Ottmarsbocholter Vereine stellen das frühere Landleben und die Heimat vor
Duft der „alten Zeit“ geschnuppert

Ottmarsbocholt -

In einer Gemeinschaftsaktion stellten Landwirtschaftlicher Ortsvereins, Landfrauenverband und Heimatverein das „alte Leben“ in Ottmarsbocholt vor. Bei der Ausstellung auf dem Hörster Platz wurden historische Landmaschinen, alte Kinderspiele und Handwerkstechniken präsentiert.

Montag, 26.08.2019, 17:24 Uhr aktualisiert: 30.08.2019, 17:18 Uhr
Das Sportgerät fürs Seilchenspringen konnte vor Ort aus Sisal-Bindegarn selbst hergestellt werden.
Das Sportgerät fürs Seilchenspringen konnte vor Ort aus Sisal-Bindegarn selbst hergestellt werden. Foto: Ulrich Reismann

Die Heimat, sie stand am Sonntag in Ottmarsbocholt im Blickpunkt, ebenso wie das alte Landleben. Beides wurde in einer großen Gemeinschaftsaktion des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, der Landfrauen und des Heimatvereins vorgestellt. Dazu präsentierte man auf der Horst eine breite Palette interessanter Dinge. Was dabei ins Auge stach, waren die vielen historischen Fahrzeuge. „Alles, was alt und noch älter ist, ist hier hingestellt worden“, unterstrich Anja Kippenbrock von den Landfrauen in ihrer Begrüßung den musealen Wert der Ausstellungsstücke. Landmaschinen und Traktoren zählten zu den edlen Relikten, ebenso Autos und Zweiräder, deren Erstzulassung teilweise bis zu 80 Jahre zurück liegt. Ein Hauch von Nostalgie legte sich über den Platz.

In dieses Flair passten Spiele für die Kinder wie „Vier gewinnt“, Murmeln und Seilchenspringen. „Alles, was man heute gar nicht mehr so oft spielt“, so Kippenbrock. Die für die sportliche Betätigung erforderlichen Seile konnten mit Hilfe einer von Frauke und Siggi Beermann ausgegrabenen Maschine an Ort und Stelle aus Sisal-Bindegarn selbst hergestellt werden. Rudi Kock führte als Imker in die Welt der Bienen und des Honigs ein. Antikes mit teils lokaler Note bekamen die Besucher im Dachgeschoss des Spiekers zu sehen. Dazu zählte die alte, restaurierte Kirchturmuhr ebenso wie eine Pappmaché-Nachbildung des Ottmarsbocholter Originals Baldur Nentwig, welcher bei der Prinzenproklamation drei Jahrzehnte lang als urtümlichen Hofmarschall auftrat.

Ein selbstfahrender „Mc Cormick“-Mähdrescher mit 34 PS und 1,95 Meter Arbeitsbreite: Was für ein Fortschritt und was für eine Arbeitserleichterung! 1961 war das eine Sensation und eine Pionierleistung. Rafael Kamlage hegt und pflegt die technische Rarität, die als eines von vielen Schmuckstücken staunende Blicke auf sich zog. Ebenso beeindruckend der 15 PS Ein-Zylinder Deutz Traktor, der 1950 zum ersten Mal auf Ottmarsbocholter Feldern für Aufsehen sorgte. Besitzer Klaus Höwische konnte auch mit einem 83 Jahre alten Kartoffelroder aufwarten.

Ausstellung „Altes Leben in Ottmarsbocholt“

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Großes Kopfschütteln löste Familie Schmiing 1955 in der Venne aus, als sie beim Schlepperkauf den Schritt in bis dahin schier unvorstellbare Größenklassen wagte. Fassungslos nahmen die Menschen zur Kenntnis, dass der neue Fendt sage und schreibe 24 PS besaß. Doch das öffentliche Gerede konnte die Entwicklung nicht aufhalten, 1955 wurde dann sogar ein 27-PS-Hanomag gesichtet, der heute im Besitz von Wilhelm Klaas ist.

Im Rampenlicht stand am Sonntag zweifelsohne auch die „BMW Isetta“, welche Reinhard Keute zur Verfügung gestellt hatte. Das dreirädrige Erbstück seines Vaters mit der samt Lenkrad aufklappbaren Fronttür als Markenzeichen wurde 1955 erbaut und vom Hersteller als ein Mittelding zwischen Motorrad und Auto eingestuft. Den Altersrekord bei den Fahrzeugen stellte Franz-Josef Vorspohl mit einem NSU-Motorrad von 1939 auf. „Der Elektro-Innungsmeister Walter Urhahn aus Seppenrade, bei dem ich 1957 meine Gesellenprüfung ablegte, erledigte damit seinen Kundendienst“, so Vorspohl.

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