Andrea Greshake als Pastoralreferentin im Altenheim eingeführt
Dem Herzen folgen für die Seelsorge

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Andrea Greshake sieht ihre Berufung darin, Menschen beizustehen, wenn es schwierig wird. Im Altenheim St. Johannes wurde sie jetzt als Profi auf diesem Feld ins Amt eingeführt. Die Pastoralreferentin kümmert sich um Seelsorge – aber nicht nur für die Bewohner.

Montag, 19.08.2019, 18:26 Uhr
Einsatz für die Seelsorge im Altenheim St. Johannes: Andrea Greshake mit Michael Engbers (l.), Leiter des Sozialen Dienstes, und Pfarrer Klemens Schneider.
Einsatz für die Seelsorge im Altenheim St. Johannes: Andrea Greshake mit Michael Engbers (l.), Leiter des Sozialen Dienstes, und Pfarrer Klemens Schneider. Foto: di

Das Namensschild hebt sich auf der gestreiften Bluse von Andrea Greshake ab. Sie trägt es auf der linken Seite, knapp über ihrem Herzen. Vielleicht, weil es eine Herzensangelegenheit ist, der sie jetzt folgen darf. Ihr Herz schlägt jedenfalls dafür, den Menschen Beistand zu geben. Nähe zu schenken, Einsamkeit zu verscheuchen und Wärme zu spenden. Auf ihrem Namensschild ist ihr vielfältiger Job mit nur einem Wort umschrieben „Seelsorge“.

Greshake ist darin Profi. Denn sie arbeitet als hauptamtliche Kraft im Altenheim St. Johannes Senden. Ein Feld, das zuvor Diakon Klaus Siegemeyer beackert hat, ohne sich allein auf diesen Bereich zu konzentrieren.

Eine solche Stellenbesetzung ist alles andere als selbstverständlich. „Wir sind froh und stolz darüber“, betont Michael Engbers, Leiter des Sozialdienstes der Einrichtung – deren Profil geschärft werde durch die Tätigkeit von Greshake, die am Montag mit einem Gottesdienst im Zeichen des „Barmherzigen Samariters“ in ihr Amt eingeführt wurde. Ein Amt, das nicht nur inhaltlich fordert, sondern auch wohl vom Umfang her. Denn die Altenheimseelsorgerin wird für zwei Standorte zuständig sein, sobald die Pflegeeinrichtung an der Holtruper Straße ihren Betrieb aufnimmt. Beide Standorte werden von der Altenheim St. Johannes gGmbH betrieben.

Profi engagierte sich lange als Amateur

Seelsorge-Profi ist Greshake auch deshalb, weil sie schon lange Zeit als „Amateur“ gearbeitet und im Fernstudium eine Ausbildung zur Krankenhauspastoralreferentin abgeschlossen hat. „Ich sehe es als meine Berufung an, gerade in schwierigen Situationen für die Menschen da zu sein“, betont die Wahl-Sendenerin, die aus Lüdinghausen stammt und über das Emsland Anfang der 70er Jahre in ihrem jetzigen Wohn- und Arbeitsort „landete“. Ehrenamtliche Hospizarbeit und Notfallseelsorge haben ihr Praxis verschafft bei der Mission, Menschen zur Seite zu stehen. Was aber nicht als ständiges Aufopfern missverstanden werden dürfe: „Es kommt viel zurück.“

Berufsweg führt mit Kurven ins Ziel

Obwohl sie den Wunsch, Menschen „seelisch aufzurichten“, schon als Heranwachsende spürte, absolvierte sie nach dem Abitur eine Banklehre. Fremdelte aber mit dieser Branche und schloss sich, auf Zeit, einem Orden in Norwegen an. Was folgte, war die Familiengründung mit „drei wunderbaren Kindern“. Die Familie und der Glauben sind es auch, die Greshake die Kraft geben, sich den Menschen zuzuwenden, denen das Alter einiges abverlangt – Krankheit, Verlust geliebter Angehöriger und Einsamkeit. Daneben sollte aber auch Freude geteilt werden.

Ich habe gemerkt, wie gut es tut, wenn andere Menschen einen begleiten.

Andrea Greshake

Die Pastoralreferentin hat selbst eine Phase hinter sich, in der eine Krankheit viel Kraft zehrte. „Ich habe gemerkt, wie gut es tut, wenn andere Menschen einen begleiten.“ Eben diese Erfahrung möchte sie weitergeben. Energie bezieht sie aus ihrem Glauben: „Meinen Akku lade ich durch Gebet und Meditation auf.“ Dabei gilt, dass religiöse oder gar konfessionelle Aspekte keine Rolle bei der Seelsorge spielen. Von sich aus spreche sie diese Themen niemals an.

Das Spektrum ihrer Aufgabe ist viel breiter, als es zunächst erscheint. Denn Greshake kümmert sich nicht nur – unterstützt von Ehrenamtlichen – um Bewohner, sondern auch um Angehörige und um das ganze Team im Altenheim St. Johannes, zum dem jetzt erstmals eine Profi-Kraft gehört, die das Herz für Seelsorge am richtigen Platz hat.

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