Einweihung des Radweges in der Venne
Endlich Vorfahrt für Sicherheit in Venne

Venne -

Nach nur einem halben Jahr Bauzeit wurde der Radweg zwischen Parkplatz Venner Moor und Abzweig K 23 jetzt offiziell eingeweiht. Das 1,7 Millionen Euro teure Projekt markiert ein Etappenziel. Denn der Radweg soll bis Ottmarsbocholt fortgeführt werden.

Donnerstag, 20.06.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.06.2019, 06:05 Uhr
Daumen hoch für mehr Sicherheit: Passend zur offiziellen Einweihung des Radwegs in der Venne sauste ein Pedalritter durch die Gruppe mit Vertretern von Landesbetrieb, Kommunalverwaltung und Politik, die die Schere schon gezückt hatten.
Daumen hoch für mehr Sicherheit: Passend zur offiziellen Einweihung des Radwegs in der Venne sauste ein Pedalritter durch die Gruppe mit Vertretern von Landesbetrieb, Kommunalverwaltung und Politik, die die Schere schon gezückt hatten. Foto: di

Perfektes Drehbuch oder bloß Zufall? Als die Vertreter von Gemeinde, Landesbetrieb sowie Politik, Verwaltung und Baufirma gerade mit ihren Scheren das gespannte Flatterband kappen wollten, sauste ein Pedalritter mit ordentlich Schmackes auf die Gruppe zu – und dann „mittenmang“ dadurch. Das noch intakte Band wurde gelupft. Freie Fahrt in Venne!

Was die Szene zeigte: Der Radweg, der am Mittwoch offiziell eingeweiht wurde, wird schon rege benutzt. Ottmarsbocholter Vertreter aus Rat und Bezirksausschuss betonten auch den Umkehrschluss: Dass eine sichere Verbindung vom Kappenberger Damm in Richtung Ottmarsbocholt auch bitter nötig war – und „lange auf der Agenda stand“, wie Bürgermeister Sebastian Täger bei der Einweihung unterstrich.

Das stand lange auf der Agenda.

Bürgermeister Sebastian Täger über das Warten auf den Radweg

Wenn auch der Vorlauf die Geduld strapazierte, so ging es flott, als die Bautrupps erst mal angerückt waren. Kurz vor Weihnachten startete die Firma Gieseke die Arbeiten, die mit der Abnahme am 11. Juni beendet waren. „Das ist wirklich gut gelaufen“, resümierte Täger, der einräumte, dass das nicht bei allen der vielen Baustellen im Gemeindegebiet immer der Fall sei. Der Bürgermeister dankte Anrainern, die Grund und Boden zur Verfügung gestellt hatten, sowie dem Kreis, der Fragen, die sich aus der Nähe zum Naturschutzgebiet Venner Moor ergaben, kooperativ gelöst habe. Vor allem würdigte der Rathaus-Chef, den Einsatz seines eigenen Teams mit Projektleiter Marcus Thies vom Bauamt und dem Ingenieurbüro IBAK als Planer.

Neue Kooperation könnte Schule machen

Dass eine kommunale Mannschaft an einer Landesstraße (L 884) plant und die Bauleitung übernimmt, bezeichnete auch Manfred Ransmann als „besonderes Projekt“. Der Leiter der Regionalniederlassung Münsterland von Straßen.NRW kündigte an, dass diese Form der Kooperation künftig beispielhaft sein könnte. „Unsere Kapazitäten waren anderweitig verteilt“, stellte Ransmann klar, dass es ohne den beherzten Einsatz des kommunalen Bauamtes jetzt keinen Radweg in der Venne geben würde.

Erste Etappe soll fortgeführt werden

Wobei mit Blick auf dieses Projekt aus Sicht der Menschen in Venne und Ottmarsbocholt die Fußballweisheit gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Soll heißen, dass die Verlängerung über den Abzweig zur K 23 hinaus unverzichtbar sei. „Das kann gar nicht anders sein“, hob Patrick Alfs (CDU) hervor, Ludger Janning (SPD) und Thomas Hageney (UWG) sehen es genauso: Natürlich müsse es einen Lückenschluss geben.

Kosten von 1,7 Millionen

Länge des kombinierten Radwegs: 1,9 Kilometer (von Parkplatz Venner Moor bis Abzweig K 23); Kosten: rund 1,7 Millionen Euro; Trennstreifen zur Fahrbahn 1,75 Meter (Ausnahmen unter anderem wegen Baumerhaltes); Breite Radweg: 2,50 Meter; barrierefreie Ampel zwischen Kirche und Gaststätte und neue Bushaltestelle.

...

Als hätte er diese Forderung gehört, flankte Ransmann diesen Ball weiter. Die Planung für die Fortführung des Radweges bis nach Ottmarsbocholt kündigte er für 2020 an, der Baustart könne dann 2021 erfolgen, stellte der Regionalleiter des Landesbetriebs in Aussicht. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die Haushaltsmittel bereitstehen. Radwege, die dazu führen, dass nicht nur Touristen, sondern auch Pendler ihren Arbeitsplatz mit der „Leeze“ ansteuern, passten in die Zeit. „Das unterstützen wir gerne“, sagte Ransmann.

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