Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung
Gelsenwasser zapft den Kanal an

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Rund 70 Millionen Liter Wasser täglich werden zurzeit aus dem Dortmund-Ems-Kanal über die Stever zum Hullerner und Halterner Stausee geleitet. Denn zur Sicherung der Trinkwasserversorgung von rund einer Millionen Menschen muss die Gelsenwasser AG die beiden Seen „auf Stand“ halten.

Donnerstag, 25.07.2019, 14:34 Uhr aktualisiert: 26.07.2019, 10:37 Uhr
Aus dem Halterner Stausee strömt das Wasser der Stever in Versickerungsbecken und gelang in sechs bis sieben Wochen ins Grundwasser. Beim Weg durch die Sandschichten wird es auf natürliche Weise gereinigt. Damit der Halterner und der Hullerner Stauseen auch in den kommenden Wochen „auf Stand bleiben, werden zurzeit rund 70.000 Kubikmeter (70 Millionen Liter) täglich aus dem Dortmund Ems-Kanal über die Stever nach Haltern geleitet.
Aus dem Halterner Stausee strömt das Wasser der Stever in Versickerungsbecken und gelang in sechs bis sieben Wochen ins Grundwasser. Beim Weg durch die Sandschichten wird es auf natürliche Weise gereinigt. Damit der Halterner und der Hullerner Stauseen auch in den kommenden Wochen „auf Stand“ bleiben, werden zurzeit rund 70.000 Kubikmeter (70 Millionen Liter) täglich aus dem Dortmund Ems-Kanal über die Stever nach Haltern geleitet. Foto: Gelsenwasser

„Wasser marsch“ hieß es am Donnerstagmorgen am Dortmund-Ems-Kanal. Seither werden von dort große Mengen des kühlen Nass in die Stever geleitet. Nicht etwa durch „popelige“ Feuerwehr-Schläuche, sondern durch ein mächtiges, unterirdisch verlegtes Rohr mit einem Durchmesser von 1,20 Meter.

„Etwa 3000 Kubikmeter pro Stunde, also über 70.000 Kubikmeter am Tag, fließen durch ein natürliches Gefälle jetzt vom Dortmund-Ems-Kanal in den Fluss und von dort in den Hullerner und den Halterner Stausee“, erklärt Heidrun Becker . Es handele sich um eine Vorsorgemaßnahme, ihres Unternehmens, um auch weiterhin die Trinkwasser-Versorgung von rund einer Million Menschen im Münsterland und im nördlichen Ruhrgebiet sicherstellen zu können, führt die Pressesprecherin der Gelsenwasser AG aus.

Wasserstand gesunken

Beide Stauseen werden durch die Stever gespeist. „Der Wasserstand des Hullerner Stausees ist auf etwa 40 Prozent gesunken, im Halterner Stausee ist er jetzt bei etwa 80 Prozent“, ergänzt Magnus Meckelburg , Betriebsleiter der Gelsenwasser. Aus diesen beiden Reservoiren wird das feuchte Element in sogenannte Versickerungsbecken geleitet. Durch die dort vorhandenen Sande gelangt es in Tiefbrunnen.

„Dieser Vorgang dauert etwa sechs bis sieben Wochen. Dabei wirkt der Sand als natürlicher Filter“, erläutert Meckelburg. Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit sowie der langen Zeitspanne bis zum erreichen der Tiefbrunnen halte Gelsenwasser die Talsperren schon jetzt auf Stand.

Dortmund-Ems-Kanal als Reserve-Wasserreservoire

Eine entsprechende Wasserentnahme war wegen der Dürreperiode bereits im vergangenen Jahr notwendig geworden. „Das Recht, den Dortmund-Ems-Kanal als Reserve-Wasserreservoire zu nutzen, ist mit dem Wasserverband Westdeutscher Kanäle geregelt“, berichtet Bernd Hartung, Unternehmenssprecher der Gelsenwasser AG. Das Verfahren diene der Mengenabsicherung der Trinkwasserversorgung. „Zurzeit werden täglich 383.000 Kubikmeter ins Netz eingespeist. Davon stammen rund 250.000 Kubikmeter aus den Stauseen. Der Reste ist echtes Grundwasser“, erläutert Hartung. Zum Vergleich: Im Halterner Stausee können bis zu 21 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Im vorgelagerten Hullerner Stausee sind es weitere elf Millionen Kubikmeter.

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