„Fridays for Future“-Ortsgruppe gegründet
Protest schwappt nach Senden

Senden -

Sie wehren sich gegen den Vorwurf, die Schule schwänzen zu wollen, setzen auf Aktionen für den Klimaschutz und fangen beim eigenen Verhalten an – auch in Senden hat sich eine Ortsgruppe der „Fridays for Future“-Bewegung gegründet.

Samstag, 14.09.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 15:18 Uhr
Das Fridays for future-Orga-Team in Senden bilden (v.l.): Richard Mannwald, Rafael Neugebauer, Caren Otte, Kaiken Sophie Günthner, Louisa Wortberg und Carlotta Leistikow.
Das Fridays for future-Orga-Team in Senden bilden (v.l.): Richard Mannwald, Rafael Neugebauer, Caren Otte, Kaiken Sophie Günthner, Louisa Wortberg und Carlotta Leistikow. Foto: FFF

Polkappen schmelzen, die Lunge der Erde wurde in Flammen gesetzt und tonnenweise Müll verpestet die Ozeane – für den Planeten schlägt es ganz kurz vor zwölf. Die Zeit etwas zu verändern und aufzustehen ist darum gekommen, finden auch Sendener Jugendliche. Und gründeten nun eine eigene „ Fridays for Future “ Ortsgruppe.

„Auch wir sind nicht perfekt, aber wir machen das, was wir können“, betont Orga-Team-Mitglied Louisa Wortberg . Genauso wie ihre Mitstreiter muss sich die Schülerin des Joseph-Haydn-Gymnasiums gegen Vorwürfe, sie wolle doch nur den Unterricht schwänzen, zur Wehr setzen. Doch unterkriegen lassen sich die Aktivisten von solchen Vorwürfen nicht, sondern kämpfen umso mehr für den Klimaschutz.

Wir hätten nicht mit so vielen Leuten gerechnet.

Kaiken Sophie Günthner über die Resonanz auf die FFF-Gründung

Ende August gründeten die Initiatoren Caren Otte, Kaiken Sophie Günthner , Louisa Wortberg, Carlotta Leistikow und Rafael Neugebauer also die Sendener Ortsgruppe, um die „Fridays for Future“-Bewegung weiter im Kreis Coesfeld zu etablieren. Wichtige Tipps bekamen sie dabei von Richard Mannwald, der auch in Nottuln an der Gründung der dortigen Gruppe beteiligt war. Insgesamt 40 Unterstützer sammelten sie schon in einer Gruppe auf WhatsApp: „Wir hätten echt nicht mit so vielen Leuten gerechnet“, sagt FFF-Mitglied Kaiken Sophie Günthner. Keinesfalls nur Oberstufenschüler wie viele der Gründer, sondern auch Eltern und jüngere Schüler sind Teil der Gruppe – was erklärtes Ziel der Bewegung ist. „Wir sind immer noch Kinder und es eigentlich nicht unsere Aufgabe, große Dinge zu verändern, aber wir tun es trotzdem“, bringt Kaiken Sophie Günthner den Kampfgeist der Gruppe auf den Punkt. Für sie geht es nämlich keineswegs bloß darum, die Schule zu schwänzen, Grenzen auszutesten oder bloß zu rebellieren – sondern schlicht und ergreifend um ihre Zukunft und das Fortbestehen der Menschheit. Inspiriert wurden die Sendener Aktivisten von Klimakämpferin Greta Thunberg und widersprechen all jenen, die ständig auf der 16-Jährigen Schwedin rumhacken: „Die Menschen achten zu sehr auf Greta und ändern selber nichts“, meint Caren Otte. Kritikpunkte bringen aber auch sie und ihre Mitstreiterinnen an: Der Blick der Bewegung sei zu sehr auf die Zukunft gerichtet und nehme nicht genug wahr, dass auch jetzt schon Menschen in sowieso schon ausgebeuteten Ländern wie in beispielsweise Afrika unter der Klimakrise leiden.

Aufklärung und Vernetzung mit anderen Gruppen

Ganz besonders wichtig ist den Aktivisten die Vernetzung mit anderen Ortsgruppen im Münsterland. Ziel ist es darum, Demos abwechselnd auch in verschiedenen Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld stattfinden zu lassen.

Neben den Streiks möchte die Sendener „FFF“-Gruppe ebenfalls im Alltag aktiven Klimaschutz betreiben und auch andere, weniger engagierte Menschen für die Klimakrise sensibilisieren: „Wir möchten das Thema in die Köpfe der Menschen bringen, denn alle müssen sich selbst in Verantwortung nehmen“, unterstreicht die Sendener Ortsgruppe.

Und hat auch praktische Tipps, im Alltag klimaschonender zu leben: Müll vermeiden und aufheben, beim Einkaufen die jeweilige Öko-Bilanz berücksichtigen, den eigenen Fleischkonsum zu überdenken und auch mal im Second-Hand-Laden zu shoppen.

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