Wienkamp-Erweiterung rückt näher
Baustraße schafft Entlastung

Senden -

Wider Erwarten wird eine separate Baustraße geschaffen, wenn die Erweiterung des Wienkamps ansteht. Diese gute Nachricht wurde im Gemeindeentwicklungsausschuss kundgetan. Eine zentrale Forderung der bisherigen Bewohner wird damit erfüllt. Trotzdem tauchten kritische Fragen auf.

Freitag, 13.09.2019, 19:12 Uhr aktualisiert: 14.09.2019, 08:36 Uhr
Um circa zwei Hektar wächst der Wienkamp an. Auf der Erweiterung können freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhäuser entstehen. Zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten sollen auch öffentlich geförderten Wohnraum bieten.
Um circa zwei Hektar wächst der Wienkamp an. Auf der Erweiterung können freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhäuser entstehen. Zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten sollen auch öffentlich geförderten Wohnraum bieten. Foto: Gemeinde Senden

Die Chancen standen schlecht – aber sie wurden genutzt. Für die Erweiterung des Wienkamps wird eine separate Baustraße geschaffen, das ist ein Ergebnis der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses ( GEA ) von Donnerstagabend. Damit werde eine „zentrale Forderung“ der Anrainer erfüllt, registrierte GEA-Vorsitzender Gerd Gebauer ( CDU ) mit Genugtuung. Die Option, Baustellenverkehr außerhalb der schmalen Wohnstraße und Sackgasse abzuwickeln, besteht für vorerst drei Jahre (2020, 2021, 2022).

Erste Versuche waren gescheitert

Die gute Nachricht, die sich schon, wie berichtet, in den Verwaltungsvorlagen abzeichnete, kommt überraschend. Denn: Am Ende einer engagierten, aber sachlich geführten Bürgerversammlung zur Erweiterung des Wohngebietes sah es am 10. Dezember noch düster aus. Bis dato waren alle Versuche, fremdes Gelände für mobile Betonmischer, Baustoffhändler und Handwerker zu nutzen, gescheitert. Auch in der Versammlung selbst hatte ein spontan befragter Eigentümer einer ins Auge gefassten Fläche nicht gerade den Optimismus geschürt. Bürgermeister Sebastian Täger warf die Flinte damals nicht ins Korn: „Ich bleibe am Ball und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, sagte der Rathaus-Chef im Dezember. Ein dickes Brett wurde erfolgreich gebohrt. Wofür auch Projektentwickler Dr. Christian Vogdt dankbar ist, wie er gegenüber den WN erklärte: Mehrere Beteiligte hätten sich erheblich bewegt.

Brachen und Verzögerungen beim Bau verhindern

Im jüngsten Gemeindeentwicklungsausschuss wurde dieser Durchbruch von allen Fraktion lobend anerkannt. Doch sollte die entlastende Wirkung der Verbindung – sie wird nicht direkt zur K 4, sondern zu einem Wirtschaftsweg geführt, der sich zur Kanalbrücke Schulze Tomberge schlängelt – auch über die gesamte Baumaßnahme anhalten, mahnte Thomas Hageney (UWG) an. Er regte deshalb an, dass den Grundstückskäufern auferlegt werden solle, dass sie ihre Parzelle innerhalb einer bestimmte Frist bebauen. Eine vertragliche Klausel, die die Gemeinde bei der Vergabe ihrer eigenen Grundstücke anwendet, sonst aber eher unüblich ist, gab Beigeordneter Klaus Stephan zu bedenken. Er sah auch rechtliche Probleme bei dieser Konstruktion. Was hingegen von manchen Mandatsträgern bezweifelt wurde.

Ich scheue mich, in die private Lebensplanung einzugreifen.

Projektentwickler Dr. Christian Vogdt lehnt es ab, Grundstückskäufern Auflagen zum Baustart zu machen

Projektentwickler Vogdt (der als Unternehmer, nicht als CDU-Ratsherr an der Sitzung teilnahm), ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass er das Auferlegen solcher Vorgaben ablehnt: „Ich scheue mich, in die private Lebensplanung einzugreifen.“ Als Unternehmer, nicht Kommune oder Behörde, verfüge er auch über keine Kontrollmöglichkeit oder ein „Regime“, wie er sagte, um eine solche Bestimmung durchzusetzen. Die Furcht vor Spekulationskäufen, die in die Debatte eingebracht worden war, teilt der Immobilien-Experte nicht. Er begegne der Nachfrage von Kunden, „die händeringend nach einem Bauplatz für sich und ihre Familie suchen“, beteuerte Vogdt.

Kritische Anmerkungen zur Planung

Die Bauleitplanung für die Erweiterung um circa zwei Hektar und maximal 40 Wohneinheiten– mit der die Anwohner des Wienkamp I von Anfang haben rechnen müssen, wie Gebauer unterstrich – geht weiter. Bei zehn Ja-Stimmen (CDU/SPD), drei Nein-Voten (Grüne/UWG) und einer Enthaltung (FDP) wurde die leicht überarbeitete Planung „abgesegnet“. Die Grünen stießen sich vor allem daran, dass im sogenannten HQextrem-Bereich gebaut werden soll, das in sehr seltenen Fällen von Hochwasser überflutet werden kann.

Die Bezirksregierung hatte in ihrer Stellungnahme empfohlen, von einer Bebauung in diesem Teil des Wienkamps (nahe des Dümmers) abzusehen.

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