Sendener „Tafel“ fehlt ein großer Kühlwagen
Ehrenamtliche am Limit der Kräfte

Senden -

Mit ihrem „Glücksbringer“ hatte die „Tafel“ Pech: Der Kühlwagen strich Anfang dieses Jahres die Segel. Jetzt hofft der gemeinnützige Verein auf Spenden für eine Neuanschaffung. Dass die „Tafel“ überhaupt noch arbeiten kann, liegt daran, dass der Verein einen „Caddy“ mit Kühlung gekauft hatte – aber der Wagen ist viel zu klein.

Donnerstag, 15.08.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 19:40 Uhr
Buchstäblicher Kraftakt: Die Fahrer Peter Weber (l.) und Wolfgang Janning haben schwer zu wuchten, um den kleinen Caddy-Kühlwagen zu entladen, während die Aufbereitung schon wartet.
Buchstäblicher Kraftakt: Die Fahrer Peter Weber (l.) und Wolfgang Janning haben schwer zu wuchten, um den kleinen Caddy-Kühlwagen zu entladen, während die Aufbereitung schon wartet. Foto: di

Wolfgang Janning und Peter Weber sind ehrenamtliche Kräfte, deren Kraft gefordert ist. Buchstäblich! Denn die beiden Angehörigen des Fahrer-Teams fressen nicht nur Kilometer im Auftrag der Sendener „Tafel“, sondern legen sich geradezu mit Schwerstarbeit ins Zeug, was diese beiden sportlich-athletischen Recken auch schaffen. Aber für den gemeinnützigen Verein ist die Notlösung, die mit viel Einsatz exerziert wird, keine Dauerlösung: Der „Tafel“ fehlt ihr großer Kühlwagen.

Der war als „Glücksbringer“, wie es auf dem weißen Lack prangte, landauf und landab unterwegs. Drei, vier Jahre nach der „Tafel“-Gründung im Jahr 2010 wurde der Ford in den Fuhrpark des Vereins aufgenommen, Anfang 2019 strich er die Segel. Wirtschaftlicher Totalschaden lautete der Befund; das Kühl-Aggregat kann die „Tafel“ vielleicht noch separat verkaufen, an das neue Fahrzeug, das der Verein in den Blick genommen hat, passt es nicht.

Der neue rollende Kühlschrank soll auf einem Mercedes Sprinter aufgedockt werden – mit dem Hersteller hat der Bundesverband der „Tafeln“ eine Sponsoring-Vereinbarung getroffen. Dennoch schlägt die Investition mit rund 45 000 Euro zu Buche, berichtet Sabine Knümann , zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, der seit dem Ausfall des „Glücksbringers“ auf Fortuna hofft – in Form von Spenden. Sie fließen tatsächlich, doch die Schatulle für diesen notwendigen Betrag „füllt sich nur mühselig“, zieht Knümann ein Zwischenfazit.

An der Anschaffung geht aber kein Weg vorbei, stellt die Vize-Vorsitzende klar. Sie unterstreicht, dass es ein Glücksfall gewesen sei, dass die „Tafel“ 2018 einen VW Caddy von einer anderen „Tafel“ gekauft habe, der über ein Kühlaggregat verfügt. Der Wagen war als Ersatz für den fast schon historischen Feuerwehrwagen angeschafft worden, der das Fahrzeug Nummer zwei der Sendener „Tafel“ gebildet hatte, bis er ausrangiert worden ist.

Doch der Caddy ist zu klein. Durch die geringe Ladekapazität fallen doppelt und dreifache Fahrten durch Senden, nach Münster, Havixbeck, Nottuln und Coesfeld an. In letzterer Stadt befindet sich ein regionales Zwischenlager der „Tafeln“, dort kommen Lebensmittel palettenweise an – können aber gar nicht im Caddy transportiert werden, während im Sprinter Europaletten gestapelt werden könnten. Viele Vereine, aber besonders die Lüdinghauser „Tafel“ springt für die gebeutelten Sendener in die Bresche. Wofür Knümann dankt. Doch das geduckte Wuchten und häufige Beladen und die Wartezeiten in der Aufbereitung der Spenden seien kaum noch hinnehmbar. Deshalb geht kein Weg daran vorbei: Die Tafel braucht Glücksbringer, um wieder einen „Glücksbringer“ erstehen zu können.

 

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