Kulturprogramm für die Gemeinde Senden
Alle Geschmäcker und Generationen

Senden -

Günter Melchers, Leiter des Kulturamtes, sieht sich der gesamten Bevölkerung gegenüber verpflichtet, weshalb er mit seinem Team ein vielfältiges Programm für alle Geschmäcker und Generationen auf die Beine stellt. Dass die Steverhalle als Spielstätte fehlt, macht Improvisation erforderlich.

Dienstag, 13.08.2019, 18:06 Uhr
Günter Melchers blickt auf ein vielfältiges Kulturprogramm für Senden.
Günter Melchers blickt auf ein vielfältiges Kulturprogramm für Senden. Foto: di

Wenn sich Senden am 31. August (Samstag) im Ortskern zu einer einzigen Musikmeile verwandelt, dann wird das Kulturprogramm für das zweite Halbjahr mit einem echten Paukenschlag eröffnet. Doch „Street live“ mit seinen zwölf Open-Air- und Kneipen-Bühnen steht auch stellvertretend für das Ziel, das Sendens Kulturamt bei seiner Arbeit verfolgt. Und das da lautet: Für unterschiedliche Geschmäcker sowie Generationen ein vielfältiges Programm zu bieten. Von der Cover-Rockband bis zu Gospel und Rudelsingen bei „Street live“.

Nicht die persönlichen Vorlieben zählen

Diese stilistische Bandbreite spiegelt sich auch ansonsten wider: Die Interessen aller Bürger nehme sein Ressort in den Blick, betont Kulturamtsleiter Günter Melchers . Auch was nicht zu den persönlichen Vorlieben von seinem Team und ihm gehört, „hat seine Berechtigung“. Das Ergebnis könne sich, zumal für eine kleine Gemeinde im Dunstkreis eines kulturellen Oberzen­trums, sehen lassen. „Ich glaube, dass wir ein breitgefächertes Programm haben“, bewertet Melchers die künstlerisch-kreative und musikalische Landschaft in Senden, in der die Gemeinde als ein Akteur neben anderen Protagonisten auftritt.

Weshalb Melchers und seine Mitstreiter, allen voran sein Kollege Volker Sowade , ihre Netzwerke pflegen, um zu spannenden Kooperationen zu gelangen, oder die Brücke zu Künstlern bauen, die sonst wohl eher einen Bogen um Senden schlagen würden.

Netzwerken ist „das“ Thema.

Kulturamtsleiter Günter Melchers

Die Stevergemeinde kann aber nicht nur mit dem Pfund eines Kulturamtes, das allenthalben seine Fühler ausstreckt, sondern auch mit dem größten Veranstaltungsraum des Kreises Coesfeld aufwarten – die Steverhalle. Dass diese noch bis zum Sommer nächsten Jahres wegen laufender Sanierungsarbeiten vom „Spielplan“ genommen ist, verlangt Improvisation auf der Bühne der kommunalen Kultur sowie beim Vereins- und Schulsport.

Neue Zutaten für das Kultur-Menü

Ausgetretene Pfade verlassen – auch das gehört für Günter Melchers bei aller Routine als Ressortchef dazu. Deshalb kommen beim Schnüren des Kultur-Pakets für Senden auch ein paar Bestandteile dazu, die zuvor nicht angeboten worden waren. Bei „Street live“ sind es die DJs, die vor dem Rathaus mit „House“ und „Black Music“ ein ausdrücklich junges Publikum zum Partymachen animieren. Ebenfalls auf die junge Zielgruppe richtet sich die Fortentwicklung des erstmaligen Poetry-Slam-Abends, der am 23. November erneut über die Rathaus-Bühne gehen wird. Hehrer Anspruch: „Diesmal ist die Champions League zu Gast“, verspricht die Gemeinde als Veranstalter.Nach rund zehnjähriger Pause findet sich mit dem Ensemble „Emscherblut“ am 28. September wieder Improtheater im Programm.Ganz neu ist, in Zusammenarbeit mit dem Kreis Coesfeld, die musikalische Wanderung von Senden nach Lüdinghausen im Repertoire.Zur Kultur in der Kommune zählt Melchers auch den „Sendener Feierabend“ des Gastronomen Wilfried Reckers, der von der Gemeinde unterstützt wird. Nach den erfreulichen Erfahrungen in diesem Sommer ist jetzt eine Übertragung in die Adventszeit angedacht. Feste Absprachen bestehen zwar noch nicht, aber Melchers betont: „Wir sind experimentierfreudig.“

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Mit der Halle 2 im Sportpark Senden habe sich aber ein adäquater Ersatz gefunden, lautet die Bilanz nach mehreren Einsätzen der Sporthalle. Einzelne Stimmen, verrät der Amtsleiter, hätten sogar dem Ersatz-Standort bessere Noten bescheinigt.

Nach zehn Jahren Pause wieder im Programm: „Emscherblut“ serviert Improtheater.

Nach zehn Jahren Pause wieder im Programm: „Emscherblut“ serviert Improtheater. Foto: Kulturamt

Kabarett boomt, Jazz schwächelt etwas

Die Verlagerung ist aber nicht so trivial, wie es vermutet werden könnte, denn nicht nur Bühne und Technik müssen installiert, sondern auch die Bestuhlung für ein bis zu 850-köpfiges Publikum eins zu eins aufgebaut werden, da die Abonnenten auf ihre angestammten Plätze pochen. Besonders bei Kabarett sind die Stammgäste in der Überzahl: 470 Abos hat die Gemeinde verkauft; auf der Warteliste stehen weitere rund 100 Fans von politischen Pointen und Witzen über die menschlichen Macken.

Auch die Klassik-Reihe „Best of NRW“ im Rathaus läuft gut und ist mit wenig organisatorischem Aufwand und Akquise verbunden. 120 Plätze stehen im Rathaus – dessen Bürgersaal von der Akustik her besonders geeignet sei – zur Verfügung, etwa die Hälfte dieser Anzahl ist durch Stammgäste vergeben, so Melchers.

Er hadert aber etwas mit dem Konzept für die Reihe „Jazz live“, deren Resonanz er als „mittelmäßig“ beschreibt. Ob es bei der Taktung von fünf Konzerten pro Jahr auf Dauer bleibt, lässt der Leiter des Kulturressorts offen. Beantwortet werden dürfte die Frage vom Amtsnachfolger von Melchers, der im kommenden Jahr in den Ruhestand verabschiedet wird. Womit für Senden sicherlich eine Ära endet.

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