Marie Kunstleben und Maurice Bruns arbeiten als Bufdis an der Realschule
Wertschätzend fürs Leben gelernt

Senden -

Direkt nach ihrem Abitur sind Marie Kunstleben und Maurice Bruns auf die Schulbank zurückgekehrt – als „Lehrende“: Im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes begleiten sie an der Geschwister-Scholl-Schule Förderkinder im Unterricht. Eine Arbeit, von der alle Beteiligten profitieren.

Mittwoch, 12.06.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 13.06.2019, 10:04 Uhr
Blicken zufrieden auf ihren Dienst als Bundesfreiwillige an der Geschwister-Scholl-Schule zurück: Maurice Bruns und Marie Kunstleben.
Blicken zufrieden auf ihren Dienst als Bundesfreiwillige an der Geschwister-Scholl-Schule zurück: Maurice Bruns und Marie Kunstleben. Foto: sff

Mit frisch gebackenem Abitur raus aus der Schule – und gleich wieder hinein in die Schule. Zu diesem ungewöhnlichen Schritt entschlossen sich die Sendener Marie Kunstleben (18) und Maurice Bruns (19) im vergangenen Jahr: Sofort nach dem Abschied aus dem Joseph-Haydn-Gymnasium traten sie an der Geschwister-Scholl-Schule einen Dienst als Bundesfreiwillige (Bufdi) an.

„Wir begleiten seither sieben Förderkinder durch den Schulalltag, unterstützt sie und haben eine gute Beziehung zu ihnen aufgebaut“, nennt Marie den Schwerpunkt der Bufdi-Arbeit, die im laufenden Schuljahr durch 25 Seminartage ergänzt wurde.

Einige der Mädchen und Jungen haben Lernbehinderungen und werden daher mit speziellen Lehrmaterialien gefördert. Maurice und Marie sorgten in den jeweiligen Klassen dafür, dass sie dem Unterricht ebenso flüssig folgen konnten, wie alle anderen. „Wir sind sowohl vormittags als auch nachmittags dabei. Außerdem bieten wir in der großen Pause auch Mittagsspaß an und haben zum Beispiel vor Weihnachten mit den Kindern gebastelt, gemalt oder Origamis gefaltet. Im Unterricht waren wir aber auch für die Fragen aller anderen Schüler offen“, berichtet Maurice, der jetzt zunächst eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann beginnt und danach eventuell Soziale Arbeit studieren möchte. „Ich konnte hier praktische Erfahrungen für den Arbeitsalltag sammeln. Man bekommt eine Menge Selbstbestätigung, wenn man vor der Klasse steht. Und man wird geduldiger“, resümiert der 19-Jährige.

„Und man wird stressresistenter“, schmunzelt Marie, die in ihrem Entschluss, Lehramt für die Sekundarstufe I zu studieren, bestätigt worden ist. „Ich wollte nach dem Abitur nicht sofort aus Senden weg“, sagt die 18-Jährige. „Da war es naheliegend, sich mit Blick auf das Studium für die Bufdi-Stelle an der Realschule zu bewerben.“ Besonders gut gefallen hat beiden die Wertschätzung durch die Lehrer. „Man wird hier mehr als akzeptiert, darf an Zeugniskonferenzen teilnehmen und in anderen Klassen hospitieren“, erzählt Marie.

Rundum zufrieden mit dem mittlerweile dritten Bufdi-Jahr an der Realschule ist Ulrike Machers: „Es ist eine Win-win-Situation für alle Seiten“, hebt die Rektorin hervor. „Wir erhalten eine großartige Unterstützung durch die jungen Menschen, die schnell eine gute Beziehung zu unseren Kiddies aufbauen können. Und die Bufdis, die hier durch einen Sozialpädagogen geleitet werden, erhalten in einer wertschätzenden Gemeinschaft praktische Berufserfahrung. Sie lernen etwas fürs Leben.“

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