Verbot von Plastik-Granulat geplant
Weiterhin grünes Licht fürs Kicken auf Kunstrasen

Senden -

Die Ankündigung der EU-Kommission, Mikroplastik zu verbieten, hatte bei Sportvereinen Wellen geschlagen, weil diese Maßnahme auch bei gewisse Einstreumaterialien für Kunstrasenplätze greift. In der Gemeinde Senden könnten auf Dauer zwei der vier Kunstrasenplätze betroffen sein, ergab eine Anfrage der WN.

Dienstag, 30.07.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 31.07.2019, 14:54 Uhr
Ende 2015 wurde der Untergrund des Ottmarsbocholter Kunstrasenplatzes vorbereitet. Da Plastik-Granulat aufgefüllt wurde, könnte der Platz von den Überlegungen der EU, das Einstreumaterial zu verbieten, betroffen sein.
Ende 2015 wurde der Untergrund des Ottmarsbocholter Kunstrasenplatzes vorbereitet. Da Plastik-Granulat aufgefüllt wurde, könnte der Platz von den Überlegungen der EU, das Einstreumaterial zu verbieten, betroffen sein. Foto: sff

Farben haben eine Wirkung auf das menschliche Empfinden, das ist psychologisch erwiesen. Grün steht demnach für Frieden, Hoffnung und Sicherheit. Und vor allem: Grün wirkt beruhigend.

Auch die Kunstrasenplätze in Senden strahlen fürs Kicken weiterhin beruhigendes Grün aus. Und das, obwohl die EU-Kommission ein Verbot von Plastik-Einstreumaterial ins Auge gefasst hat (WN berichteten). „Denn bis jetzt ist noch nichts entschieden“, betont Erwin Oberhaus , Mitarbeiter der Sendener Bauverwaltung, auf Anfrage. „Erst im September ist die öffentliche Anhörung abgeschlossen. Und dann soll es neue Informationen zu möglichen Änderungen der Vorschriften geben“, sagt Oberhaus.

In der Gemeinde Senden gibt es vier Kunstrasenplätze, zwei davon sind mit Granulat aufgefüllt und damit grundsätzlich von den Überlegungen der EU betroffen. „Das ist der ältere Platz in Senden, der aus dem Jahr 2010 stammt, und der Platz in Ottmarsbocholt, der 2015 angelegt wurde“, erläutert der Mitarbeiter der Bauverwaltung. Nicht betroffen sind demnach der Kunstrasenplatz in Bösensell und der neuere Platz des VfL. Gleichwohl seien die beiden (möglicherweise) betroffenen Plätze „bei der Erstellung vorschriftsmäßig auf eine Belastung geprüft worden“, so Oberhaus. Die Gemeinde verfolge die Entwicklung der Diskussion dennoch aufmerksam.

„Im Moment ist es zu früh, Konsequenzen abzusehen, da auch die EU die Veröffentlichung neuer Zahlen durch das Fraunhofer Institut und die weitere Prüfung der Fakten abwartet“, sagt der Mitarbeiter der Bauverwaltung.

Laut einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums ist die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) derzeit noch in einer frühen Phase der Meinungsbildung zum Thema Mikroplastik und sammelt Informationen und Einschätzungen. „Jede und jeder kann sich hier einbringen. Wir fordern die Sportverbände deshalb auch auf, ihre Argumente in diese Anhörung einfließen zu lassen“, so das Ministerium.

Dazu teilt die ECHA mit, dass im Falle eines Verbotes der Spielbetrieb auf den betroffenen Plätzen fortbestehen könne. Allerdings wäre deren Unterhalt vom Verbotsvorschlag betroffen, sobald die Bestände von bisherigem Füllmaterial aufgebraucht sind. Sollte es zu dem von der EU-Kommission ins Auge gefassten Verbot kommen, werde „eine geeignete Übergangsfrist für den Unterhalt geprüft werden“, so die ECHA.

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