur protestieren würde, wenn sie könnte: Die traumhafte Landschaft, der Fahrtwind im Gesicht und nicht zuletzt die Gewissheit, eine Art Zahnrad der „Maschine Ruderboot“ zu sein und diese als Team zum Laufen zu bringen, waren es den Muskelkater definitiv wert.

Ich werde wieder kommen.

Petra Becks nach der Schnupperruder-Tour

Auch Schnuppertrainings-Kollegin Petra Becks sprühte vor Euphorie – und ist sich sicher: „Ich werde wieder kommen!“ Und anstelle von bloßen Interessensbeteuerungen, die andere äußerten, wurde sich mit konkreten Terminen zum Wiedersehen auf dem Wasser verabschiedet.

Tolle Probanden treffen auf Kaiserwetter

So zieht auch Vorstandsvorsitzender Wolfgang Surres eine positive Bilanz des Schnuppertrainings, äußert aber auch einen Wunsch: „Die Ruderer waren toll und wir hatten Kaiserwetter! Natürlich würden wir uns um einige neue Mitglieder in unserem kleinen Paradies freuen.“ Unter den Hundert Vereinsmitgliedern finden sich gleichermaßen elfjährige wie 84-jährige Sportler; das einzige zu erfüllende Kriterium: Spaß am Teamsport – und für alle Fälle muss man schwimmen können.

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