Neues Standbein als Landwirt
Rinder einer besonderen Rasse und aus der Region

Senden -

Elmar Lintel-Höping setzt auf Qualitätsfleisch und eine Haltung, die mehr dem Tierwohl verpflichtet ist. Angus-Rinder, die mehrere Monate als Kälber bei ihren Müttern im Havelland leben, erreichen nach weiteren zehn bis zwölf Monaten auf dem Hof in Senden ihre Schlachtreife. Mit dem besonders marmorierten Fleisch aus der Region besetzt er eine Marktnische.

Mittwoch, 14.08.2019, 18:44 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 16:58 Uhr
Mit voller Leidenschaft Landwirt: Elmar Lintel-Höping setzt auf Angus-Rinder und eine moderne Optik beim Logo und im Hofladen.
Mit voller Leidenschaft Landwirt: Elmar Lintel-Höping setzt auf Angus-Rinder und eine moderne Optik beim Logo und im Hofladen. Foto: di/Lintel-Höping

Der Pick Up dient nicht zum Protzen, sondern dem Betrieb. Elmar Lintel-Höping fährt einen Wagen eines US-Herstellers, der ordentlich PS unter der Haube und Achslast am Heck mitbringt. Als Landwirt, der regelmäßig mit dem Viehtransporter unterwegs ist, fällt der Ford Ranger für ihn in den Bereich Nutzfahrzeug. Was die neue Orientierung des gelernten Agrar-Ingenieurs verrät, ist der Aufkleber auf dem schwarzen Vehikel: „Angus Beef“ prangt es dort.

Kälber bleiben bei Kühen auf der Weide

Ein Hingucker und Bekenntnis. Denn Elmar Lintel-Höping, der den im Eigentum des Barons Droste zu Senden befindlichen Hof mit seinen Eltern bewirtschaftet, hat sich mit der besonderen Rinderrasse ein weiteres Standbein geschaffen. „Ich will jetzt voll durchstarten“, betont der 26-Jährige. Vor zwei Jahren haben erste Tiere, die acht Monate im Havelland bei ihren Müttern auf der Weide aufwachsen, den Weg auf den Hof Holtrup gefunden. Dort werden sie weitere zehn bis zwölf Monate in offenen Strohställen in Gemeinschaften von zehn Bullen mit mehr Platz als bei konventionellen Rindern bis zur Schlachtreife gehalten. Lintel-Höping nimmt an einem Förderprogramm für Strohhaltung des Landes teil. Nach eigenen Angaben ist er größter Angus-Rind-Halter im Münsterland.

Arbeitsgerät statt Protz-Kutsche: Auf dem Heck des Pick Ups findet sich ein Hinweis auf die neue Säule des landwirtschaftlichen Betriebs.

Arbeitsgerät statt Protz-Kutsche: Auf dem Heck des Pick Ups findet sich ein Hinweis auf die neue Säule des landwirtschaftlichen Betriebs. Foto: di

Lokale Zutaten statt Soja

Das Futter wird zum Großteil auf dem Hof hergestellt – aus Mais, Getreide und Ackerbohne. Letztere als Proteinträger, um Soja zu verdrängen. Die Kombination von Weiden-Aufzucht und Eiweißfuttermittel sorge für die hohe Qualität des Fleisches, das vor seinem zarten Geschmack schon durch die Marmorierung auffalle.

Eine Haltung, die mehr dem Tierwohl verpflichtet ist, regionaler Absatz (an eine Supermarkt-Kette ebenso wie Schlachtungen bei Bonkhoff in Ascheberg für den eigenen Bedarf des Hofes) und die seltene Rasse haben ihren Preis: Der liege etwa 20 bis 30 Prozent über dem, was Verbraucher für Fleisch aus konventionellen Beständen bezahlen. Mit in die Waagschale wirft Lintel-Höping als Vertreter einer jungen Landwirtsgeneration auch, dass der Familienbetrieb mit 210 Angus-Rindern großen Fleischfabriken in den USA oder Südamerika Paroli bietet. Von dortiger Haltung und Aufzucht ganz abgesehen – „es kann doch nicht nachhaltig sein, Rindfleisch über tausende Kilometer nach Deutschland zu schippern“.

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Der Hofladen auf dem Hof Holtrup ist immer freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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