Hunderte Bäume sterben auch in Senden
„Eine wirkliche Katastrophe“

Senden -

Hunderte Bäume sterben auch in Senden gerade an den Folgen von Klimawandel und intensiver Tierhaltung. Diese Entwicklung prangert die Agenda-Gruppe Senden an, die Sofortmaßnahmen und ein Umsteuern fordert.

Mittwoch, 21.08.2019, 13:54 Uhr
In Wald- und Forstgebieten in Senden sind erhebliche Schäden an Bäumen zu registrieren.
In Wald- und Forstgebieten in Senden sind erhebliche Schäden an Bäumen zu registrieren. Foto: Agenda-Gruppe

Die Agenda-Gruppe schlägt Alarm: Auch in Senden sterben gerade Hunderte von Bäumen in den Forsten. Nicht nur die Fichten, sondern unter anderem auch Birken und Lärchen. Darüber hinaus haben viele Eichen, Buchen und Eschen erhebliche Blattverluste, heißt es in der Pressemitteilung der Initiative.

Hauptursache dieser Waldschäden sei die Trockenheit der letzten zwei Jahre durch den Klimawandel und die Überdüngung der Waldböden durch Stickstoff aus der Massentierhaltung, so die Agenda-Gruppe weiter. Ammoniakemissionen aus den Ställen, Gülle und Kunstdünger führen seit Jahren zur Überdüngung der Waldböden, schädigen damit das gesamte Bodenleben und besonders das Wachstum der Feinwurzeln der Bäume. Die werden schwächer und auch anfälliger für alle Art von Schädlingen. Durch Nitrifikation wird Ammonium zu Nitrat. Nitrat gelangt durch Auswaschung auch ins Grundwasser und kann Gesundheitsschäden verursachen, lautet die Mitteilung der Agenda-Gruppe weiter. Die im Boden verbleibenden Wasserstoffionen bewirken eine Übersäuerung des Bodens mit den bekannten Folgeschäden.

„Das Ganze ist eine wirkliche Katastrophe“, betont die Initiative. Denn: „Eigentlich brauchen wir jeden Baum brauchen, um das von uns produzierte Klimagas COnoch speichern zu können.“ Die Waldvernichtung durch Waldschäden, Abholzungen, Feuer, Trockenheit und Übernutzung werde den Klimawandel beschleunigen (riesige Waldbrände in Kanada, Sibirien und Südeuropa, enormer Zuwachs von Abholzungen in den Tropen).

Bund, Land, Kommune und Verbraucher müssen sofort handeln, so die Agenda-Gruppe. Sie fordert, die Massentierhaltung müsse sofort um die Hälfte reduziert werden. Zum Ausgleich sollten die Bauern mehr Geld für ihre Produkte bekommen, durch den geringeren Anbau von Futtermitteln kann dann auch frei werdendes Land wieder aufgeforstet werden, am besten mit naturnahen Mischwäldern. Trockene Waldgebiete dürfen nicht länger durch Entwässerungsgräben und das regelmäßige Ausbaggern dieser weiter belastet werden und es müssen wesentlich mehr Waldarbeiter ausgebildet und angestellt werden, um langfristig die Wälder noch retten zu können.

Den Waldbesitzern sollten wesentlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit sie alle notwendigen Maßnahmen umsetzen können, der Verbrauch von Papier müsse erheblich reduziert werden, und auf Frischfaserpapiere sollte ganz verzichtet werden.

Die Agenda-Gruppe in Senden wird jetzt mit Förstern und Fachleuten aus der Gemeinde überlegen, wie die Probleme vor Ort angegangen werden können.

Das alles werde aber nicht helfen, wenn nicht sofort Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden, die zu einer erheblichen Reduzierung der Klimagase führen.

 

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