12 Prozent mehr Einwohner bis 2040/Zahl der über 80-Jährigen steigt rapide an
Wachstum fordert Senden heraus

Senden -

Laut Prognose von IT-NRW wird die Bevölkerungszahl in Senden bis zum Jahr 2040 um rund 2400 Menschen wachsen. Dabei steigt der Anteil der über 80-Jährigen überproportional stark an. Die Gemeinde steht damit vor der Herausforderung neben zusätzlichem Wohnraum besonders viele Pflegeplätze zu schaffen.

Dienstag, 23.07.2019, 14:31 Uhr aktualisiert: 23.07.2019, 15:30 Uhr
Einfamilienhäuser und Doppelhäuser prägen seit Jahrzehnten das Bild der Sendener Wohngebiete. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum einerseits und wegen des knappen Baulandes andererseits, soll in dem neuen Baugebiet Huxburg eine zeitgemäßere Struktur realisiert werden, die durch Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser mitgeprägt wird. Auf diese Weise entstehen pro Hektar deutlich mehr Wohneinheiten, als es bisher in der Gemeinde der Fall war.
Einfamilienhäuser und Doppelhäuser prägen seit Jahrzehnten das Bild der Sendener Wohngebiete. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum einerseits und wegen des knappen Baulandes andererseits, soll in dem neuen Baugebiet Huxburg eine zeitgemäßere Struktur realisiert werden, die durch Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser mitgeprägt wird. Auf diese Weise entstehen pro Hektar deutlich mehr Wohneinheiten, als es bisher in der Gemeinde der Fall war. Foto: Piontek

Im „Speckgürtel“ von Münster ist Senden schon lange ein überaus beliebter Zuzugsort. Dieser Trend dürfte sich auch in den nächsten beiden Jahrzehnten fortsetzen. Dafür spricht die soeben vom Landesbetrieb IT-NRW veröffentlichte Prognose zur Bevölkerungsentwicklung. Demnach steigt die Einwohnerzahl der Stevergemeinde von aktuell 20 521 bis zum Jahr 2040 auf 22 966. „Das ist ein Wachstum um rund zwölf Prozent und überdurchschnittlich viel im Vergleich zum Kreis Coesfeld insgesamt, dessen Einwohnerzahl nahezu unverändert gleich bleibt“, kommentiert Bürgermeister Sebastian Täger die Prognose.

Herausragendes Merkmal für Senden ist allerdings die Veränderung der Bevölkerungsstruktur aufgrund des demografischen Wandels. Laut IT-NRW wird die Zahl der über 80-Jährigen von aktuell 1031 bis 2040 auf 2911 wachsen. Das ist eine Steigerung um rund 182 Prozent (Kreis Coesfeld „nur“ + 80 Prozent).

„Der Bevölkerungszuwachs in Senden ist dem Megatrend der Urbanisierung geschuldet“, resümiert Täger im WN-Gespräch. Da in Münster Wohnraum äußerst knapp und deshalb besonders teuer ist, „schwappt“ ein Teil der eigentlich städtischen Bevölkerung in die Peripherie – in die Orte im Ring um die Metropole. Somit erfreuen sich Kommunen wie Greven, Altenberge, Telgte und Senden einer besonders starken Nachfrage.

Das Problem ist Verwaltung und Politik seit geraumer zeit bekannt – was konkrete Auswirkungen auf das geplante Baugebiet „Huxburg“ zur Folge hat: „Bisher wurden in neuen Wohngebieten fast ausschließlich Einfamilien- und Doppelhäuser gebaut. Jetzt wird auch eine gewisse Anzahl an Mehrfamilien- und Reihenhäuser entstehen. Hinzu kommen Nachverdichtungen, wie zum Beispiel am Mühlenbach“, kündigt Täger an.

In der „Huxburg“ sollen – so der politische Wille – in den kommenden Jahren insgesamt rund 440 Wohneinheiten realisiert werden. Mit dem Baubeginn ist – aufgrund des langwierigen rechtlichen und planerischen Verfahrens – nach Einschätzung der Verwaltung jeoch erst in der ersten Jahreshälfte 2021 zu rechnen. Ob die Bemühungen reichen, um die bis 2040 prognostizierten zusätzlichen rund 2400 Einwohner aufzunehmen, wird sich zeigen. „Es kann sein“, so der Bürgermeister, „dass sich das Wohnraumangebot als limitierender Faktor auf die Bevölkerungsentwicklung auswirkt.“ Zudem müsse die Gemeinde für eine zukunftsorientierte Entwicklung nicht nur im Ortsteil Senden, sondern auch in Ottmarsbocholt und Bösensell sorgen.

Eine noch größere Herausforderung als die Schaffung zusätzliche Wohnungen dürfte die Ausweisung des Pflegeangebots werden. Denn zurzeit ist die Gemeinde Senden mit lediglich 99 Pflegeplätzen im Altenheim St. Johannes das Schlusslicht im Kreis Coesfeld. Im Zuge des Projektes „Integratives Wohnen an der Holtruper Straße“ sollen sich bis Anfang 2021 insgesamt 69 weitere Vollzeit-Pflegeplätze hinzugesellen. „Doch auch das wird perspektivisch nicht reichen“, weiß Täger bereits jetzt. Nach Einschätzung des Bürgermeisters dürfte „etwa fünf Jahre nach Inbetriebnahme“ der neuen Einrichtung der Bedarf für ein weiteres Pflegeheim entstanden sein. Denn auf Basis der von IT-NRW vorhergesagten Zahlen sei davon auszugehen, dass der Bedarf künftig um zusätzliche zehn Pflegeplätze steigen werde. Wie diese Herausforderung gemeistert werden kann, sei bisher noch offen, räumt der Bürgermeister ein, verspricht aber: „In Zusammenarbeit mit dem Kreis Coesfeld werden wir eine Lösung erarbeiten.“

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