Wettercapriolen und Schädling bereiten Landwirten Sorgen
Zünsler bedroht die Maisfelder

Ottmarsbocholt -

Nicht allein die Trockenheit bereitet den Landwirten in diesem Jahr Sorgen. Mittlerweile hat sich der „Maiszünsler“, ein tierischer Schädling, nicht nur auf Lehm-, sondern auch auf Sandböden ausgebreitet. Ein starker Befall würde immense Ernteausfälle mit sich bringen.

Freitag, 30.08.2019, 17:18 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 17:08 Uhr
Über die Auswirkungen der Trockenheit auf den Mais berichtete der Pflanzenbauexperte Bastian Lehnert bei einem Feldabend auf dem Hof Schulze Bölling. Er warnte eindringlich vor einer weiteren Ausbreitung des Maiszünslers, zu dessen mechanischer Bekämpfung eine neue Technik vorgestellt wurde. 
Über die Auswirkungen der Trockenheit auf den Mais berichtete der Pflanzenbauexperte Bastian Lehnert bei einem Feldabend auf dem Hof Schulze Bölling. Er warnte eindringlich vor einer weiteren Ausbreitung des Maiszünslers, zu dessen mechanischer Bekämpfung eine neue Technik vorgestellt wurde.  Foto: ar

Der Sommer ist – zum zweiten Mal hintereinander – viel zu trocken. Aber: In diesem Jahr gibt es auf engstem Raum ganz enorme Unterschiede bei den gefallenen Regenmengen. Deshalb sei es unmöglich, pauschale Aussagen darüber zu machen, wie stark der Mais gelitten hat und daraus resultierend den Landwirten allgemeingültige Empfehlungen zu geben, wann sie ernten sollen. Das sagte der Pflanzenbauexperte der Landwirtschaftskammer Coesfeld, Bastian Lehnert , auf einem Feldabend der Raiffeisen Ascheberg am Hof Schulze Bölling in Ottmarsbocholt.

Wie extrem die Niederschläge schwanken, habe der Dienstag eindrucksvoll gezeigt: Im Bereich von Lüdinghausen gab es Stellen, an denen 20 Liter Regen pro Quadratmeter fielen, wenige Hundert Meter weiter dann aber überhaupt nichts. Solch große Differenzen als Folge nahezu ortsfester Gewitterzellen seien typisch für diesen Sommer, so Lehnert.

Bei der Beurteilung der Frage, wann der Mais den optimalen Erntezeitpunkt erreicht hat, taugten die von der Landwirtschaftskammer wöchentlich am Standort Dülmen-Merfeld durchgeführten Abreifeuntersuchungen diesmal nur als „ganz, ganz grober Richtwert“. Im Grunde stelle nur der im Verlauf einer Woche erfolgte Reifefortschritt als Indikator für die Geschwindigkeit des Abreifeprozesses eine für den Landwirt brauchbare Information dar. Deshalb müsse jeder einzelne Schlag individuell in Augenschein genommen werden, so der Experte.

Weiterer Schwerpunkt Lehnerts war der „dringende Appell“ an die Landwirte, die zunehmende Gefahr durch den Maiszünsler „ernst zu nehmen“. Der Schädling, der von Osten kommend zunächst nur in Ascheberg und auf Lehmböden gefunden worden war, habe seine Expansion fortgesetzt und „ist längst hier angekommen, auch auf Sandböden“. Um einer ungezügelten Vermehrung dieser Krankheitserreger – ein starker Befall würde mit massiven Ertragseinbußen einhergehen – zu begegnen, sei es „unbedingt“ erforderlich, die nach der Ernte auf dem Feld verbleibenden Maisstoppeln mechanisch zu zerkleinern. Die dafür erforderliche Technik stehe jetzt vor einem Quantensprung: Auf dem Feldabend wurde eine von zehn Vorserieneinheiten der Maschinenfabrik Kemper (Stadtlohn) vorgestellt, die in der Lage ist, mit der Ernte in einem Arbeitsgang sofort auch die Maisstoppeln zu zerschlagen – bevor diese von den Reifen des Häckslers und der Transportfahrzeuge platt gefahren werden und dann für keine Zerkleinerungsmaschine mehr erreichbar sind. Und gerade das öffnet einer weiteren Ausbreitung des Zünslers bislang Tür und Tor. Zur Ernte 2020 soll die neue Technologie flächendeckend zur Verfügung stehen.

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