Umweltfreundliche Mobilität und Integration fördern
„Letzte Meile“ mit der Leih-Fiets

Senden -

Lücken im Mobilitätsnetz durch Leihfahrräder schließen: Für dieses Vorhaben ziehen Agenda 21-Gruppe, Flüchtlingshilfe Senden und Gemeindeverwaltung an einem Strang. Als erste Etappe soll die Verbindung zwischen Park-and-Ride-Bushaltestelle und Bahnhof Bösensell per Drahtesel verbessert werden.

Mittwoch, 26.06.2019, 17:16 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 17:50 Uhr
Die Flüchtlingshilfe Senden, im Bild zweiter Vorsitzender Lothar Kern, und ihr Team leisten technische Unterstützung bei dem Projekt.
Die Flüchtlingshilfe Senden, im Bild zweiter Vorsitzender Lothar Kern, und ihr Team leisten technische Unterstützung bei dem Projekt. Foto: Christian Besse

Der Begriff erlebt eine inflationäre Verwendung, doch hier passt er: Was Agenda-21-Gruppe, Flüchtlingshilfe Senden und Gemeinde auf die Beine stellen, bedeutet eine Win-Win-Situation. Sie schieben mit vereinten Kräften ein Mobilitätsprojekt an. Gemeinsam sollen Leihfahrräder angeboten werden, die – im ersten Schritt – eine Verbindung zwischen der Bushaltestelle „Park and Ride“ und dem Bahnhof Bösensell schaffen sollen. „Dort klafft eine Lücke zwischen Bus und Bahn“, betonte Bürgermeister Sebastian Täger . Und lieferte damit am Dienstagabend im Sozialausschuss die Begründung, warum die Pilotphase des Projektes an diesen Standorten angesiedelt wird.

Da klafft eine Mobilitätslücke zwischen Bus und Bahn.

Bürgermeister Täger über die Standortwahl für die Rad-Leihstationen

Denn wer beispielsweise innerhalb Münsters gut in den Schnellbus S 90 steigen kann, erreicht nur den Rand von Bösensell. Für die letzte „Meile“ (hier eine Distanz von rund 1,1 Kilometer) könnten sich Nutzer des umweltfreundlichen Öffentlichen Personen-Nahverkehrs in den Sattel der Leih-Fietsen schwingen.

Pfandsystem wie beim Einkaufswagen

Die Schwelle, die Räder zu nutzen, soll niedrig sein: Durch ein Pfandsystem, das wie beim Einkaufswagen am Supermarkt funktioniert. Nur eine Zwei-Euro-Münze muss zur Hand haben, wer in die Pedale treten will. Das Geld bekommt der Nutzer des Leihrades zurück, wenn er den Drahtesel am Ständer an Bahnhof oder Bushaltestelle wieder festmacht. „Bei zwei Euro sagt jeder, das ist mein Rad“, äußerte Georg Jacobs (CDU) eine Befürchtung. Auszuschließen sei das nicht, so Holger Bothur , Fachbereichsleiter Ordnung, Bürgerservice und Soziales in der Ausschusssitzung. Allerdings sollen die Räder in den Gemeinde-Farben Blau-Weiß lackiert und als Leih-Vehikel kenntlich gemacht werden. Als Größer werde das Risiko des Vandalismus gesehen.

Zwei Leihstationen machen den Anfang.

Zwei Leihstationen machen den Anfang.

Neue Wege der Mobilität ausprobieren

Aber bei dem Projekt gilt: Unbürokratisch und pragmatisch sollen neue Wege beschritten werden, Öko-Mobilität zu ermöglichen, Lücken in logistischen Ketten zu schließen und die Integration zu fördern. Dafür ziehen die Partner an einem Strang: Flüchtlingshilfe, die mit ihrer Werkstatt technischen Support und die Räder bietet, die Agenda-Gruppe, die das Konzept beisteuert und gemeinsam mit dem Bauhof „verloren“ gegangene Räder wieder einsammelt sowie die Gemeinde, die Materialkosten für Drahtesel, Ständer und Pfandsystem bereitstellt. Noch in diesem Jahr, so Bothur auf WN-Anfrage, soll das Mobilitäts- und Integrations-Projekt ins Rollen kommen.

Wo und inwieweit Räder als Bestandteil vernetzter Mobilität noch eingesetzt werden können, werde in einer zweiten Phase geprüft.

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