Beuckmann und Rave stellen Radtouren in ganz Deutschland zusammen
Gemeinsam Landschaft erleben

Ottmarsbocholt -

Von Nord bis Süd und West bis Ost haben Marianne Beuckmann und Klemens Rave schon viele Regionen Deutschlands unter die Reifen genommen. Seit zehn Jahren stellen sie Radwanderungen für die Kolpingsfamilie Ottmarsbocholt auf die Beine, die für alle Interessierten offen sind. Das gemeinsame Erlebnis von Natur und Kultur spornt das Orga-Team und die Teilnehmer immer wieder an, sich auf den Sattel zu schwingen.

Sonntag, 11.08.2019, 16:56 Uhr
Marianne Beuckmann und Klemens Rave organisieren seit zehn Jahren für die Kolpingsfamilie Ottmarsbocholt die mehrtägigen Radwanderungen, die offen für alle Interessierten sind.
Marianne Beuckmann und Klemens Rave organisieren seit zehn Jahren für die Kolpingsfamilie Ottmarsbocholt die mehrtägigen Radwanderungen, die offen für alle Interessierten sind. Foto: sff

Sie kennen sich bestens aus auf Deutschlands (Fern-)Radwegen an Rhein, Werra, Elbe, Ems und Donau. Nicht nur, weil sie dort in den vergangenen zehn Jahren schon rund 5000 bis 6000Kilometer in die Pedale getreten sind. Darüber hinaus organisieren Marianne Beuckmann und Klemens Rave seither die für alle offenen mehrtägigen Radwander-Angebote der Kolpingsfamilie Ottmarsbocholt. Der bis zu 20-köpfige Teilnehmerkreis konzentriert sich auf die Altersgruppe der 60- bis Anfang 80-Jährigen.

Uns geht es nicht darum, möglichst viel Strecke zu machen.

Klemens Rave

„Wir legen in der Regel täglich 50 bis 80 Kilometer zurück. Uns geht es aber nicht darum, möglichst viel Strecke zu machen“, betont Klemens Rave. „Wir möchten in einer harmonischen Gruppe gemeinsam Landschaft, Natur und Kultur erleben.“

Touren erfordern langen Vorlauf

Darum blättert Marianne Beuckmann schon Monate vor dem Tourstart diverse Prospekte, sucht günstig gelegene, gemütliche und erschwingliche Hotels heraus, kümmert sich um die rechtzeitige Buchung für eine entsprechende Personenzahl sowie um Stadtführungen und besondere Highlights, wie zum Beispiel den Besuch des Erlebnisbergwerkes Merkers an der Werra. „Da gab es vor fünf Jahren im Salzstock in 800 Metern Tiefe einen Sektempfang. Das war eine große Überraschung“, erinnert sich Klemens Rave.

Anekdoten am Fahrbahnrand

Schon seit über 30 Jahren werden über die Kolpingsfamilie Ottmarsbocholt Radwanderungen angeboten. „Pionier war Heinrich Mariß, weitergeführt wurden die Radwanderungen von Heinrich Volle, Rudi Bertling und Felix Möllers“, berichtet Klemens Rave, der sich an eine Anekdote aus dem Jahr 1992 erinnert. Damals war die Gruppe zwischen Passau und Wien unterwegs.

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Plötzlich hieß es „Halt“, weil ein Weg mit weiß-rotem Flatterband versperrt war. Die Ottmarsbocholter kümmerte das wenig. „Wir sind trotzdem reingefahren, bis einige Kilometer weiter eine mit Menschen besetzte Tribüne auftauchte. Kurz vor der Zieleinfahrt sind wir dann aber nach links ausgeschert. Sonst wären wir bei dem Radrennen womöglich noch Erste geworden“, erzählt Klemens Rave amüsiert lächelnd.

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Als Basis für die mehrtägigen Fahrten greifen die Organisatoren auf bestehende Themen-Routen oder Vorschläge des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) zurück. „Kniffliger wird es, wenn wir eigene Routen zusammenstricken, so wie im vergangenen Jahr von Aalen an der Kocher über Heidelberg, Mannheim und Worms bis zu Bekannten in Biblis am Rhein“, erzählt Beuckmann. Oder wie in diesem Jahr von Neuss über Venlo, Roermond, Afferden, Kevelaer und Schermbeck zurück nach Ottmarsbocholt.

Leider wurden sie hierbei in einigen Städten schlecht von Tourismusbüros unterstützt, berichten beide. Dass es auch ganz anders geht, zeigten Mitarbeiterinnen in einem Tourismusbüro, das einer Kreisverwaltung angeschlossen war, in der Werra-Region. Weil rund acht Tage vor dem Tourstart ein Hochwasser durchgerauscht war, erhielten die Organisatoren immer wieder Informationen über geräumte und freigegebene Strecken oder Umleitungen.

Mit Warnweste und Tröte auf Tour

Über dem gemeinsamen Erleben steht bei allen Touren die Sicherheit der mit gelben Warnwesten ausgestatteten Teilnehmer. Bei dieser Aufgabe sind die beiden Tourenleiter nicht auf sich gestellt, sondern können sich auf eingespielte Helfer verlassen. „Ganz wichtig ist unser ,Schlussmann‘ Norbert Domhöver. Während wir uns vorne auf die Strecke konzentrieren, hält er uns den Rücken frei. Er hat ´ne Tröte und alarmiert uns, wenn irgendetwas passiert“, berichtet Rave. „Sobald das Signal ertönt, wissen alle, dass es ist nicht aus Jux und Dollerei geschieht und fahren rechts ran.“

Das Instrument erklingt zum Beispiel, wenn jemand eine Panne hat. Guter Rat ist dann nicht teuer. Denn die fiedelen Radwanderer verfügen mit Heinrich Volle und Berni Suttrup über ein ausgefuchstes Techniker-Duo. „Die beiden kümmern sich um alles Mögliche am Fahrrad – wenn eine Speiche gerissen ist, ein Reifen platt ist oder eine Sattelstütze wackelt“, erzählt Beuckmann. Im Bild festgehalten werden solche Ereignisse und echte Sehenswürdigkeiten übrigens vom „Haus-und-Hof-Fotografen“ Georg Suttrup. Auf diese Weise kann die Abschlussabrechnung der Tour im Herbst mit einem gemütlichen Bilderabend verbunden werden, bei dem das Gemeinschaftsgefühl aufgefrischt und schon mal ein Funke für die Tour im kommenden Jahr geschlagen wird.

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