Schloss Senden
Ein Schmuckstück seiner Art

Senden -

Die Geschichte von Schloss Senden ist nicht nur lang, sondern auch ereignisreich. Davon konnten sich die Besucher am Tag des offenen Denkmals vor Ort informieren. Geschätzt 500 Interessierte unternahmen eine Zeitreise.

Montag, 09.09.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 20:10 Uhr
Dr. Franz Waldmann vom Verein Schloss Senden (r.) erzählt den Besuchern Wissenswertes über den Romberg-Trakt.
Dr. Franz Waldmann vom Verein Schloss Senden (r.) erzählt den Besuchern Wissenswertes über den Romberg-Trakt. Foto: Angela Weiper

Türen, die verschlossen sind, Treppen, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Im Schloss Senden ist das im Alltag Normalität.

Am Sonntag wurde dieser Alltag außer Kraft gesetzt. Beim Tag des offenen Denkmals – in diesem Jahr unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ – durften die Gäste von Schloss Senden einen Blick hinter die Kulissen werfen. Konnten sich das ansehen, wo Besucher sonst ohne Weiteres nicht hinkommen.

Es waren die Historikerin Bettina Knust, der wissenschaftliche Volontär Dr. Lennart Pieper und Dr. Franz Waldmann vom Vorstand des Vereins Schloss Senden, die die vielen Schlossbesucher unter ihre Fittiche nahmen, und Führungen durch das Schloss und über das Gelände unternahmen. „Weit über 200 Besucher haben an unseren Führungen teilgenommen“, freute sich Pieper über die große Resonanz mit geschätzten 500 Gästen.

Waldmann übernahm die letzte Führung des Tages, die die Teilnehmer über das breitgefächerte Thema „Baustelle Schloss Senden“ informierte. Der Südturm mit seiner markanten Spitze und dem imposanten Dachstuhl, der Romberg-Trakt mit dem neuen Balkon und der Drei-Staffelgiebel des Herrenhauses standen auf dem Programm der Gruppe, die sichtlich Vergnügen an den detaillierten und von Fachkenntnis geprägten Erläuterungen hatte. „Man merkt, wie sehr Herr Waldmann mit Herzblut bei der Sache ist“, lobten Anne und Josef Rößmann aus Nordkirchen-Capelle die Baustellen-Führung.

Der Experte unternahm eine gut einstündige Zeitreise durch das Schloss, berichtete von dessen Anfängen als Adelssitz, als Sitz einer privaten Schule mit Internat, als Hotel und als Seniorenpension. „Die Geschichte von Schloss Senden ist geprägt von Umbrüchen und Brüchen“, nahm Waldmann Bezug auf das Motto des Denkmaltages 2019. Er erzählte von längst vergangenen Zeiten, von einer Hochzeit der Familien Romberg und Droste zu Senden, die dem Schloss letztlich 1899 den Romberg-Trakt bescherte, und berichtete vom Niedergang des münsterländischen Wasserschlosses, das jetzt dabei ist, aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen und mit ehrenamtlichem Einsatz des Vereins Schloss Senden wieder zu dem zu werden, was es einmal war: ein Schmuckstück seiner Art.

Aktuelle Baustelle, die gerade erst eingerichtet worden ist, ist der Drei-Staffelgiebel an der Front des Herrenhauses. In der nächsten Zeit geht es darum, den Zementputz zu entfernen und durch einen luftdurchlässigeren Putz zu ersetzen, die Fensterlaibungen werden ebenso erneuert – genau wie die Fenster. „Einige können erhalten bleiben, andere werden durch neue ersetzt, die denkmalgerecht sind“, erläuterte der Fachmann.

Zunächst geschieht all das erst einmal nur in Form einer Musterachse – fünf Meter in jede Richtung. Damit die Menschen, die das Schloss besuchen, schon von Weitem sehen können, wie schön der Giebel einmal aussehen wird. Für mehr, bedauert Franz Waldmann, reichten im Augenblick die Gelder nicht. Doch die Anträge fürs nächste Jahr sind bereits gestellt.

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