Karl-Heinz Huizen verwirklicht Ideen in Stahl, Holz und Beton
„Kunst ist gewonnene Freiheit“

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Über Jahrzehnte war Karl-Heinz Huizen beruflich stark eingebunden. Mit dem Ruhestand gewann er langersehnten zeitlichen Freiraum, in dem er seine kreativen Ideen in Skulpturen umsetzt. Mittlerweile beteiligt sich der Sendener an Ausstellungen und lädt einmal jährlich zu einer Vernissage in sein Haus ein.

Sonntag, 04.08.2019, 17:00 Uhr
Kreative Ideen, Humor und handwerkliches Geschick vereint Karl-Heinz Huizen in seinen Kunstwerken, in denen er die Dinge dieser Welt auf ihre wesentlichen Züge reduziert und dem Betrachter viel Spielraum für die eigene Interpretation lässt.
Kreative Ideen, Humor und handwerkliches Geschick vereint Karl-Heinz Huizen in seinen Kunstwerken, in denen er die Dinge dieser Welt auf ihre wesentlichen Züge reduziert und dem Betrachter viel Spielraum für die eigene Interpretation lässt. Foto: sff

Es ist nicht nur ein schöner, blühender Garten. Es ist ein wahrer Kunstpark, in dem sich Skulpturen aus Stahl, Holz und Beton mit Bäumen, Sträuchern und Blüten zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk vereinen. Sowohl hier als auch in seinem Haus hat Karl-Heinz Huizen künstlerische Akzente gesetzt und sich nach langen Berufsjahren kreativ selbstverwirklicht.

Im Garten geben sich „Jupp und Änne“, zwei muntere „westfälische Betonköpfe“ ein amüsantes Stelldichein. Schräg gegenüber die von Rost überzogene Skyline der Industriestadt Bottrop. Und am Ufer des naturnah gestalteten Teiches reitet ein stählerner Surfer zwischen Steinen auf einer grünen Welle aus bodendeckenden Pflanzen. All diese Arbeiten sind Unikate, ganz eigen und eigenwillig, Marke „Calle Huizen“.

„Kurz vor dem Ruhestand habe ich mir Gedanken gemacht, was ich mit meiner Zeit anfange“, erzählt der heute 67-Jährige. „Zum einen wollte ich mich sozial engagieren. Zum anderen suchte ich eine kreative Beschäftigung.“

„Jupp und Änne“, zwei muntere „westfälische Betonköpfe“. . .

„Jupp und Änne“, zwei muntere „westfälische Betonköpfe“. . . Foto: sff

Bezüglich des gemeinnützigen Einsatzes stieg Huizen in den Vorstand des Sendener Bürgerbusvereins ein. Die Basis für sein intensives kreatives Schaffen legte er kurz vor seinem Ruhestand im VHS-Kursus „Arbeiten mit Beton“ im Kunsthof Nordkirchen. Dort erweitert er seither einmal wöchentliche sowie bei Seminaren seine künstlerischen und kunsthandwerklichen Fertigkeiten.

„Dort habe ich Kontakt zu neuen Materialien bekommen, nach Beton zu Metall und Holz. Außerdem kann ich mich in der Kunstwerkstatt mit anderen austauschen. Das ist wichtig, um sich weiterzuentwickeln“, erzählt Huizen, der sich mittlerweile erfolgreich an diversen Ausstellungen (Kolvenburg, Grugapark) beteiligt und einmal im Jahr sogar zu einer Vernissage im eigenen Haus und Garten einlädt.

Die rostige Skyline der Industriestadt Bottrop.

Die rostige Skyline der Industriestadt Bottrop. Foto: sff

„Ich reduziere Dinge dieser Welt optisch so weit, dass in der Skulptur ihr Ursprung erkennbar bleibt. Dabei überzeichne ich, um der Interpretation des Betrachters Spielraum zu lassen“, umreißt Huizen worauf es ihm bei seinen Arbeiten ankommt. Er schreibe dem Betrachter nicht vor, wie die Skulpturen zu deuten sind. „Das ist doch das Schöne“, sagt der Hobby-Künstler, „jeder kann die Dinge so sehen, wie er es möchte.“ Was für ihn selbst am wichtigsten ist: „Früher steckte ich beruflich in zu vielen Zwängen. Kunst ist für mich gewonnene Freiheit. Ich habe Spaß am Leben und am Gestalten.“

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