Oberst Thomas Mussenbrock sattelt nach 38 Jahren ab
Ein Abschied mit ganz viel Wehmut

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Die Prognose des Bürgermeisters ließ Georg Mußenbrock nicht wahr werden. Aber sonst verabschiedete er sich auf seine eigene Art und Weise.

Sonntag, 23.06.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 17:16 Uhr
Georg Mussenbrock bei der Proklamation
Georg Mussenbrock bei der Proklamation Foto: Ulrich Reismann

Als Bürgermeister Sebastian Täger am Samstag den WN-Bericht über den Abschied von Oberst Georg Mußenbrock las, da hat er nach eigener Aussage „ehrlich“ gedacht, dass es diesmal „ein nicht so spannendes“ Schießen geben werde. Weil: „Da stehen bestimmt alle voller Ehrfurcht in der zweiten Reihe, und du bist der einzige, der schießt“. Nun, es kam anders. Mußenbrock wurde nur ein einziges Mal an der Vogelstange gesehen, als er seinen im Protokoll vorgesehenen Pflichtschuss abgab, sodann suchte er das Bad in der Menge. Er habe ganz bewusst so gehandelt, „denn ich wollte kein Privileg und keinen Vorsprung“. Das heiße aber nicht, dass er nicht irgendwann einmal noch Ambitionen auf den Titel hegen werde.

Zum Ende seines 38-jährigen Einsatzes als berittener Offizier konnte die Johanni-Bruderschaft ihren Georg Mußenbrock noch einmal in seiner ganzen Einmaligkeit sehen und hören. Mit seiner ganzen Leidenschaft für den Schützenverein. Die aus seiner letzten Amtshandlung – der Proklamation des neuen Königspaares – eine einstündige „One-Man-Show“ höchster Güte machte. Wie darin sein ihm eigentümliches Naturell zum Ausdruck kam, das war schon faszinierend und es machte richtig Spaß, dabei gewesen zu sein. Ein Beispiel für das individuelle Format von diesem Oberst: „Es gibt Schützenfeste im Fernsehen, da kommen so Kaspervereine, die sind 100 Jahre alt. Da kann man nur drüber lachen. Wir haben schon über 400 Jahre auf der Uhr. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“. Diese Beständigkeit komme auch nicht von ungefähr: „Es gibt Leute, die dafür arbeiten. Die sich reinhängen. Die Gas geben. Super. Und denen sage ich Dankeschön“. Damit das in Zukunft so bleibe, lautete sein Appell: „Wenn unser Verein weiterhin so tolle Leute an seiner Seite hat und alle weiter in die Hände spucken, und dann schaffen wir auch die nächsten 100 Jahre. Aber ohne mich“.

Mußenbrock zählte eine ganze Fülle von Namen auf, die in fast vier Jahrzehnten Wegbegleiter „einer tollen Zeit“ gewesen seien. „Das geht mir ganz schwer weg. Glaubt mir das, Freunde“. Unter dem Beifall des Publikums erinnerte er an den verstorbenen früheren Vorsitzenden Georg Kemper, der für ihn so etwas wie ein Halbbruder gewesen sei und der „ganz, ganz viel für Senden geleistet hat“. Seinen Bogen spannte der scheidende Oberst dann auch noch „mit Dank an alle Sendener Bürger, die immer an der Straße gestanden haben“. Darüber hinaus lag ihm der Kontakt mit den anderen Schützenvereinen in der Gemeinde am Herzen. „Wir müssen in der Elefantenrunde weiter zusammen kommunizieren“.

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